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Gipfel in Xiamen: Nordkoreas Atomtest überschattet Brics-Gipfel

Beim Brics-Gipfel in China wollen die Schwellenländer Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika näher zusammen rücken. Dabei müssen sie sich auch der neuen Herausforderung aus Nordkorea stellen.

Die fünf Regierungschef der Brics-Staaten halten sich an den Händen auf dem roten Teppich in Xiamen, China.

Schon bei der Ankunft zeigen die fünf Regierungschefs der Brics-Staaten guten Willen. Von links nach rechts: Der brasilianische Präsident Michel Temer, der russische Präsident Wladimir Putin, der chinesische Präsident Xi Jinping, der südafrikanische Präsident Jacob Zuma und der indische Premierminister Narenda Modi.

Am Montagmorgen nahmen die Brics-Staaten Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika ihre gemeinsamen Beratungen auf. Doch schon jetzt ist der Gipfel in der südostchinesischen Stadt Xiamen von den Ereignissen der vergangenen Woche überschattet. Nordkorea hatte am Sonntag den bisher stärksten Atomtest in der Geschichte des Landes gestartet und löste damit ein Erdbeben in der Stärke 6,3 aus.

Die Präsidenten Chinas und Russlands, Xi Jinping und Wladimir Putin, hatten am Vorabend nach bilateralen Gesprächen dazu aufgerufen, "angemessen" mit der neuen Herausforderung umzugehen.

Nach Einschätzung von chinesischen Experten wird es bei den gemeinsamen Gipfelberatungen allerdings weniger um die Bedrohung durch Nordkorea gehen, sondern vielmehr um eine engere Kooperation der Brics-Staaten untereinander sowie die Ankurbelung ihrer Volkswirtschaften und den Freihandel. Teilnehmer sind auch Ministerpräsident Narendra Modi sowie die Präsidenten Brasiliens und Südafrikas, Michel Temer und Jacob Zuma.

"Das größte Problem der Welt"

Der Atomtest werde eher am Rande zur Sprache kommen, erwartet der renommierte Professor für internationale Beziehungen, Shi Yinhong, von der Volksuniversität in Peking. "Die Brics-Gruppe ist nicht der richtige Ort, um darüber zu diskutieren, wie das größte Problem der Welt gelöst werden kann", sagte der Experte der Deutschen Presse-Agentur. "Sie dürften darüber sprechen, aber am Ende nur eine vage Erklärung abgeben."

Die Gruppe trägt zu einem Viertel zur globalen Wirtschaftsleistung bei und repräsentiert 42 Prozent der Weltbevölkerung. Auf einem Brics-Wirtschaftsforum am Vortag hatte Gastgeber Xi Jinping zu offenen Märkten aufgerufen und das Wachstumspotenzial der aufstrebenden Wirtschaftsnationen beschworen. Die Gruppe wurde 2009 noch ohne gegründet, das 2010 dazu eingeladen wurde.

Streit unter den Brics-Staaten

Die Brics-Staaten suchen eine stärkere Rolle in der von den USA und anderen Industrienationen bestimmten Weltordnung und wollen der Stimme der Schwellen- und Entwicklungsländer mehr Gewicht geben. Doch gibt es sehr unterschiedliche Interessen und auch Rivalitäten in der Gruppe, wie der jüngste Grenzstreit zwischen China und Indien deutlich machte. Erst die Beilegung des Disputs hatte der Teilnahme des indischen Ministerpräsidenten an dem Gipfel den Weg geebnet.

Das Treffen endet am Dienstag nach Gesprächen mit den Staats- und Regierungschefs Ägyptens, Mexikos, Thailands, Tadschikistans und Guineas, die im Rahmen des "Brics-Plus"-Prozesses ebenfalls eingeladen wurden.

sve/DPA

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