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Körting zur Terrorgefahr Anschlagsgefahr ist höher als zur Wahl 2009


Die derzeitige Terrorgefahr in Deutschland ist nach Einschätzung von Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) größer als vor der Bundestagswahl 2009. Es gebe "eine deutlich angespanntere Situation" als vor einem Jahr.

Die Sicherheitsbehörden halten die Anschlagsgefahr in Deutschland derzeit für größer als zur Bundestagswahl 2009. Damals hätten islamische Extremisten der Bundesrepublik vor allem eine Propagandaschlacht per Video und Internet geliefert, sagte Berlins Innensenator Ehrhart Körting am Donnerstag dem Deutschlandfunk. Nun gebe es aber Hinweise auf konkrete Anschlagsplanungen. "Ich schätze die Lage für brisanter ein als im Jahr 2009", sagte der SPD-Politiker. Die Möglichkeit eines Terroranschlags "ist in der Bundesrepublik Deutschland größer geworden".

Körting unterstützte Forderungen nach einer Vorratsdatenspeicherung, die den Sicherheitsbehörden Zugriff beispielsweise auf Telefonverbindungen verschafft. "Ich meine, wir brauchen das Instrument", sagte Körting. "Wir brauchen es auch zügig." Die Datenspeicherung sei zwar vor allem im Kampf gegen Schwerstkriminalität wie das organisierte Verbrechen nötig, könne aber auch in der Terrorbekämpfung nützlich sein.

Der Präsident der Bundespolizei, Matthias Seeger, forderte die Bevölkerung zu erhöhter Wachsamkeit auf: "Es ist sehr wichtig, dass die Bürger aufmerksam sind, atypisches Verhalten feststellen und melden", sagte er dem ZDF. Dies könne dabei helfen, Anschlagsvorbreitungen frühzeitig zu erkennen. Besonders gefährdet seien Orte, an denen sich viele Menschen versammelten wie an Bahnhöfen und Flughäfen. "Es besteht aber kein Anlass, die Weihnachtsmärkte nicht mehr zu besuchen."

Radikale Islamisten planen nach Angaben der Bundesregierung in den kommenden zwei Wochen Attentate in Deutschland. die Behörden haben die Sicherheitsvorkehrungen und Kontrollen an Bahnhöfen, Flughäfen und Grenzen verstärkt.

Reuters/AFP Reuters

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