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Russland-Kontakte Trump wettert via Twitter: "Blinder Hass", "Unsinn"

US-Präsident Donald Trump weist mit seinen Zeigefingern in unterschiedliche Richtungen
"Very un-American": Donald Trump fühlt sich durch Presse-Enthüllungen über Russland-Kontakte seiner Vertrauten offenbar angegriffen.
© Saul Loeb/AFP
Die Enthüllung über Russland-Kontakte seiner Vertrauten hat Donald Trump offenbar sehr getroffen. In einer Serie wütender Tweets weist er die Vorwürfe zurück und greift seinerseits die Presse und die Geheimdienste an.

Als Donald Trump sich nach dem Aufwachen auf den aktuellen Stand der Dinge brachte, muss er regelrecht aus der Haut gefahren sein. Jedenfalls wies er Berichte der "New York Times", sein Team habe während des Wahlkampfs im Kontakt mit russischen Geheimdiensten gestanden, in einer regelrechten Kaskade an Twitter-Meldungen zurück. Die ganze Affäre sei "Unsinn", schrieb Trump. Es handele sich hierbei "nur um einen Versuch, die vielen Fehler zu verdecken, die in der Verlierer-Kampagne von Hillary Clinton gemacht" worden seien, schrieb Trump mit Blick auf seine ehemalige Konkurrentin um die Präsidentschaft.

Den Inhalt der Berichte zu widerlegen, versuchte Trump dabei nicht. Stattdessen griff er in insgesamt sechs, in kurzer Folge veröffentlichten Tweets einige US-Medien und die "Geheimdienst-Community" - namentlich die NSA und das FBI - an. Zudem schwenkte er auf die Krim-Frage, in der er durch die Forderung, Russland müsse die Halbinsel an die Ukraine zurückgeben, zuvor Stellung bezogen habe. In diesem Zusammenhang machte er seinem Vorgänger Vorwurfe. Russland habe die Krim während der Amtszeit von Barack Obama annektiert. Obama sei wohl gegenüber Russland zu lasch gewesen, twitterte Trump, der selbst in den vergangenen Wochen durch Putin-freundliche Äußerungen in den USA für Irritationen gesorgt hatte.

Geheiminformation wie Süßigkeiten verteilt

Trump beklagte sich, dass als geheim eingestufte Informationen illegal "wie Süßigkeiten" an die Presse verteilt worden seien - "durch 'Geheimdienste'". Die "New York Times", die "Washington Post", "CNN" und "MSNBC" kritisierte er erneut als "fake news media". Dagegen lobte er ausdrücklich die Sendung "Fox & Friends" des konservativen Senders "Fox News" und  den Kolumnisten Eli Lake von "The Bloomberg View", der in einem Beitrag empfohlen habe, NSA und FBI sollten sich nicht die Politik einmischen. Lake bedankte sich:

Seit Trumps Amtsantritt gelangen immer wieder selbst heikle Informationen an die Öffentlichkeit. Dies hatte Trump am Dienstag in einem Tweet als "die eigentliche Frage" bezeichnet.

Die US-Regierung steht derzeit wegen der mutmaßlichen Verbindungen von Trump-Vertrauten nach Moskau unter Druck. Erst am Montag war der Nationale Sicherheitsberater Michael Flynn zurückgetreten. Er soll noch vor dem Amtsantritt der neuen Regierung und damit ohne Befugnis mit Russlands Botschafter in Washington, Sergej Kisljak, über die US-Sanktionen gegen Moskau gesprochen haben. Am Morgen berichtete die "New York Times" dann, mehrere führende Mitarbeiter des Trump-Wahlkampfteams hätten in Kontakt zu ranghohen russischen Geheimdienstmitarbeitern gestanden. US-Ermittler versuchten derzeit herauszufinden, ob Trumps Wahlkampfteam mit Moskau zusammengearbeitet hat, um Clintons Kampagne zu manipulieren.

Dokumentation der Morgen-Tweets von Donald Trump:

dho mit AFP

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