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US-Wahlkampf in Zitaten: "Osama bin Laden ist tot und General Motors lebt"

Im US-Wahlkampf werden unzählige Reden geschwungen und Debatten ausgefochten. Einige Zitate von Präsident Barack Obama, Herausforderer Mitt Romney & Co. sind bemerkenswert, andere eher befremdlich.

Bis zu der US-Präsidentschaftswahl bleiben nur noch drei Tage. Nur noch drei Tage für Barack Obama und Mitt Romney, Stimmen zu gewinnen. Am Freitag versprach Mitt Romney: "Ich werde Amerika zu einem besseren Ort machen". Obama schwört hingegen, dass er im Fall einer zweiten Amtszeit mit den Republikanern im Kongress zusammenarbeiten werde. Beide wissen: Jede Stimme zählt.

Den Wahlkampf fühtren die Republiner und Demokraten mit harten Bandagen. Auf beiden Seiten gab es große Worte, aber auch peinliche Patzer und dumme Ausrutscher.

Peinlichkeiten der Republiknaer

Vor allem die Republiner gaben sich scheinbar Mühe in jedes Fettnäpfchen zu treten. Der Präsidenschaftskandidat Mitt Romney konnste es sich offenbar nicht verkneifen, über die Obama-Wähler zu spotten. "Es gibt 47 Prozent der Leute, die auf jeden Fall für den Präsidenten stimmen werden": Romneys heimlich auf Video aufgenommener Kommentar bei einem Spendendinner sorgt im September für Wirbel. Der Republikaner äußert sich abfällig über Obama-Wähler, die sich als Opfer fühlen würden und von staatlichen Leistungen abhängig seien.

Romney hat es auch geschafft, die Frauen gegen sich aufzubringen. "Ich habe mich an eine Reihe von Frauengruppen gewandt und gesagt: 'Könnt ihr uns helfen, Leute zu finden'. Und sie haben uns ganze Ordner voller Frauen gebracht": Romney erzählt in der zweiten TV-Debatte, wie er einst als Gouverneur von Massachusetts nach qualifizierten weiblichen Mitgliedern für seine Regierung fahnden ließ - und erntet für seine Wortwahl Hohn und Spott. Bei der TV-Debatte mit Barack Obama wollte er mit seiner Erzählung bei weiblichen Wählern punkten. Doch der Versuch ging nach hinten los.

Auch andere Republikaner dürften sich wenige Frauen zu Freunden gemacht haben. Richard Mourdock, 61, aus Indiana, der derzeit für den Senat kandidiert, erklärte auch eine von einer Vergewaltigung verursachte Schwangerschaft für gottgewollt. Wörtlich sagte Mourdock in einer Debatte: "Ich denke, selbst wenn das Leben in einer so schrecklichen Situation wie Vergewaltigung beginnt, handelt es sich um etwas, das Gott beabsichtigt hatte."

Nur wenige Tage zuvor hatte der republikanische Abgeordnete Todd Akin, der ebenfalls für den Senat kandidiert, für landesweite Empörung mit der Äußerung gesorgt, bei einer echten Vergewaltigung könne die Frau kaum schwanger werden. "Wenn es sich um eine wirkliche Vergewaltigung handelt, hat der weibliche Körper Möglichkeiten, mit denen er versucht, das Ganze zu verhindern", sagte Akin.

Wahlkampf-Rhetorik

"Osama bin Laden ist tot und General Motors lebt": Obamas Vize Joe Biden verwendet diesen Slogan seit dem Frühjahr, um die Wähler an die Tötung des Al Kaida-Chefs und die Rettung der US-Autoindustrie zu erinnern.

"Der Weg, den wir anbieten, mag vielleicht steiniger sein, aber er führt zu einem besseren Ort": Barack Obama bittet die Wähler in seiner Rede auf dem Parteitag der Demokraten Anfang September in Charlotte um mehr Zeit, um seine Versprechen aus dem Jahr 2008 einzulösen.

"Geht es Euch besser als vor vier Jahren?": Immer wieder stellt Romney in seinem Wahlkampf diese rhetorische Frage, um auf die hohe Arbeitslosigkeit und die schwache Wirtschaft hinzuweisen. Bereits vor mehr als 30 Jahren benutzte der spätere republikanische Präsident Ronald Reagan diese Strategie, um den damaligen demokratischen Amtsinhaber Jimmy Carter aus dem Sattel zu heben.

"Hier ist ein weiteres Job-Ergebnis: Präsident Obama - plus 4,5 Millionen, Republikaner im Kongress - null": Der frühere Präsident Bill Clinton, ein engagierter Wahlkampfhelfer Obamas, begeistert die Demokraten mit seiner Rede auf dem Parteitag.

Schlagabtausch

"Nun, Gouverneur, wir haben auch weniger Pferde und Bajonette, weil sich die Natur des Militärs verändert hat": Obama mokiert sich im dritten Fernsehduell über die Klage seines Herausforderes, dass die US-Flotte auf die Stärke von 1917 geschrumpft sei.

"Gratulation zum Hochzeitstag, Mr. President. Ich bin sicher, dass dies der romantischste Ort ist, den Sie sich vorstellen können - hier mit mir": Romney scherzt zu Beginn des ersten TV-Duells, nach dem Obama alles andere als zum Lachen zumute ist. Mit dem schwachen Auftritt Anfang Oktober verspielt der Präsident seinen Vorsprung in den Umfragen.

"Universitätsabsolventen sollten nicht in ihren Kinderzimmern wohnen": Romneys Vizekandidat Paul Ryan kritisiert in seiner Rede beim Parteitag der Republikaner Ende August in Tampa, dass viele junge Leute wegen der schlechten Lage am Arbeitsmarkt wieder bei ihren Eltern einziehen müssten.

Romney ist Bibo-Fan

"Ich mag Big Bird": Romney beteuert in der ersten TV-Debatte, dass er die Sesamstraßen-Figur Big Bird (in der deutschen Ausgabe: Bibo) gerne hat. Dennoch will er dem öffentlich-rechtlichen Sender PBS, auf dem die Sendung läuft, den Geldhahn zudrehen.

"Der Wahltag ist mir scheißegal": Angesichts der Zerstörungen durch den Sturm "Sandy" in seinem Bundesstaat stellt New Jerseys Gouverneur Chris Christie klar, dass Parteipolitik jetzt keine Rolle spielt. Der Republikaner hatte Obama ausdrücklich für sein Krisenmanagement gelobt.

Ellen Ivits mit AFP/DPA / DPA