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Birgit Hogefeld: Letzte Ex-RAF-Terroristin kommt frei

Die Gefängnistür für die letzte inhaftierte Ex-RAF-Terroristin geht nun auf. Birgit Hogefeld wird in den kommenden Wochen nach 18 Jahren hinter Gittern entlassen. Ein düsteres Kapitel der bundesdeutschen Geschichte schließt sich.

Birgit Hogefeld war die letzte aus der linksextremen Terrorgruppe "Rote-Armee-Fraktion" (RAF), die noch hinter Gittern saß. Nun kommt auch sie auf freien Fuß. Die gebürtige Wiesbadenerin, die u.a. wegen mehrfachen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden war, verlässt in den kommenden Wochen nach 18 Jahren das Gefängnis, teilte das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt mit. Ihre Reststrafe wird zur Bewährung ausgesetzt. Hogefeld war nach einer Schießerei im Juni 1993 in Bad Kleinen in Mecklenburg-Vorpommern verhaftet worden.

Der 4. Strafsenat des OLG habe in seiner Entscheidung berücksichtigt, "dass sich die Verurteilte in deutlicher Form von der RAF losgesagt und ihrerseits die persönliche Verantwortung für die von der damaligen RAF begangenen Straftaten übernommen hat". Die Gefängnisleitung habe das Verhalten Hogefelds als "beanstandungsfrei" bezeichnet, heißt es in der OLG-Mitteilung.

Hogefeld ist bereits seit 2009 Freigängerin im offenen Vollzug. Nach der Freilassung von Christian Klar war sie das letzte RAF-Mitglied, das eine lebenslange Freiheitsstrafe verbüßte. Zweimal war die 54-Jährige mit einem Gnadengesuch am früheren Bundespräsidenten Horst Köhler gescheitert.

Birgit Hogefeld wird der dritten Generation der RAF zugerechnet, deren Anschläge in den achtziger Jahren bis heute nicht vollständig aufgeklärt sind. Den damaligen Attentaten fielen unter anderem 1989 Deutsche-Bank-Chef Alfred Herrhausen, 1986 der Siemens-Manager Karl-Heinz Beckurts und 1991 der Präsident der Treuhandanstalt, Detlev Karsten Rohwedder, zum Opfer.

mid/AFP/DPA / DPA