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"New York Times"-Bericht: Trumps Wahlkampfteam soll mit russischen Geheimdiensten Kontakt gehabt haben

Den Moskau-Verbindungen von Donald Trumps Wahlkampfteam gehen bereits diverse Kongress-Ausschüsse nach. Jetzt berichtet die "New York Times", führende Kampagnen-Mitarbeiter hätten Kontakte zu russischen Geheimdienstlern gehabt.

Donald Trump telefoniert Ende Januar im Oval Office mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin

Donald Trump telefoniert Ende Januar im Oval Office mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. Den Russland-Kontakten von Trumps Wahlkampfteam gehen bereits diverse Ausschüsse des Kongresses nach.

In der Affäre um die Russland-Verbindungen von Vertrauten von US-Präsident Donald Trump werden die Vorwürfe immer schwerwiegender. Mehrere führende Mitarbeiter von Trumps Wahlkampfteams hätten im Wahlkampfjahr wiederholt mit ranghohen russischen Geheimdienstmitarbeitern in Kontakt gestanden, berichtet die "New York Times" unter Berufung auf "vier derzeitige und frühere US-Behördenvertreter". Abgefangene Telefonate und Mitschnitte belegten die Kontakte. Zweck und Inhalte der Gespräche wurden nicht bekannt. Namentlich wurde Trump-Mitarbeiter Paul Manafort genannt.

Manafort nennt Vorwürfe "absurd"

Besonders brisant an den Telefonaten ist der Zeitung zufolge, dass sie "etwa zu derselben Zeit" stattgefunden hätten, als die Behörden zunehmend Hinweise darauf erhalten hätten, dass Russland versuche, durch Cyberangriffe auf die US-Demokraten die Präsidentschaftswahl in den USA zu stören. Die Zeitung berief sich bei dieser Einordnung auf drei der von ihr befragten Behördenvertreter, die sich demnach privat zu den laufenden Untersuchungen im Zusammenhang mit dem Rücktritt Flynns äußerten. Beweise für eine mögliche Zusammenarbeit mit Moskau gibt es demnach aber bislang nicht.

Manafort war für mehrere Monate Chef von Trumps Wahlkampfteam. Der Politikberater, der enge Kontakte nach Russland und in die Ukraine pflegt, nannte den Bericht "absurd". "Ich habe niemals wissentlich mit russischen Geheimdienstbeamten gesprochen und ich war niemals an irgendetwas beteiligt, das mit der russischen Regierung oder der Verwaltung von (Präsident Wladimir) Putin oder den anderen Angelegenheiten zu tun hat, die heute Gegenstand von Untersuchungen sind", sagte Manafort der Zeitung.

FBI soll Flynn schon frühzeitig befragt haben

Zum Fall des zurückgetretenen Nationalen Sicherheitsberaters Michael Flynn berichtet die "New York Times", die Bundespolizei FBI habe den Trump-Vertrauten schon in den ersten Tagen nach dem Amtsantritt des US-Präsidenten am 20. Januar befragt. Die FBI-Beamten hätten dabei den Eindruck gewonnen, Flynn sei nicht ganz offen gewesen. Bereits am 26. Januar und damit kurz nach der Befragung hatte die damalige kommissarische Justizministerin Sally Yates das Weiße Haus gewarnt, dass Trumps Sicherheitsberater möglicherweise durch Moskau erpressbar sein könnte.

Flynn war wegen Falschbehauptungen über Telefonate mit dem russischen Botschafter zurückgetreten. Er soll noch vor dem Amtsantritt der neuen Regierung und damit ohne Befugnis mit Russlands Botschafter in Washington, Sergej Kisljak, über die US-Sanktionen gegen Moskau gesprochen haben. Flynn räumte in seiner Rücktrittserklärung ein, dass er Vizepräsident Mike Pence durch "unvollständige Informationen" in Schwierigkeiten gebracht habe. Falschaussagen gegenüber dem FBI können strafrechtliche Folgen haben.

US-Zeitungen hatten berichtet, Flynn habe Kisljak zugesichert, dass sich Washington unter Trump nachsichtiger gegenüber Moskau zeigen werde als die Vorgängerregierung. Diese Zusicherungen kamen ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, als Trumps Vorgänger Barack Obama wegen der mutmaßlichen russischen Cyber-Interventionen neue Strafmaßnahmen gegen Russland verhängte.

Spicer stellt sich vor Donald Trump

Präsidentensprecher Sean Spicer versuchte am Dienstag, Trump selbst aus der Schusslinie zu halten. Auf Spekulationen, ob der Präsident Flynn den Auftrag gegeben habe, mit Kisljak über die Sanktionen zu reden, sagte Spicer: "Nein, absolut nicht. Nein, nein, nein." Zugleich reklamierte Spicer für seinen Chef, dieser habe Flynn zum Rücktritt aufgefordert. Nach den Hinweisen des Justizministeriums habe der Präsident "instinktiv gedacht, dass General Flynn nichts Falsches getan hat". Doch die Entwicklung und der Vertrauensverlust "als ein Ergebnis der Situation und anderer fragwürdiger Vorgänge" hätten ihn bewogen, Flynn den Rücktritt nahezulegen.

Den Russland-Kontakten des Trump-Teams gehen bereits diverse Ausschüsse des Kongresses nach. Der republikanische Mehrheitsführer im Senat, Mitch McConnell, bezeichnete es als "sehr wahrscheinlich", dass Flynn vor einem Geheimdienstausschuss aussagen müsse.

mad / AFP