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Die Morgenlage Trauer nach Feuerkatastrophe im Krefelder Zoo - Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Brandstiftung

Ein Mann in schwarzer Windjacke betrachtet die verkohlten Trümmer des Affen-Tropenhauses im Zoo Krefeld
Im Krefelder Zoo kostete ein Großbrand den Bewohnern des Affentropenhauses das Leben. "Chinesische Fackeln" könnten den Brand ausgelöst haben. Die Fackeln aus Kerzen und Papiertüten sind bundesweit verboten. Für die Tiere aus dem Affentropenhaus im Krefelder Zoo ist die Silvesternacht tödlich zu Ende gegangen. Bei einem Großbrand wurde das Gebäude bis auf die Grundmauern niedergebrannt, die Polizei ermittelt noch immer unvoreingenommen nach der Brandursache, hat jedoch schon erste Hinweise, darauf, wie der Brand entstanden sein könnte. Zoodirektor Wolfgang Dressen zeigte sich am Neujahrstag sehr bestürzt: "Trauer kann ich nur noch einmal deutlich hervorheben. Bitte gehen Sie davon aus, dass unsere Tierpfleger, und gerade die Tierpfleger, die im Menschenaffenhaus, im Affentropenhaus arbeiten, seit Jahrzehnten arbeiten, entsprechende Bindungen zu diesen wunderbaren Tieren aufbauen. Das sind eben ähnliche Bindungen, wie Sie sie auch als Privatmensch zu Ihren Haustieren aufbauen, ähnlich intensiv, aber natürlich auch anders. (SCHNITT) Wir haben den ältesten Gorilla, Massa, der ein Opfer dieser Flammen geworden ist, hier in Europa, mit 45 Jahren. Ich bin vor dreißig Jahren hier hingekommen, da war er noch in seiner vollen Blüte, hat noch Junge produziert, mit seinen Weibchen, die in der Gruppe waren. Und ich habe ihn eben altern sehen, wie er jetzt halt in den letzten Jahren zunehmend ein altes Männchen, ein alter, ein seniler Mann wurde, aber trotzdem ein würdiges Tier war."
Die Krefelder Feuerwehr hatte um kurz nach halb eins einen Notruf erhalten, aber hatte bei ihrer Ankunft fünf Minuten später erkennen müssen, dass der Brand nicht mehr aufzuhalten war. Allerdings hörten die Einsatzkräfte Geräusche aus dem Gebäude, als das Feuer gelöscht war. "Es grenzt an ein Wunder, zwei Schimpansen haben diesen Feuer-Moloch überlebt." Es handelt sich um die etwas ältere Schimpansin Bally und das Nachwuchsmännchen Limbo. Polizeisprecher S erklärte, erste Hinweise deuten auf eine fahrlässige Brandstiftung hin - Zeugen sagten, sie hätten sogenannte "chinesische Fackeln" in der Luft gesehen. "Ich habe eben einige von denen schon gesehen, da stehen auch handschriftliche Dinge drauf, gute Wünsche, die sich aber so nicht erfüllt haben. Wir werden die Fackeln natürlich uns näher anschauen, und kriminaltechnisch untersuchen, sowohl was die Bauart, die Herkunft und so weiter betrifft. Aber ich habe schon gesehen, die sind teilweise handgeschrieben worden, wir werden gucken, was wir da rauskriegen."
Die Polizei geht davon aus, dass es aufgrund der belebten Silvesternacht zahlreiche Zeugen dafür geben muss, wer die Fackeln hat fliegen lassen. "Aber am ehesten würde ich auch noch einen Appell an diejenigen senden, die die tatsächlich selbst gestartet haben. Die sollen sich bei uns melden, es kann ihre Situation nur verbessern. Das Affentropenhaus war in den Siebzigerjahren eines der ersten seiner Art für Menschenaffen.
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Nach Feuerkatastrophe in Zoo - Sachverständige ermitteln Hergang +++ Berlin zieht Bilanz im Kampf gegen Clan-Kriminalität +++ Deutsche Handballer starten EM-Vorbereitung +++ Die Nachrichtenlage am Donnerstag.

Guten Morgen, liebe Leserinnen und liebe Leser,

das neue Jahr begann im Krefelder Zoo mit einer Tragödie: Das Affenhaus brannte komplett aus. Mehr als 30 Tiere starben, darunter viele Menschenaffen. Ein Millionenschaden entstand. Eine zu Neujahr gezündete Himmelslaterne könnte das Feuer ausgelöst haben. Vor den Toren des traditionsreichen Tierparks legten viele Menschen, oft unter Tränen, Kerzen, Blumen, Briefe und Stofftiere ab. "Gestorben für euer Silvestervergnügen", stand auf einem Karton. Die Fahnen des Zoos hingen auf halbmast. 

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag:

Feuerkatastrophe Krefelder Zoo - Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Brandstiftung

Nach dem verheerenden Brand im Affenhaus bleibt der Krefelder Zoo am Donnerstag weiter geschlossen. Bei dem Feuer waren in der Nacht zu Neujahr mehrere Menschenaffen gestorben, darunter Orang-Utans, Gorillas und ein Schimpanse. Am Neujahrstag untersuchten Kriminalpolizei und Sachverständige den Brandort. Das Ergebnis wird für Donnerstag erwartet. Die Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Brandstiftung. Es entstand ein Millionenschaden.

