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Berichte von CNN und BBC Nach einer Unterhaltung schießen russische Soldaten zwei Zivilisten in den Rücken

Videoaufnahme kurz vor den tödlichen Schüssen russischer Soldaten auf zwei Ukrainier
Der US-Nachrichtensender CNN und die britische BBC veröffentlichten Aufnahmen des Verbrechens russischer Soldaten. Wenige Augenblicke nach dieser Aufnahme fallen die Schüsse.
© Screenshot / CNN
Es geht kein Kampf voraus, nur ein scheinbar harmloses Gespräch. Dann schießen russische Soldaten zwei arglosen Zivilisten in den Rücken. CNN und BBC-Videos zeigen die Tat, die jetzt als mögliches Kriegsverbrechen untersucht wird.

Im Krieg Russlands gegen die Ukraine ist ein weiteres schweres offensichtliches Kriegsverbrechen bekannt geworden: Russische Soldaten erschossen zwei Zivilisten hinterrücks.

Der US-Nachrichtensender CNN und die britische BBC veröffentlichten Film- und Fotoaufnahmen von Überwachungskameras, die die beiden Morde zeigen. Auch die Verifikationseinheit von stern und RTL hat die Aufnahmen überprüft.

Video zeigt Morde russischer Soldaten

Schauplatz des Verbrechens ist ein Gewerbekomplex mit Tankstelle und Fahrzeughandel an einer Autobahn, etwa zehn Kilometer westlich der Stadtgrenze von Kiew. Wann genau die Aufnahme entstanden ist, ist unklar. CNN und BBC datieren die Sequenzen auf die Anfangsphase des Krieges, in der die russische Armee versucht hatte, die ukrainische Hauptstadt einzukesseln.

Zu sehen ist, wie ein weißer Lieferwagen, beschmiert mit dem "V"-Symbol russischer Streitkräfte, vor dem Gebäude vorfährt. Mindestens fünf Soldaten, die anhand ihrer Uniformen als russisch zu identifizieren sind, nähern sich einem Zaun zu dem Gelände.

Zwei offenbar unbewaffnete Männer kommen aus dem Firmengebäude an diesen Zaun und sprechen mit den Russen, die Situation wirkt ruhig. Nach kurzer Zeit drehen sich die Männer um und gehen zurück in Richtung Gebäude. Auch die russischen Soldaten wenden sich ab und verschwinden um eine Hausecke – aber nur scheinbar. Wenige Sekunden später kehren die Soldaten an den Zaun zurück, mindestens einer von ihnen erschießt die beiden Männer hinterrücks aus etwa zehn Metern Distanz. Sie gehen sofort zu Boden.

Ukraine untersucht Tausende mögliche Kriegsverbrechen

Einem der beiden, dem Wachmann Leonid P., gelingt es, aufzustehen, seine Wunden notdürftig zu versorgen. Er ruft einen Freund an, erzählt ihm, dass die Soldaten nach Zigaretten gefragt haben, berichtet die BBC. Und dass die Russen ihm versichert haben, sie würden keine Zivilisten töten. Leonid P. fordert Hilfe an – doch sie kommt zu spät. Wie auch für seinen ermordeten Chef, der sofort nach den Schüssen stirbt.

Eine weitere Videoaufnahme zeigt die russischen Soldaten nur Minuten nach den Morden im Büro der Firma. Sie sehen sich nach Brauchbarem um und stoßen an mit einem Getränk vom Schreibtisch an. Es gibt Whisky.

Russische Soldaten trinken Whisky
Nach ihrer Tat stoßen die russischen Soldaten mit geplündertem Alkohol an
© Screenshot / CNN

Nach dem Rückzug der russischen Armee aus der Region um Kiew findet die Polizei entlang der Autobahn insgesamt 37 Leichen von Zivilisten, allesamt erschossen. Die Staatsanwaltschaft untersucht die Taten als mögliche Kriegsverbrechen. Der Fall reiht sich in eine ganze Liste von Kriegsverbrechen ein, die Russlands Armee in ihrem Feldzug begangen haben soll, mehr als 10.000 untersuchen die Behörden inzwischen (sehen Sie hier einige Beispiele). Das russische Verteidigungsministerium wollte das Vorgehen der Soldaten auf CNN-Anfrage nicht kommentieren.

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Die Tochter des ermordeten Wachmanns sagt der BBC, sie wolle wissen, wofür ihr Vater gestorben ist. Und sie ist voller Trauer und Furcht. "Diese verdammten Russen sind so außer Kontrolle, dass ich Angst davor habe, was sie als nächstes tun könnten."

Quellen: CNN, BBC, Nachrichtenagenturen AFP und DPA

wue

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