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Wiederaufbau: Bemühen um Nachkriegsordnung

Während die Kampfhandlungen im Irak noch in vollem Gange sind, bemühen sich die USA und Großbritannien bereits um den Aufbau einer Nachkriegsordnung. US-Präsident Bush gesteht der UN eine entscheidende Rolle beim Wiederaufbau des Irak zu.

Während die Kampfhandlungen im Irak noch in vollem Gange sind, bemühen sich die USA und Großbritannien bereits um den Aufbau einer Nachkriegsordnung. In der südirakischen Metropole Basra nahmen die britischen Streitkräfte mit einem örtlichen Stammesführer Kontakt auf. Der Scheich habe freie Hand, ein Verwaltungskomitee zu bilden, sagte der britische Militärsprecher Oberst Chris Vernon am Dienstag. "Basra ist jetzt frei", betonte Vernon. 3000 britische Soldaten hätten den größten Teil der Stadt besetzt.

Plünderungen in Basra

In Basra, der zweitgrößten irakischen Stadt im Süden des Landes, bemühten sich britische Truppen, die zivile Lage in der Stadt unter Kontrolle zu bringen. Nach der Besetzung durch die Briten hatte es verbreitete Plünderungen gegeben.

Bush: UN sollen Rolle beim Wiederaufbau spielen

US-Präsident George W. Bush will den Vereinten Nationen ein Mitspracherecht bei der Bildung der geplanten irakischen Übergangsregierung einräumen. Nach Gesprächen mit dem britischen Premierminister Tony Blair in der Nähe der nordirischen Hauptstadt Belfast hielten beide Politiker am Dienstag in einer gemeinsamen Erklärung fest: "Die Vereinten Nationen haben beim Wiederaufbau des Irak eine entscheidende Rolle zu spielen."

Blair: Truppen bleiben nicht länger als notwendig

Blair betonte, die Truppen der Alliierten würden "nicht einen Tag länger als notwendig" im Irak bleiben. Das Land werde nach einer Übergangsphase von den Irakern selbst verwaltet werden.

UN-Generalsekretär Kofi Annan wird in der kommenden Woche am Rande des EU-Gipfels in Athen Gespräche über die Rolle der Vereinten Nationen im Nachkriegs-Irak führen. Er gab am Dienstag bekannt, dass er seine ursprünglich für diese Woche geplanten Gespräche mit den Regierungen Frankreichs, Großbritanniens, Russlands und Deutschlands abgesagt habe. Dies sei nach Angaben aus UN-Kreisen aus "praktischen Gründen" erfolgt.

CIA sieht wenig Rückhalt für Iraks Exil-Opposition

Der US-Geheimdienst CIA erwartet US-Kreisen zufolge, dass die irakische Bevölkerung mehrheitlich gegen eine Beteiligung der Exil-Opposition an einer irakischen Nachkriegsregierung wäre.

"Das Ergebnis ist, dass die irakische Öffentlichkeit sie nicht positiv beurteilt", sagte ein US-Vertreter am Dienstag über einen entsprechenden CIA-Bericht. Sowohl der Chef des Irakischen Nationalkongresses, Ahmed Chalabi, als auch Mohammed Baker el Hakim, Chef einer schiitischen Oppositionsgruppe mit Sitz in Teheran, würden in der Bevölkerung wenig Rückhalt finden, hieß es in dem CIA-Bericht. Ein Sprecher des Geheimdienstes lehnte eine Stellungnahme ab.

Rice: Exilopposition soll wichtige Rolle spielen

Die nationale Sicherheitsberaterin der USA, Condoleezza Rice, hatte am Dienstag gesagt, die irakischen Oppositionellen im Exil würden in einer Übergangsregierung nach dem Krieg eine wichtige Rolle spielen, wenn auch möglicherweise nur zeitweise. "Man sollte die Wichtigkeit von Menschen nicht unterschätzen, die außerhalb des Landes waren, aber den Gedanken eines freien Irak mehr als ein Jahrzehnt lang am Leben erhalten haben", sagte Rice.