Die Tiere, die ums Leben gekommen sind, seien ein unersetzlicher Verlust, auch für die Erhaltungsprogramme, sagte der Direktor des Kölner Zoos, Theo Pagel, wie der "Kölner Stadt-Anzeiger" online berichtete.

Wenige Stunden nach der Feuerkatastrophe hatten sich am Mittwoch mögliche Verursacher des Brandes bei der Polizei gemeldet. Die Ermittler meinen, dass eine in der Nacht zu Neujahr gezündete Himmelslaterne den Brand ausgelöst haben könnte. Diese in Deutschland verbotenen Leuchtkörper waren im nordrhein-westfälischen Krefeld gesichtet worden. "Die Polizei hat die Personen vernommen und wird ihre Angaben überprüfen", erklärte die Polizei. Die Überprüfung der Angaben werde aber einige Zeit dauern.

Urlauber in Australien sollen Brandgebiete innerhalb von 48 Stunden verlassen

Tausende Urlauber in Australien sind von den Behörden angewiesen worden, von den Buschbränden bedrohte Gebiete im Südosten des Landes bis Samstag zu verlassen. Die Feuerwehr im Bundesstaat New South Wales wies eine große Sperrzone für Touristen entlang der Küste aus. Alle Urlauber sollen innerhalb von 48 Stunden aus dieser Zone ausreisen.

Immer noch Tausende Säcke mit zerrissenen Stasi-Akten

Rund 30 Jahre nach dem Mauerfall können zerrissene Stasi-Akten in Tausenden Säcken immer noch nicht ausgewertet werden. Die Papiere werden zurzeit ausschließlich per Hand zusammengesetzt - die vor zwei Jahren gestoppte Rekonstruktion per Computer sei bislang nicht wieder in Gang gekommen, sagte der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, der Deutschen Presse-Agentur. "Aber wir geben nicht auf", betonte der frühere DDR-Oppositionelle.

Das wird heute wichtig:

Berlin präsentiert Bilanz des Kampfes gegen Clan-Kriminalität

Die Polizeipräsidentin von Berlin, Barbara Slowik, gibt heute bekannt, welche Erfolge die verstärkte Aktivität der Behörden gegen kriminelle Mitglieder arabischstämmiger Clans gebracht haben. Der Berliner Senat hatte vor knapp einem Jahr einen Fünf-Punkte-Plan zur besseren Bekämpfung von derartigen Gruppierungen beschlossen. Seither gehen Polizei und Staatsanwaltschaft verstärkt mit Razzien und Ermittlungen gegen kriminelle Clans vor.

Koalition in Österreich stellt Regierungsprogramm vor

In Österreich wollen die konservative ÖVP von Sebastian Kurz und die Grünen das Programm der ersten Wiener Koalition mit Beteiligung der Ökopartei präsentierten. Als stärkste Partei wird die ÖVP die meisten Ministerposten erhalten. An die Grünen gehen vier Ministerien, darunter ein "Superministerium" für Umwelt, Verkehr, Energie und Technologie. Grünen-Chef Werner Kogler wird Vizekanzler. Die Grünen sollen auf einem außerordentlichen Parteitag am Samstag über die Regierungsbeteiligung abstimmen. Ab Montag könnte dann die neue Regierung ins Amt eingeführt werden.  

Die ÖVP (37,5 Prozent) und die Grünen (13,9 Prozent) waren als die großen Gewinner aus der Wahl Ende September hervorgegangen. Die FPÖ, die im Dezember 2017 mit der ÖVP eine Koalition gebildet hatte, wurde unter anderem wegen der Ibiza-Affäre um ihren Ex-Parteichef Heinz-Christian Strache abgestraft.

Türkei entscheidet über Truppen-Entsendung nach Libyen 

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan will sich vom Parlament die ein Jahr gültige Erlaubnis holen, Truppen in das Bürgerkriegsland Libyen zu schicken. Die Abstimmung soll um 12 Uhr beginnen und kann sich bis in den Abend hineinziehen. Eine Zustimmung für die Militärintervention gilt als sicher, da Erdogans islamisch-konservative AKP in der Regierungsallianz mit der ultranationalistischen MHP eine Mehrheit hat.

Deutsche Handballer starten direkte EM-Vorbereitung

Deutschlands Handballer starten in Frankfurt am Main in die direkte Vorbereitung auf die Europameisterschaft. Zum Lehrgang gehören auch die abschließenden Testspiele gegen Island am Samstag in Mannheim und gegen Österreich am kommenden Montag in Wien. Bundestrainer Christian Prokop hat 17 Spieler für die heiße Vorbereitungsphase auf die Endrunde vom 9. bis 26. Januar in Norwegen, Österreich und Schweden nominiert. Vor dem Auftaktspiel gegen die Niederlande muss er noch einen Akteur aus seinem Kader aussortieren.

mad / anb DPA AFP

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