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Fox News: Putin gibt Trump-Haussender Interview - und spricht über angebliches Belastungsmaterial

In einem Interview mit Fox News hat Russlands Präsident Wladimir Putin die vorgeworfene Einmischung in die US-Wahl als "absolut lächerlich" bezeichnet - und sich zum angeblich belastenden Material über Donald Trump geäußert.

Der russische Präsident Wladimir Putin (l.) im Gespräch mit Fox-News-Moderator Chris Wallace

Der russische Präsident Wladimir Putin (l.) im Gespräch mit Fox-News-Moderator Chris Wallace

AP / DPA

Kremlchef Wladimir Putin hat Donald Trumps Leib- und Magensender Fox News ein Interview gegeben. In dem Gespräch mit Moderator Chris Wallace machte er den Westen für die Verschlechterung der Beziehungen zu Russland verantwortlich, bezeichnete die angebliche Einmischung in die US-Wahl als "absolut lächerlich" und stritt ab, kompromittierendes Material über Trump zu besitzen.

Auf letzteres angesprochen sagte Putin: "Wir haben nichts gegen ihn in der Hand." Er wolle Trump nicht zu nahe treten, wenn er das sage, aber: "Bevor er ankündigte, als Präsident zu kandidieren, war er für uns nicht von Interesse." Seit Jahren halten sich Spekulationen, Russland sei im Besitz von sogenanntem Kompromat. Trumps zahmer Kurs gegenüber Putin in Helsinki hatte diese Gerüchte neu befeuert.

Als Beispiele für die Schuld der USA am schlechten Verhältnis beider Staaten nannte er die Nato-Osterweiterung, den früheren Jugoslawien-Konflikt in den 1990er-Jahren sowie die Entwicklung in der Ukraine. "Wir waren es nicht, die einen Militärputsch in der Ukraine organisiert haben", sagte Putin laut einer englischen Übersetzung. Putin bezog sich dabei auf die monatelangen Proteste im Winter 2013/2014 in der Ukraine. Der damalige Präsident Viktor Janukowitsch floh als Folge nach Russland. Nach den Worten von Putin muss Russland auf Vorgänge an seinen Grenzen reagieren. "Ich habe mich nicht geändert, ich bin wie ich bin, und ich bin, wie ich war", sagte Putin.

Die Beziehung der beiden Länder dürften laut Putin keine "Geisel" der Russland-Ermittlungen von US-Sonderermittler Robert Mueller sein. Bei Muellers Untersuchung der mutmaßlichen Einmischung Moskaus in den US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 handele es sich um "innenpolitische Spiele der USA", sagte Putin. Diese "politischen Spiele" dürften keine Auswirkungen haben. 

Wladimir Putin: "Keine Einmischung in US-Wahl"

Putin wies nach dem Gipfel mit US-Präsident Donald Trump in Helsinki erneut jede staatliche russische Einmischung in die US-Wahlen im Jahr 2016 zurück. "Russland als Staat hat sich nie in die internen Angelegenheiten der Vereinigten Staaten eingemischt", betonte Putin. Nach Angaben von Fox News wurde das Interview nach dem Gipfel von Putin und Trump in Helsinki aufgezeichnet. "Glauben Sie wirklich, dass jemand von russischem Hoheitsgebiet aus die Entscheidung von Millionen Amerikanern in den USA beeinflussen könnte? Das ist absolut lächerlich."

Fox-News-Moderator Chris Wallace versuchte bei dem Interview, Putin die Anklageschrift von US-Sonderermittler Robert Mueller gegen zwölf Mitarbeiter des russischen Militärgeheimdienstes GRU zu überreichen. Mueller verdächtigt sie, für Hackerangriffe auf Computer der oppositionellen Demokraten vor der Wahl 2016 verantwortlich zu sein. Putin nahm das Papier in dem angespannten Gespräch nicht an und forderte den Moderator auf, es auf einen Beistelltisch zu legen. 

Putin verwies auf ein strafrechtliches Abkommen mit den USA aus dem Jahr 1999. Sollte Mueller einen entsprechenden Antrag stellen, würden russische Ermittler Verdächtige in Russland befragen. Mueller habe aber keinen einzigen solchen Antrag gestellt. 

Putin: Nowitschok-Vorwürfe "gegenstandslos"

In dem Interview reagierte Putin auch auf die Vorwürfe Londons, wonach Moskau hinter den Vergiftungen mit dem Nervenkampfstoff Nowitschok in Großbritannien stecke. Diese seien "gegenstandslos". London habe keinerlei Beweise dafür vorgelegt, dass Russland für die Vergiftung des russischen Ex-Doppelagenten Sergej Skripal in England verantwortlich sei, sagte Putin. "Wir hätten gerne schriftliche Beweise, aber niemand liefert sie uns", sagte Putin. Hinter dem Fall könnten innenpolitische Fragen in Großbritannien stecken: "Aber niemand will sie prüfen", sagte Putin. "Wir sehen nur diese gegenstandslosen Vorwürfe - warum wird das so gemacht? Warum soll unsere Beziehung dadurch verschlechtert werden?", sagte der russische Staatschef weiter.

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tis / fin mit Agentur / AFP / DPA