KSK-Wagen Ministerium bestreitet Nazi-Symbolik


Das Verteidigungsministerium hat bestätigt, dass deutsche Soldaten ein Fahrzeug mit einer Palme bemalt haben, die an ein Wehrmacht-Symbol erinnert. Das Bild sei jedoch nicht verfassungswidrig. Der stern hatte von dem Vorfall berichtet.

Soldaten der Bundeswehr-Elitetruppe KSK sollen bei der Vorbereitung ihres Afghanistan-Einsatzes mit einem Wehrmacht- Symbol aufgetreten sein. Das Verteidigungsministerium bestätigte in Berlin, dass Ende 2001 im Vorbereitungslager auf der omanischen Halbinsel Masirah eine Palme auf ein Fahrzeug gemalt wurde. Der stern hatte berichtet, dass die Soldaten das nachgemachte Wehrmachtssymbol auf Geländefahrzeugen gesprüht hatten.

Das Symbol sei aber noch vor der Verlegung nach Afghanistan entfernt worden, weil dafür keine entsprechende Genehmigung des Ministeriums eingeholt worden war, hieß es von einem Ministeriumssprecher.

Ministerium: Kein verfassungswidriges Symbol

Das dem stern vorliegende Foto zeigt einen Wolf-Geländewagen, auf dessen Seitentür das nachgemachte Palmensymbol von Adolf Hitlers Deutschem Afrika-Korps aufgesprüht ist.

In der Mitte des Stammes der Palme befindet sich das Balkenkreuz, das von allen Bundeswehr-Einrichtungen verwendet wird. Daher handele es sich bei der Palme auch nicht um ein verfassungswidriges Symbol, betonte der Ministeriumssprecher. Es werde aber untersucht, warum die Palme auf die Fahrzeugtür gemalt wurde. Ein KSK-Soldat hatte dem stern gesagt: "Ein paar unserer Jungs sind Ewiggestrige und fanden es besonders schick, mit dieser Wehrmachtsinsignie herumzufahren."

Grünen fordern bessere Abstimmung

Die Grünen fordern vor diesem Hintergrund, die Einsätze des Kommandos Spezialkräfte (KSK) besser mit dem Bundestag abzustimmen. Grünen-Fraktionsvize Hans-Christian Ströbele sagte der "Berliner Zeitung": "Um so etwas unwahrscheinlicher zu machen, muss das KSK einer stärkeren Kontrolle des Parlaments unterliegen."

Das Foto und die Aussagen des Soldaten im stern werden möglicherweise den Verteidigungsausschuss des Deutschen Bundestages beschäftigen, der als Untersuchungsausschuss Misshandlungsvorwürfe des früheren US-Gefangenen Murat Kurnaz gegen KSK-Soldaten sowie Rolle und Tätigkeit der deutschen Spezialkräfte bei ihren streng geheimen Afghanistan-Einsätzen 2001/2002 untersuchen soll.

DPA/stern.de DPA

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