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ARD-"Deutschlandtrend" Grüne bleiben vor CDU/CSU – aber Wunsch nach unionsgeführter Regierung

ARD-"Deutschlandtrend": Grüne bleiben vor CDU/CSU – aber Wunsch nach unionsgeführter Regierung
Sehen Sie im Video: Freude und Skepsis: So unterschiedlich reagieren die Aachener auf Laschet als CDU-Kanzlerkandidaten.




CDU-Chef Armin Laschet ist Kanzlerkandidat der Union. Ein gebürtiger Aachener könnte also, je nach dem Ausgang der Bundestagswahlen im Herbst, ins Kanzleramt einziehen. In der Aachener Innenstadt kam diese Aussicht bei einigen Passanten gut an. Andere waren etwas skeptischer: "Ist ein bisschen schwierig. Ich denke, es gäbe bessere, zum Beispiel Friedrich Merz. Aber er ist zumindest besser wie Söder, weil wie er sich jetzt verhalten hat, der Söder, damit hat er also sich ein Armutszeugnis ausgestellt." "Als Aachener stehen wir natürlich zu Herrn Laschet, das ist klar, Lokalkolorit. Aber auf der anderen Seite hat er ja immer schlechte Meinungsumfragen. Aber er scheint doch eine gewisse Durchsetzungskraft zu haben." "Inwiefern der sein Amt dann wirklich ausübt, keine Ahnung, das kann ich jetzt auch nicht so einschätzen. Dafür bin ich auch nicht so Politik-konform. Aber von der Sympathiepunkte her würde ich die auf jeden Fall eher ihm geben wie dem Herrn Söder." "Ich wünsche es ihm. Hat sich sehr bemüht, glaube ich. Ich persönlich sehe ihn besser in der Landespolitik als in der Bundespolitik." "Ich hoffe, dass er sich da einfindet, ja, wünsche es ihm. FRAU NEBEN IHM ERGÄNZT: Ja, ist schon wünschenswert. PASSANT: Sie merken: Da ist ein bisschen Zweifel dabei." "Aber ich finde es besser als hier: die Frau Baerbock. Also da wäre ich nun gar nicht mit einverstanden, denn sie hat nicht so viel Erfahrung wie der Herr Laschet." In anderen Regionen Deutschland muss Laschet wohl noch mehr Überzeugungsarbeit leisten. Die Entscheidung für Laschet kam in einigen Landesverbänden nicht gut an. Es gab Parteiaustritte und jede Menge Frust.
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Die Grünen behaupten einer neuen Umfrage zufolge knapp ihren Vorsprung vor der Union, allerdings wünschen sich mehr Menschen eine Bundesregierung unter Führung von CDU/CSU als eine Grünen-geführte Koalition.

Eine relative Mehrheit der Befragten wünscht sich dem neuen ARD-"Deutschlandtrend" zufolge eine Bundesregierung unter Unionsführung – in der Parteienpräferenz liegen CDU/CSU aber weiterhin hinter den Grünen. Auf die Frage, wer die nächste Bundesregierung führen soll, stimmten in dem am Donnerstag veröffentlichten "Deutschlandtrend für das ARD-Morgenmagazin" 31 Prozent der befragten Wahlberechtigten für die CDU/CSU. 21 Prozent wünschten sich die Grünen und 17 Prozent die SPD.

Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, kämen die Grünen der Umfrage zufolge auf 25 Prozent der Wählerstimmen. Die Union wäre mit 24 Prozent zweitstärkste Kraft. Für die SPD würden sich 15 Prozent entscheiden, für die AfD elf Prozent. Die Linke käme auf sieben Prozent der Stimmen, die FDP auf zwölf Prozent. Insgesamt käme die Regierungskoalition aus Union und SPD nur noch auf 39 Prozent der Stimmen. 

Im Vergleich zum "Deutschlandtrend" vom 6. Mai gewinnen Union, SPD, FDP und Linke jeweils einen Prozentpunkt, die Grünen und die AfD verlieren je einen Prozentpunkt.

ARD-"Deutschlandtrend": Unzufriedenheit mit Corona-Krisenmanagement nimmt langsam ab

Eine unionsgeführte Bundesregierung wird von der älteren Bevölkerung über 64 Jahren häufiger bevorzugt als von den jüngeren Menschen zwischen 18 und 39 Jahren. Umgekehrt favorisieren jüngere Wahlberechtigte (26 Prozent) stärker eine Bundesregierung unter Leitung der Grünen als ältere Menschen (16 Prozent).

48 Prozent der FDP-Wähler präferieren ein von CDU/CSU geleitetes Bündnis. Die Anhänger der Linken wünschen sich eher eine SPD-Führung (33 Prozent) als eine Führung unter den Grünen (25 Prozent). Für die Mehrheit der AfD-Anhänger (57 Prozent) ist keine der drei Optionen wünschenswert. 

Die Unzufriedenheit mit dem Corona-Krisenmanagement der Politik nimmt langsam ab, ist aber immer noch ausgeprägt vorhanden. 65 Prozent der befragten Wahlberechtigten äußerten sich unzufrieden damit, wie die Corona-Maßnahmen begründet und erklärt werden – das waren sieben Prozentpunkte weniger als im April. Zufrieden mit der Kommunikation waren 32 Prozent, fünf Prozentpunkte mehr als im April. 

Gut jeder Dritte (36 Prozent) äußerte sich positiv zur Impfkampagne. Anfang April 2021 war es nur jeder Siebte (15 Prozent). 62 Prozent sind mit dem Impf-Management nicht zufrieden – minus 21 Punkte im Vergleich zum April.

Für den "Deutschlandtrend" befragte das Institut Infratest dimap im Auftrag des ARD-"Morgenmagazins" vom 10. bis 11. Mai insgesamt 1198 Wahlberechtigte in Deutschland. Die Fehlertoleranz liegt bei zwei bis drei Prozentpunkten.

fs AFP DPA

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