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Auftritt beim Dreikönigstreffen der FDP Dirk Niebel im Kreuzfeuer der Kritik


Die Führungskrise in der FDP spitzt sich zu: Nach seiner Rede beim Dreikönigstreffen wird die Kritik an Dirk Niebel lauter. Der FDP-Nachwuchs ruft dagegen zur Disziplin auf.

Nach den schweren Konflikten beim Dreikönigstreffen der FDP am Wochenende gerät nun verstärkt Entwicklungsminister Dirk Niebel in die Kritik. Seine FDP-Kabinettskollegin, Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, kritisierte Niebel für seine Stuttgarter Äußerungen zur Führungskrise der Liberalen. Im Bayerischen Rundfunk (Bayern 2) sagte sie am Montag, als Mitglied in der FDP-Führung habe Niebel zwar auch seine Sorgen um die Partei zum Ausdruck zu bringen - es zähle aber in der Politik, was am besten für die Bürger sei, "und nicht, dass man seine Selbstbefindlichkeit darlegt". Eine solche Ausbreitung des Seelenlebens nach außen beschädige die Partei.

Lasse Becker, der Vorsitzende der Jungen Liberalen (JuLis), warf dem Entwicklungsminister am Montag auf Radio eins vom RBB "mediale Selbstbefriedigung" vor - die brauche "kein Mensch in dieser Partei". Becker weiter: "Dirk Niebel glaubt, dass Dirk Niebel eine gute personelle Alternative ist - aber ich glaube, außer Dirk Niebel glaubt das niemand in der Partei."

"Die Menschen wollen ordentliche Politik"

Der Chef des FDP-Nachwuchses rief aber auch die FDP-Führung insgesamt zur Disziplin auf: "Ich würde mir wünschen, dass sich endlich (Philipp) Rösler, (Rainer) Brüderle und vielleicht noch ein paar andere wie (Guido) Westerwelle und Schnarrenberger als Team vor der Bundestagswahl begreifen würden und gemeinsam für ein möglichst gutes Ergebnis kämpfen." Becker fügte hinzu: "Ganz im Ernst, den Menschen da draußen ist absolut egal, wie das Schicksal von Philip Rösler aussieht, wie die Zukunft von Rainer Brüderle aussieht oder der Egotrip von Dirk Niebel - die Menschen wollen ordentliche Politik, und wenn man nur über sich selbst redet, dann bekommt man die zumindest nicht sichtbar."

Leutheusser-Schnarrenberger geht trotz der parteiinternen Streitigkeiten nicht davon aus, dass es vor der Landtagswahl am 20. Januar in Niedersachsen einen FDP-Sonderparteitag geben wird. "Wir werden uns hoffentlich auf die politische Arbeit konzentrieren und alle Spekulationen, was wäre wenn, hoffentlich einstellen, und damit nicht die Bürgerinnen und Bürger belästigen."

kave/DPA DPA

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