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Berlin-Wedding: Geld für Dschihadisten gespendet? Polizei findet wohl 15.000 Euro in Salafisten-Moschee

Hat der Imam der As-Sahaba-Moschee in Berlin-Wedding Geld für einen dschihadistischen Terroristen in Syrien gesammelt? Wegen dieses Verdachts haben Ermittler die Moschee durchsucht.

Vermummte Ermittler tragen unter Schutz des SEK Kartons und Tüten aus einer Moschee in Berlin-Wedding

Polizisten tragen Beweismittel aus der As-Sahaba-Moschee in Berlin-Wedding

DPA

Mit einer Razzia ist die Berliner Polizei gegen Teile der islamistischen Szene in der Hauptstadt vorgegangen. Am Dienstagmorgen durchsuchten Kriminalbeamte nach Angaben der Polizei die salafistische As-Sahaba-Moschee im Stadtteil Wedding und zwei bis drei Wohnungen oder andere Räume. Der 45-jährige Imam der Moschee soll einem dschihadistischen Terroristen in Syrien Geld "für den Erwerb von Ausrüstungsgegenständen zur Begehung terroristischer Straftaten" zur Verfügung gestellt haben, wie die Staatsanwaltschaft über Twitter mitteilte.

Bei den Ermittlungen der Kriminalpolizei und der Staatsanwaltschaft geht es um den Verdacht der Unterstützung und Finanzierung von Terroristen. Beschuldigter ist der Imam, der eigentlich Ahmad A. heißt. Die Polizei beschlagnahmte Datenträger, also Computer, USB-Sticks, Festplatten oder Smartphones. Die Daten sollen untersucht und ausgewertet werden, wie ein Polizeisprecher sagte. Der Berliner "Tagesspiegel" berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise, der 45-jährige A. habe 500 Euro nach Syrien geschickt. Bei der Razzia seien zudem 15.000 Euro beschlagnahmt worden, was für einen Sozialhilfeempfänger wie A. überraschend viel Geld sei

Etwa 100 Polizisten im Einsatz

Unterstützt wurde der für politisch motivierte Kriminalität zuständige Staatsschutz der Polizei auch von einem Spezialeinsatzkommando. Im Einsatz waren insgesamt etwa 100 Beamte. Wo die weiteren Durchsuchungen waren, teilte die Polizei zunächst nicht mit.

Die As-Sahaba-Moschee wird vom Berliner Verfassungsschutz beobachtet, weil sie wie die Al-Nur-Moschee in Neukölln und die Ibrahim-al-Khalil-Moschee in Tempelhof als Treffpunkt radikaler Salafisten gilt. Im ihrem Bericht 2017 schreiben die Verfassungsschützer, die As-Sahaba-Moschee und der Trägerverein "Die Gefährten" zählten seit Jahren zu den bekannten salafistischen Institutionen Berlins. "Die Moschee und ihr Imam 'Abul Baraa' sind dem politischen Salafismus zuzurechnen."

Imam verbreitet Salafisten-Ideologie

Der Imam habe seine salafistischen Ansichten auch bei Vorträgen in anderen Moscheegemeinden in Dortmund, Dormagen (NRW), Bendorf (Rheinland-Pfalz), Pforzheim (Baden-Württemberg) und Braunschweig (Niedersachsen) verbreitet. Der Prediger sei ein bedeutender Multiplikator salafistischer Ideologien. 

Die As-Sahaba-Moschee sei zudem ein überregionaler Anziehungspunkt für salafistisch Interessierte, was sich an sogenannten Islamseminaren und -kursen mit bekannten Gastpredigern aus Bonn und Leipzig zeige. "In der Regel achten die Prediger in ihren Vorträgen darauf, dass ihre Äußerungen keinen Anlass für staatliche Sanktionen bieten. Problematisch sind diese Seminare dennoch, weil sie einen Rahmen für Gruppenbildung und die Beeinflussung mit extremistischem Gedankengut durch oft charismatische Vortragende bieten."

Quellen: Tagesspiegel, Generalstaatsanwaltschaft Berlin

tkr / DPA