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Edathy-Affäre Bosbach beschuldigt BKA-Chef Ziercke


CDU-Politiker Wolfgang Bosbach wirft BKA-Chef Jörg Ziercke "offensichtlich falsche" Auskünfte vor. Vor dem Innenausschuss soll nun geklärt werden, warum der Name Edathy so spät bekannt wurde.

Der Präsident des Bundeskriminalamts (BKA), Jörg Ziercke, gerät in der Edathy-Affäre immer mehr unter Druck - und muss sich an diesem Mittwoch erneut vor dem Innenausschuss des Bundestages rechtfertigen. Zur Erklärung, warum der Name des SPD-Politiker Sebastian Edathy dem BKA im Zusammenhang mit Kinderpornografie erst so spät aufgefallen sei, habe Ziercke gesagt, "alle Fälle seien gleich behandelt worden", sagte der Vorsitzende des Bundestagsinnenausschusses, Wolfgang Bosbach (CDU), in einem Interview mit dem "Kölner Stadt Anzeiger".

Diese Auskunft sei "offensichtlich falsch", denn der Fall eines ebenfalls verdächtigen BKA-Mitarbeiters sei "offensichtlich vorgezogen" worden. Ziercke hatte beteuert, wegen hoher Arbeitsbelastung sei die Liste der Kunden von kanadischen Kinderpornohändlern erst rund ein Jahr nach dem Eingang ab Juli 2012 bearbeitet worden.

Edathy sei nicht bekannt genug gewesen

Inzwischen musste Ziercke bereits einräumen, dass bereits im Januar 2012 der Name eines BKA-Mitarbeiters auf der Liste entdeckt und an die Staatsanwaltschaft übergeben wurde. Edathy war zunächst nicht aufgefallen, weil er laut Ziercke nicht bekannt genug gewesen sei. Der Innenausschuss soll Ziercke am Vormittag ein weiteres Mal befragen. Weitere Fragen seien offen, erklärte Bosbach vorab. Sollte die Opposition einen Untersuchungsausschuss fordern, werde die Union dem zustimmen. "Wenn wir über die Presse mehr erfahren als nach stundenlangen Beratungen mit dem Präsidenten des BKA, dann darf man sich nicht wundern, wenn es einen Untersuchungsausschuss gibt", sagte Bosbach.

nck/AFP AFP

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