Yasukuni-Schrein Koizumi kann es nicht lassen


Der japanische Ministerpräsident Koizumi hat erneut den Yasukuni-Schrein für Japans Kriegstote besucht. Der Besuch löste heftige Proteste in China und Südkorea aus, da der Schrein auch verurteilte Kriegsverbrecher ehrt.

Trotz chinesischer und südkoreanischer Warnungen ist der japanische Ministerpräsident Junichiro Koizumi erneut zum umstrittenen Yasukuni-Schrein für Japans Kriegstote gepilgert. Es war sein erster Besuch des Heiligtums in Tokio anlässlich der Kapitulation Japans im Zweiten Weltkrieg am 15. August 1945. In dem Schrein werden auch verurteilte Kriegsverbrecher geehrt. Der Pilgergang löste heftige Proteste Chinas und Südkoreas aus.

In Peking und Seoul wurden die Botschafter Japans einbestellt. In Peking zog eine Gruppe von Demonstranten mit Bannern zur Vertretung Japans und übergab ein Protestschreiben. Seit seinem Amtsantritt im Jahre 2001 hat Koizumi den Schrein jedes Jahr besucht, aber nie anlässlich des Kriegsendes. Da er ohnehin kritisiert werde, mache der Tag auch "keinen Unterschied", argumentierte Koizumi.

Koizumi tritt auf "das Gewissen der Menschheit"

Seouls Außenministerium kritisierte, solch eine nationalistische Haltung schade den Beziehungen und der Zusammenarbeit in der Region. Korea beging am Dienstag auch den 61. Jahrestag der Befreiung von japanischer Kolonialherrschaft. Chinas Außenministerium urteilte, der Pilgergang "tritt das Gewissen der Menschheit mit Füßen". Koizumi verletze die Gefühle der Chinesen, die Opfer der Aggression der japanischen Militaristen geworden seien.

DPA DPA

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