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Wahlkampf geht weiter: Sarkozy gewinnt nach Anschlägen in Toulouse Stimmen

Der Serienkiller von Toulouse ist tot. Der Waffenstillstand im Präsidentenwahlkampf ist vorbei. Amtsinhaber Sarkozy konnte in ersten Umfragen den Rückstand auf Hollande verkürzen.

Der französische Präsident Nicolas Sarkozy hat nach den Anschlägen in Toulouse seinen Rückstand in den Umfragen zu seinem schärfsten Rivalen verkürzt. In einer am Donnerstag veröffentlichten Erhebung des Meinungsforschungsinstituts BVA lag der Amtsinhaber mit 28 Prozent Zustimmung nur noch 1,5 Prozentpunkte hinter seinem sozialistischen Herausforderer Francois Hollande. Vor einem Monat betrug der Abstand noch fünf Punkte. Sarkozy schnitt bei den Themen Sicherheit und Immigration besser ab. Die rechtsextreme Kandidatin Marine Le Pen rutschte dagegen in der Umfrage auf Platz vier ab. Sie wurde überholt von Jean-Luc Melenchon, dem Kandidaten der Linken.

Die aktuelle Umfrage wurde am Dienstag und Mittwoch erstellt und damit während des Dramas um den mutmaßlichen Serienmörder von Toulouse. Er hatte sich in einem Haus verschanzt, nachdem er bei einem Anschlag auf eine jüdische Schule in Toulouse drei Kinder und einen Rabbiner erschossen hatte. Der Franzose algerischer Herkunft, der auch drei Soldaten getötet haben soll, starb am Donnerstag nach einer mehr als 30-stündigen Belagerung bei einem Schusswechsel mit Elitepolizisten.

"Die Affäre um den Mörder von Toulouse und Montauban ist ein Erfolg für den scheidenden Präsidenten", urteilte die einflussreiche Tageszeitung "Le Monde". Gefolgsleute seien angehalten zu schweigen - so könne man am besten politischen Nutzen ziehen.

Ein Monat bis zur Wahl

Auch der Politologe Gael Sliman vom Meinungsforschungsinstitut BVA rechnete damit, dass Sarkozy eher gestärkt aus dem Terrordrama hervorgehen wird. "Die Wahl dreht sich nicht mehr um die Popularität von Kandidaten, sondern um deren Glaubwürdigkeit in einer Zeit von Schwierigkeiten", sagte er der belgischen Tageszeitung "Le Soir". Experten wie Sliman warnen allerdings davor, voreilige Schlüsse zu ziehen. Es sei nicht ausgemacht, dass der Streit um die innere Sicherheit tatsächlich den restlichen Wahlkampf bestimmen werde.

Die Wahl findet am 22. April statt, die Stichwahl ist für den 6. Mai angesetzt. Hier würde der Sozialist Hollande sich der Umfrage zufolge mit acht Prozentpunkten Vorsprung gegen Sarkozy durchsetzen. Im Vormonat lag er allerdings noch zwölf Punkte in Führung.

vim/Reuters/DPA / DPA / Reuters