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Terror im Irak: Bush warnt Syrien und den Iran

US-Präsident Bush warnt Syrien und den Iran davor, Terroristen von ihrem Gebiet aus in den Irak eindringen zu lassen. "Wir erwarten, dass sie ihre Grenzen kontrollieren", sagte er auf einer Pressekonferenz.

US-Präsident George W. Bush vermutet hinter den jüngsten Anschlägen im Irak entweder Anhänger des alten Regimes oder ausländische Terroristen. Ihr Ziel sei es, Furcht zu verbreiten und die Menschen in die Flucht zu treiben, sagte Bush am Dienstag bei einer Pressekonferenz im Rosengarten des Weißen Hauses. Die Terroristen wollten verhindern, dass im Irak eine freie Gesellschaft entstehe. Der Präsident warnte Syrien und den Iran davor, Terroristen von ihrem Gebiet aus in den Irak eindringen zu lassen. "Wir erwarten, dass sie ihre Grenzen kontrollieren", sagte Bush. Er betonte jedoch, dass es große Fortschritte gebe und die USA sich von Terroranschlägen nicht abschrecken ließen.

Zuvor waren bei einem neuen Selbstmordattentat mindestens vier Iraker und der Täter selbst getötet worden. Außerdem wurde am Dienstag die Ermordung des Vize-Bürgermeisters von Bagdad bekannt. Bei der Suche nach den Drahtziehern der Bluttaten vom Montag, bei denen insgesamt mehr als 40 Menschen ums Leben gekommen waren, gab es offiziell noch keine heiße Spur.

Anschlag auf Bagdads Vize-Bürgermeister

In der westirakischen Stadt Falludscha riss ein Selbstmordattentäter nach Angaben des arabischen Fernsehsenders El Dschasira mindestens vier Iraker mit in den Tod. Der Attentäter habe rund 100 Meter neben der Hauptwache der irakischen Polizei nahe einer Schule eine Autobombe gezündet. Sechs weitere Menschen seien bei dem Anschlag verletzt worden.

Die Polizei in Falludscha war in den vergangenen Monaten bereits mehrfach angegriffen worden. Während ein Teil der Bewohner der Kleinstadt, die als Hochburg des bewaffneten Widerstandes gegen die US-Besatzungsmacht gilt, die Arbeit der Polizisten unterstützt, sind sie in den Augen anderer Iraker Verräter, weil sie Kontakte zum US-Militär haben. Auch nach dem Attentat in Falludscha bekannte sich niemand zu dem Angriff.

Bagdads Vize-Bürgermeister Faris Abdul Rassak el Assam sei am Sonntag von mehreren Männern unweit seines Hauses erschossen worden, teilte die US-Verwaltung in Bagdad mit. Die Täter entkamen. Nach Angaben von El Dschasira nahmen US-Soldaten am Dienstag in Bakuba nördlich von Bagdad Dutzende Männer fest, die Angriffe auf die Besatzungstruppen geplant haben sollen.

Der türkische Außenminister Gül wirft den USA Unkenntnis vor

Nach den Bombenexplosionen vor dem Sitz des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz und vier Polizeiwachen vom Montag rief die US-Verwaltung im Irak ausländische Hilfsorganisationen und Unternehmen zum Bleiben auf. Das IKRK vertagte eine Entscheidung über den möglichen Abzug ihrer rund 30 ausländischen Mitarbeiter. In den kommenden Tagen werde über das Sicherheitsrisiko und Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter beraten, sagte IKRK-Sprecherin Antonella Notari in Genf.

Nach Angaben von El Dschasira starb erneut ein US-Soldat bei einem Angriff in Bagdad. Der Sender berichtete weiter über zwei Attacken auf amerikanische Soldaten in der Stadt Samarra, die auf halber Strecke zwischen der irakischen Hauptstadt und dem nördlichen Kurdengebiet liegt.

In Bagdader Stadtteil Amerija hatten sich US-Soldaten und bewaffnete Iraker am Montagabend, wenige Stunden nach der Anschlagserie, ein heftiges Gefecht geliefert. Die US-Armee setzte laut Augenzeugen Panzer und Granatwerfer ein. Über mögliche Opfer gab es keine Angaben.

Der türkische Außenminister Abdullah Gül hat dem US-Zivilverwalter im Irak, Paul Bremer, "Unkenntnis der Region und der Geschichte" vorgehalten. Daraus und aus der Unkenntnis der Traditionen der dort lebenden Menschen resultierten die gegenwärtigen Schwierigkeiten der USA im Irak, sagte Gül.