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Die Morgenlage: Historisches Votum: Amtsenthebungsverfahren gegen Trump eingeleitet

US-Oppositon stimmt für Trump-Amtsenthebung +++Ausnahmezustand wegen Buschbränden in Australien erklärt +++ Queen eröffnet britisches Parlament +++ Die Nachrichtenlage am Donnerstag.

Donald Trump geht in die Geschichte ein: als dritter US-Präsident, gegen den ein Amtsenthebungsverfahren eröffnet wurde

Donald Trump geht in die Geschichte ein: als dritter US-Präsident, gegen den ein Amtsenthebungsverfahren eröffnet wurde

AFP

Guten Morgen, liebe Leserinnen und liebe Leser,

das Repräsentantenhaus hat nun auch offiziell das Amtsenthebungsverfahren gegen Donald Trump eröffnet. Nach einer zehnstündigen Debatte haben die Abgeordneten der Demokraten für das Impeachment gestimmt. Nun liegt es am Senat, die Sache weiterzuverfolgen. Das wird vermutlich im nächsten Jahr passieren, doch niemand rechnet damit, dass die republikanisch-dominierte Kammer einer Amtsenthebung Trumps zustimmt. 

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag

Die Ergebnisse der Impeachment-Abstimmung 

Die Abgeordneten stimmten mit klarer Mehrheit für beide Anklagepunkte in der Ukraine-Affäre: Amtsmissbrauch und Behinderung des Kongresses. Die von den Demokraten dominierte Kongresskammer stimmte mit 230 zu 197 Stimmen für den Vorwurf des Amtsmissbrauchs. Eine Mehrheit von 229 zu 198 Stimmen gab es für die Anschuldigung der Behinderung des Kongresses bei der Untersuchung der Ukraine-Affäre. Während die Demokraten nahezu geschlossen für die Anklageerhebung stimmten, votierten Trumps Republikaner nahezu geschlossen dagegen.

Donald Trump neben dem US-Senat

Im Weißen Haus zeigte man sich erbost, Sprecherin Stephanie Grisham sprach von einer "verfassungswidrigen Farce". Der Präsident gibt sich aber überzeugt, dass ihn im - von seinen Republikanern dominierten - Senat ein fairer Prozess erwartet, in dem er vollständig entlastet wird. Doch egal wie es ausgehen wird - an Trump wird ein Makel hängen bleiben.


AfD-Bundestagsabgeordneter Herrmann verlässt Partei und Fraktion

Der sächsische AfD-Bundestagsabgeordnete Lars Herrmann ist aus seiner Partei und Fraktion ausgetreten - aus Protest gegen deren Kurs. Er werde aber als fraktionsloser Abgeordneter weiter im Bundestag bleiben, sagte er. Zur Begründung gab er an, er sei wegen Kritik am thüringischen AfD-Vorsitzenden und "Flügel"-Chef Björn Höcke aus der Landesgruppe Sachsen im Bundestag ausgeschlossen worden, ohne angehört worden zu sein. Herrmann begründete seinen Schritt auch damit, dass der sächsische Landesverband und sein Kreisverband Leipzig-Land mit Vertretern des rechtsnationalen "Flügels" besetzt seien.

Ausnahmezustand wegen Buschbränden in Australien erklärt

Wegen der verheerenden Buschbrände in Australien haben die Behörden einen siebentägigen Ausnahmezustand für die Millionenmetropole Sydney und den Bundesstaat New South Wales ausgerufen. Grund seien die "katastrophalen Wetterbedingungen", erklärte die Regierungschefin des Bundesstaats, Gladys Berejiklian. In New South Wales wüten seit Wochen rund hundert Buschbrände, von denen bislang nur etwa die Hälfte unter Kontrolle gebracht werden konnte. Zugleich herrscht eine Rekordhitze.

Schalke-Fan stirbt auf dem Weg ins Wolfsburg-Stadion

Ein 41 Jahre alter Fußballfan des FC Schalke 04 ist auf dem Weg zum Bundesliga-Match gegen den VfL Wolfsburg in Niedersachsen gestorben. Der Mann sei auf dem Weg ins Stadion "wie aus dem Nichts" zusammengebrochen, sagte ein Polizeisprecher. Die Todesursache war zunächst unklar. Im Stadion machte Information über den Todesfall schnell die Runde. Der Stadionsprecher der Wolfsburger informierte dann während der Partie darüber. Aus Respekt und Anteilnahme verzichteten beide Fanlager in der zweiten Halbzeit auf die Anfeuerung ihrer Mannschaft.

Das wird heute wichtig

Putins 15. Pressekonferenz fällt in schwierige Zeiten

Kremlchef Wladimir Putin gibt seine 15. große Pressekonferenz. 1895 Journalisten aus aller Welt und allen Teilen des größten Landes der Erde mit seinen elf Zeitzonen sind zu dem Großereignis im internationalen Handelszentrum in Moskau akkreditiert, wie der Kreml mitteilte. Gestellt werden dürften alle Fragen, sagte Putins Sprecher Dmitri Peskow. Derzeit herrscht in Russland verbreitet Krisenstimmung.

Queen eröffnet Parlament mit Verlesung von Regierungsprogramm

Die britische Königin Elizabeth II. eröffnet das Parlament in London nach der Wahl in der vergangenen Woche. Die Queen verliest dabei das Regierungsprogramm von Premierminister Boris Johnson. Dessen Konservative haben Dutzende Mandate hinzugewonnen und nun einen Vorsprung von 80 Sitzen auf alle anderen Parteien.

Aktionärstreff bei Heckler & Koch wird zum öffentlichen Machtkampf

Beim Waffenhersteller Heckler & Koch wird die Hauptversammlung ab 9 Uhr zu einem Kräftemessen. Zwei Großaktionäre treten bei dem Aktionärstreffen in Rottweil gegeneinander an: Der Mehrheitsaktionär Andreas Heeschen will sich selbst in den Aufsichtsrat wählen, obwohl er den Großteil seines Aktienpakets verkaufen will. Die Luxemburger Finanzholding CDE will die Wahl Heeschens hingegen verhindern - sie will die Anteile haben und die Mehrheit übernehmen, wofür aber noch das grüne Licht von der Bundesregierung fehlt.

EuGH urteilt zu umgekipptem Kaffee im Flugzeug

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) urteilt um 9.30 Uhr zu Schadenersatzansprüchen bei umgekipptem Kaffee im Flugzeug. Dabei geht es um die Frage, inwieweit Fluggesellschaften verantwortlich gemacht werden können. Hintergrund ist der Fall eines Mädchens, das auf einem Flug von Mallorca nach Wien mit heißem Kaffee verbrüht wurde.

ivi/mad/nik / DPA / AFP