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AfD-Führungsstreit: Der Parteichef droht mit dem Luckxit

Bernd Lucke denkt offenbar darüber nach, die AfD zu verlassen - weil die Nationalkonservativen zu stark werden. Einer von ihnen, Konrad Adam, bietet nun einen "Kompromiss" an.

Von Christoph Henrichs

Bernd Lucke, AfD-Parteichef, teilt gegen seine Widersacher aus

Bernd Lucke, AfD-Parteichef, teilt gegen seine Widersacher aus

Bernd Lucke und Konrad Adam, beide Gründerväter der Alternative für Deutschland (AfD), verzweifeln an ihrem Zweijährigen. "Die AfD ist auch mein Baby", sagt der AfD-Bundesvorstand Adam dem stern, "und man fühlt sich doch verantwortlich dafür, wenn das eigene Kind Sperenzchen macht." Bernd Lucke, der Parteichef, hat in der Nacht zu Montag eine Mail an alle Mitglieder geschrieben: dreieinhalb DIN A4-Seiten, 14.897 Zeichen voller Frust. Um 4.27 Uhr klickte er auf "Senden". Väter junger (Partei-)Kinder bekommen eben nachts oft wenig Schlaf.

Worum geht's? Vielleicht bald um die Spaltung der Partei. Um ein schmähliches Ende, so wie es die Piraten schon erlitten haben. Zu viel Streit, zu wenig Realpolitik.

Bernd Lucke überlegt offenbar, gemeinsam mit Hans-Olaf Henkel der AfD den Rücken zu kehren. Davon bekam der AfD-Bundessprecher Konrad Adam Wind. Doch statt Lucke anzurufen und hinter den Kulissen an einer Befriedung der Lage zu arbeiten, steckte Adam das Gerücht der Bild. Und statt Adam anzurufen, setzte sich Lucke an die Tastatur und ließ bis Montagfrüh die Finger fliegen. Schon der Ablauf der Auseinandersetzung zeigt den Grad der Zerrüttung.

"Ich bin nicht sicher, dass die AfD in der Form, in der wir sie 2013 gegründet haben, fortbestehen wird", gab Lucke zu. Doch an dem von Adam gestreuten Gerücht stimme nur, "dass ich mir große Sorgen um die AfD mache".

"Ein schlechter Witz"

Lucke, der als marktliberaler Euro-Kritiker angetreten ist, will einen inhaltlichen Klärungsprozess erzwingen. Er warf Adam vor, "mit falschen Freunden an der falschen Front" zu kämpfen. Adam steht gemeinsam mit Frauke Petry (Sachsen) und Alexander Gauland (Brandenburg) für den nationalkonservativen Flügel der Partei, der im Bedarfsfall ziemlich weit rechts ausholt. Eine Pressekonferenz, bei der Lucke mit dem rechten Parteiflügel abrechnen wollte, wurde zwischenzeitlich für kommenden Montag angesetzt - aber mittlerweile wieder abgesagt. Lucke will es wohl doch noch einmal mit mehr Dialog und weniger Attacke versuchen.

In seiner Mail klang das noch anders: "Deutschnational, antiislamisch, zuwanderungsfeindlich" sei eine Gruppe in seiner Partei, beklagte Lucke. Das passe mit seinen Vorstellungen nicht zusammen. Adam schießt im Gespräch mit dem stern zurück: Es sei ein Witz, dass er in die rechte Ecke gestellt werde, "aber kein besonders guter". Gerade bei ihm in Hessen habe die AfD mit Rechtsextremen zu kämpfen, und mit denen wolle er "nichts zu tun haben".

"Dann geht die Partei den Bach runter"

Zum großen Knall zwischen dem marktliberalen und dem nationalkonservativen Flügel der Partei könnte es im Juni beim Bundesparteitag in Kassel kommen. Lucke will ein Bundesvorstands-Team vorschlagen, das die Delegierten doch bitte vollständig annehmen sollen. Zu seiner Führungscrew könnte auch seine Gegenspielerin Frauke Petry gehören, um den rechten Parteiflügel einzubinden. Konrad Adam und Alexander Gauland hingegen will Lucke nicht mehr in der Parteiführung haben.

Rechtsgerichtete AfD-Mitglieder betreiben angeblich schon aktiv Wahlkampf, um sich eine Mehrheit gegen Luckes Pläne zu sichern. Sollten sie sich beim Parteitag durchsetzen, wäre ein "Luckxit", ein Abgang Luckes, wohl unumgänglich. "Das wünsche ich mir nicht", sagt André Poggenburg, Landeschef in Sachsen-Anhalt und dem rechten Lager zuzuordnen. "Aber wenn das passiert, dann soll das wohl so sein".

Andere, eher liberale Mitglieder, wollen genau dieses Szenario unbedingt verhindern. Der Hamburger AfD-Fraktionsvorsitzende Jörn Kruse warnt vor einem Austritt Luckes: "Dann geht die Partei den Bach runter." Und deswegen mischen auch Kruses liberale Parteifreunde bei der "Vorbereitung" des Parteitags ordentlich mit. "Wir sind nicht untätig", sagt Kruse.

"Petry und Lucke ergänzen sich doch gut"

Unruhige Wochen liegen hinter der AfD - unruhigere stehen ihr bevor. Mittlerweile ist ein Mitgliederentscheid angelaufen, der die inhaltliche Ausrichtung der Partei bestimmen soll. Denn aktuell können sich die unterschiedlichen Lager höchstens auf eins einigen: Dass es so wie im Moment nicht weitergehen kann. Das glaubt auch Konrad Adam, 73, und lässt kokett eine Friedenstaube steigen: "In meinem Alter habe ich nicht mehr den Ehrgeiz, den andere haben. Deswegen bin ich kompromissbereit."

Sein Vorschlag: Eine Abgrenzung gegen rechts sei selbstverständlich, aber "gegen die Marktdogmatiker müssen wir uns auch abgrenzen". Gemeint sind Wirtschaftsliberale, die "Politik durch Unternehmensinteressen ersetzen wollen" und auch das Transatlantische Freihandelsabkommen TTIP bedingungslos unterstützten - ohne zu wissen, was da auf sie zukomme.

Die Marktliberalen dürften sich davon erneut provoziert fühlen - insofern stellt ich auch die Frage, ob Adams "Kompromiss" nicht eher ein Brandbeschleuniger der aktuellen Konflikte ist und auch so gemeint war.

An der Basis sinkt derweil die Stimmung. "Die öffentlichen Querelen kommen weder in der Öffentlichkeit noch in der Partei gut an", sagt AfD-Mitglied Hans Hermann Schreier. Er sei erst nur als stiller Unterstützer in die Partei eingetreten; mittlerweile sitze er im AfD-Kreisvorstand der Stadt Oldenburg und kämpfe für einen gemäßigten Kurs. "Im Moment verschaffen sich die schrilleren Kräfte mehr Gehör. Aber diejenigen, die eine Politik der Vernunft wollen, sollten mal hervortreten und sich einbringen". Eine Spaltung der Partei könne man verhindern, wenn bestimmte Alphatiere mal über ihren Schatten springen würden: "Frauke Petry und Bernd Lucke ergänzen sich doch eigentlich gut", findet Schreier. Auch der Hamburger Jörn Kruse betont: "Wenn die AfD Erfolg haben will, braucht sie einen liberalen und einen konservativen Flügel."

Doch das ist Theorie. Die Praxis bei der AfD ist eine andere.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(