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Flüchtlinge : Dieser Fall zeigt das ganze Dilemma der deutschen Migrationspolitik

Der Bäcker Manfred Wagner findet kaum noch Nachwuchs für das Handwerk. Doch der aus Pakistan geflüchtete Sultan ist ein toller Mitarbeiter: Fleißig, pünktlich - und bald weg. Denn er soll abgeschoben werden. Ein Fall, der zeigt, wie kopflos deutsche Migrationspolitik funktioniert.

Bäckerei

Frisches Brot im Ofen: In einer Bäckerei in Irsch (Rheinland-Pfalz) soll ein Mitarbeiter abgeschoben werden (Symbolbild).

Picture Alliance

Bäckermeister Manfred Wagner versteht die Welt nicht mehr. In seiner Backstube in Irsch bei Saarburg in Rheinland-Pfalz arbeitet ein junger Mann, der vorbildlich seinen Job macht. "Der Junge hat seine Arbeit gemacht, er war pünktlich, er war immer da", berichtet Wagner der "SWR Landesschau" (Den Beitrag können Sie in der Mediathek ansehen). "Und dann heißt es auf einmal, er darf nicht mehr." Denn der junge Mann heißt Sultan Mohammad und kommt aus Pakistan. Und obwohl er gebrochen deutsch spricht, integriert ist, einen Job hat und für seinen Chef unverzichtbar geworden ist, soll er abgeschoben werden.

Der Fall des Bäcker-Mitarbeiters Sultan zeigt das ganze Dilemma der deutschen Migrationspolitik. Denn gerade die Handwerksfirmen suchen händeringend nach Auszubildenden. Laut dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) sinken die Zahlen neu eingestellter Azubis seit 2010 jährlich immer weiter. Vor allem Bäcker haben es schwer. Bildeten sie im Jahr 2008 noch rund 36.000 junge Menschen aus, waren es 2015 nur noch knapp 19.000. "Wir konkurrieren direkt mit der Industrie", sagt ein Münchner Bäcker  zur "DPA". Auch Bäcker Wagner kennt das Problem. "Wir finden keine Leute mehr zum Arbeiten. Keiner will mehr nachts um ein Uhr aufstehen. Ja, wo sollen wir denn Leute herkriegen", fragt Wagner im "SWR". "Wenn das so weiter geht, dann werden die kleinen Betriebe alle sterben."

Migration in Deutschland: Abschiebung statt Arbeit

Trotz guter Wirtschaftsleistung keinen Nachwuchs finden - das ist die bittere Realität in Deutschland. Auf der anderen Seite gibt es Männer wie Sultan, die arbeiten wollen. Er kam nach Deutschland, weil er vor der den Taliban geflohen sei, erzählt er. Die hätten seinen Bruder ermordet. Seine Mutter habe zu ihm gesagt: "Du bist als nächstes dran, geh", zitiert der "Volksfreund". In Deutschland bekam Sultan eine Arbeitserlaubnis, während sein Asylverfahren geprüft wurde. Und er kniete sich rein. "Ihm ist nichts zu viel. Er packt überall mit an und arbeitet mit Leib und Seele", sagt Wagner. Doch damit ist jetzt Schluss. "Ich bin traurig. Nicht mehr arbeiten, aber ich will arbeiten", sagt der 27-Jährige. Er finanziert sich selbst, wohnt in einem gemieteten Zimmer, zahlt Steuern und kommt gut mit seinen Kollegen aus. 

Geflüchtete wie er werden als Arbeitskräfte gebraucht. Zahlen aus dem Mai 2018 belegen, dass rund 300.000 Menschen aus den acht Haupt-Asylländern, die nach Deutschland geflüchtet sind, einen Job haben - rund 130.000 Menschen mehr als im Vorjahr. "Das sind Zahlen, die sind gut. Dafür, dass die Menschen aus humanitären Gründen gekommen sind und nicht, um hier einen Job zu finden",  sagt der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele. 

"Volkswirtschaftlicher Unsinn"

Doch was bringen diese Jobs und die Integration, wenn die Menschen dann abgeschoben werden? Dagegen mehrt sich nun Widerstand. So sagte der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, Michael Hüther, erst kürzlich zur "Bild": "Wer bereits im Land ist, muss aus dem Asyl-System ins System der Einwanderung von Fachkräften wechseln können", sagte Hüther. "Bisher verhindert das Gesetz diesen Spurwechsel. Ist der Krieg im Herkunftsland vorbei, droht, dass ein oft gut integrierter, geschätzter Kollege mit sicherem Einkommen das Land verlassen muss. Das überzeugt nicht, es ist volkswirtschaftlicher Unsinn!" Neben Flüchtlingsinitiativen sind es inzwischen auch Firmen, die diese Regelung kritisieren, wie der Outdoor-Hersteller Vaude oder die Schraubenfirma Würth.

Die Politik streitet nun über den Spurwechsel - dadurch sollen Geflüchtete, die integriert sind und arbeiten, aus dem Asylverfahren in die Erwerbsmigration wechseln können. Einer der Kritikpunkte: Die Politik will kein Anreizverfahren für Migranten schaffen. Eine Stichtagregelung könnte diese Sorgen nehmen. Noch wird hitzig darüber debattiert, wie das Dilemma zu lösen ist. 

Manfred Wagner scheinen diese Diskussion nicht mehr helfen zu können. Die zuständige Ausländerbehörde argumentiert, dass Pakistan als sicheres Herkunftslands gilt - egal, ob Sultan nun einen Job hat oder nicht. Er muss gehen - wann ist allerdings unklar. Die Handwerkskammer unterstützt den Bäckermeister und seinen Nachwuchsmitarbeiter. "Wir brauchen Helfer. Wie sollen wir sonst die Arbeit machen?", fragt Kreishandwerksmeister Gerd Benzmüller im "SWR". "Jeder, der nach Deutschland kommen möchte, sich nichts zu Schulden kommen lässt und hier eine Arbeit nachweisen kann - warum dürfen diese Menschen nicht bleiben?" Er wünscht sich, dass es Regelungen gibt, die ins Einwanderungsgesetz eingebaut werden, die einen Arbeitsplatz als Grundvoraussetzung festhalten. Ohne Reform sieht er schwarz: "Das System stimmt nicht." 

kg
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(