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Anti-Atomkraft-Demos Zehntausende gehen auf die Straße


Sie wollen ein Zeichen setzen gegen die Atomkraft. Unter dem Motto "Fukushima mahnt: Alle AKWs abschalten" demonstrieren heute Zehntausende in Berlin, Hamburg, München und Köln. Im Blick haben sie auch die Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz.

In Berlin, Hamburg, München und Köln werden heute zehntausende Menschen zu Anti-Atom-Demonstrationen erwartet. Mit Blick auf die Reaktorkatastrophe in Japan lautet das Motto: "Fukushima mahnt: Alle AKWs abschalten". Am Tag vor den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz wollen die Teilnehmer den Druck auf die Bundesregierung für eine grundlegende Kehrtwende in der Atompolitik erhöhen.

Gewerkschaften, Oppositionsparteien und Kirchen unterstützen die Proteste. Die Demonstrationszüge starten gegen Mittag. Um 14.15 Uhr soll es eine bundesweite Schweigeminute für die Erdbeben-Opfer in Japan geben.

Der BASF-Vorstandsvorsitzende Jürgen Hambrecht will in der angekündigten Ethik-Kommission der Bundesregierung zur Atomkraft hingegen für die Kernenergie werben. "Wir können doch nicht einfach aussteigen und uns den Strom aus dem Ausland holen, der dort mit Kernkraft erzeugt wird und uns dabei wohlfühlen", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Wenn Deutschland sehr schnell seine Energieversorgung umstelle, führe das zur Deindustrialisierung des Landes. Auch RWE-Chef Jürgen Großmann und Altkanzler Helmut Kohl hatten am Freitag vor Aktionismus gewarnt.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) zog am Freitag personelle Konsequenzen aus der Protokoll-Affäre um Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP). Hauptgeschäftsführer Werner Schnappauf trat zurück. Zuvor war ein BDI-Protokollvermerk bekanntgeworden, dem zufolge Brüderle bei einem internen Treffen gesagt haben soll, dass das Atom-Moratorium vor allem dem Wahlkampf geschuldet sei.

Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin sagte der "tageszeitung": "Der BDI opfert für seinen Kumpel Rainer Brüderle den Hauptgeschäftsführer". Der eigentliche Skandal des Vorgangs sei "die tiefe Kumpanei zwischen diesem Teil der Wirtschaft und der schwarz-gelben Regierung".

cjf/DPA DPA

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