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TERRORISMUS: Powell: »Beweise gegen Bin Laden reichen aus«

Außenminister Colin Powell meint, die USA hätten genügend Beweise, um Osama Bin Laden vor Gericht zu stellen. Unterdessen gab es weitere Festnahmen von mutmaßlichen Islamisten.

Die USA verfügen nach Angaben von Außenminister Colin Powell über genügend Beweise, um dem saudischen Terroristen-Führer Osama Bin Laden vor einem US-Gericht den Prozess zu machen. Bereits vor den Anschlägen von New York und Washington hätten genügend Beweise für eine Anklage wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgelegen, sagte Powell in einem Interview mit der britischen BBC. Bin Laden wird von den USA neben den jüngsten Anschlägen in New York und Washington unter anderem auch für Anschläge auf US- Militärbasen in Saudi-Arabien, die US-Botschaften in Kenia und Tansania sowie den Anschlag auf das Kriegsschiff »USS Cole« im Jemen verantwortlich gemacht.

Festnahmen in Kanada...

Unterdessen ist in der kanadischen Stadt Toronto ein Mann festgenommen worden, der am Tag der Terroranschläge in den USA mit mehreren falschen Pässen und einer Flugbegleiter-Uniform nach Chicago fliegen wollte. Wie der Nachrichtensender CNN meldete, befand sich der Mann an Bord einer Lufthansa-Maschine, die nach den Terrorattacken in New York und Washington am 11. September nach Kanada umgeleitet wurde. Weitere Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt.

... und in Großbritannien

Auch in Großbritannien wurden im Zusammenhang mit dem Anschlag auf das World Trade Centre in New York vier Personen unter Terrorismus-Verdacht festgenommen. Nach Angaben von Scotland Yard wurden zwei Männer und eine Frau in London festgenommen. Der vierte Verdächtige wurde in Birmingham von Anti-Terror-Spezialisten gefasst. Alle Festgenommenen würden in London verhört. Die BBC berichtete am Abend, sieben der mutmaßlichen Entführer hätten sich vorübergehend in Großbritannien aufgehalten. Beamte von Scotland Yard arbeiteten bei der Aufklärung der Hintergründe eng mit dem amerikanischen FBI zusammen.

In Deutschland wurden gegen zwei flüchtige Hamburger Studenten arabischer Herkunft Haftbefehle erlassen. Wie Generalbundesanwalt Kay Nehm in Karlsruhe mitteilte, wird den beiden Hamburger Studenten unter anderem Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, mehrtausendfacher Mord und gefährlicher Eingriff in den Luftverkehr vorgeworfen.

Bei den Gesuchten handelt es sich um den 26-jährigen Said Bahaji, einen gebürtigen Marokkaner mit deutschem Pass, und den 29 Jahre alten jemenitischen Staatsangehörigen Ramzi Mohamed Abdullah Binalshibh. Sie sollen sich in Deutschland zusammen mit den Attentätern Mohammed Atta, Marwan Alshehhi und Ziad Jarrah sowie weiteren Unbekannten zu einer terroristischen Vereinigung zusammengeschlossen haben.