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Vertraulicher Bericht zur Atompolitik Die EU will weiter strahlen


Die EU befürwortet offenbar den Neubau zahlreicher Atomkraftwerke. Dies legt ein vertraulicher Entwurf nahe, aus dem die "Süddeutsche Zeitung" am Freitag zitiert. Ein Konflikt mit Deutschland scheint damit vorprogrammiert.

Zwischen der Bundesregierung und der Europäischen Kommission bahnt sich ein Streit um die Atomenergie an. Ungeachtet des in Deutschland geplanten beschleunigten Ausstiegs aus der Atomkraft will EU-Energiekommissar Günther Oettinger daran festhalten und für den Bau neuer Atomkraftwerke in Europa eintreten. Dies berichtet die "Süddeutsche Zeitung" am Freitag unter Berufung auf einen vertraulichen Entwurf der EU. In dieser so genannten "Energy Roadmap 2050" bezeichne die Kommission die Atomkraft als "wichtigen Faktor". Unterhändlern zufolge sehen die Details mehrerer Szenarien den Neubau von 40 Kernkraftwerken allein bis 2030 vor, wie es in dem Bericht weiter heißt.

Die Atomenergie stehe heute für den größten Anteil CO2-freier Energie, zitierte die "SZ" aus dem Dokument. Sie bleibe ein wichtiger Lieferant klimafreundlichen Stroms zu vergleichsweise niedrigen Kosten. Das Papier soll in der kommenden Woche in Brüssel vorgestellt werden und ein europäisches Gerüst für die nationale Energiepolitik der nächsten Jahrzehnte liefern. Die Zweifel vieler Europäer an der Kernkraft erwähne das Papier zwar, halte sie aber offenbar für überwindbar. "Eine neue Generation der Atomtechnik könnte helfen, die Abfall- und Sicherheitsbedenken zu adressieren." Auch eine finanzielle Förderung der Atomenergie in Mitgliedsstaaten ähnlich dem Erneuerbare-Energien-Gesetz für grünen Strom in Deutschland halte die Kommission Unterhändlern zufolge für möglich. Sie könnte demnach Subventionen für Neuinvestitionen in Atomkraftwerke, zum Beispiel in Großbritannien, erlauben.

jwi/Reuters/AFP Reuters

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