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Mutmaßlicher Komplize der Zwickauer Rechtsextremisten: Zugriff auf dem Bauernhof

Das nächste große Puzzleteil im Fall der Neonazi-Mordserie ist André E. Er soll den Propagandafilm für das Zwickauer Terrortrio erstellt haben und könnte ein Bindeglied zu rechtsextremen Zirkeln sein.

Die Bundesanwälte hatten sich Zeit gelassen. Schon länger war der Name André E. durch die Medien gegeistert, wenn es um mutmaßliche Helfer des Zwickauer Terror-Trios vom "Nationalsozialistischen Untergrund" (NSU) ging. Am Donnerstag war der 32 Jahre alte Sachse nun fällig. In Grabow, einem kleinen Dörfchen in Brandenburg, schlugen Spezialkräfte der GSG 9 zu und nahmen André E. fest - auf dem Gehöft seines Zwillingsbruders, der dort mit Familie lebt und in Brandenburg eine bekannte Größe der rechtsextremen Szene ist. Im Hof liegt noch Spielzeug, während schwer bewaffnete Polizisten ringsum alles abriegeln.

André E. soll den Film produziert haben, in dem sich der NSU in zynischen Paulchen-Panther-Comicszenen mit den Morden an neun türkischstämmigen und griechischen Kleinunternehmern und an einer Polizistin brüstet. "Unterstützung einer terroristischen Vereinigung" nennt die Bundesanwaltschaft das. Außerdem wirft sie dem 32-Jährigen Volksverhetzung und Beihilfe zur Billigung von Straftaten vor. Beweise hatte sie offensichtlich genug - noch am Nachmittag erließ ein Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof Haftbefehl.

Eigentlich lebt André E. gar nicht in Brandenburg, sondern im sächsischen Zwickau. Von dort aus betreibt er einen Versandhandel für T-Shirts und Pullover. Auch das Terror-Trio Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe war dort zu Hause. Jahrelang soll E. mit den Dreien in engem Kontakt gestanden haben.

Unauffällig – bis auf die Tattoos

Gemeinsam mit seiner Frau und zwei Kindern soll er seit knapp einem Jahr in der Adam-Ries-Straße gewohnt haben. Wie schon beim Terror-Trio im Zwickauer Stadtteil Weißenborn sprechen auch die Nachbarn des mutmaßlichen NSU-Unterstützers im Stadtteil Altplanitz von einem eher "unauffälligen" Eindruck von Andre E. Von einer rechtsextremistischen Gesinnung sei ihm nichts anzumerken gewesen - auch diese Einschätzung war so schon in der sechs Kilometer entfernten Frühlingsstraße zu hören, dem letzten, in die Luft gesprengten Unterschlupf von Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt.

Die Rolle von E.s Frau ist momentan noch unklar. Mit Bahncards auf die Namen des Ehepaars waren Zschäpe und Böhnhardt unterwegs. Nicht nur, dass André E. dem NSU-Trio geholfen haben soll, gilt der sächsischen Linke-Landtagsabgeordneten Kerstin Köditz als Beleg dafür, dass E. zweifellos ein Neonazi sei. "Er hat auch einschlägige Tattoos auf seinen beiden Oberarmen", sagt sie - und verweist zugleich auf seine Vorgeschichte in der Neonazi-Szene seines Heimatortes Johanngeorgenstadt.

Zwillingsbruder steht der NPD nah

Zur Wohnungstür verschafften sich die Fahnder am Mittwochmorgen gewaltsam Zutritt. Gegen 13 Uhr rückte eine Tischlerfirma an, um die Tür zu reparieren. Gegen 16 Uhr verließen BKA-Beamte mit mehreren Kisten das Haus - offensichtlich beschlagnahmtes Beweismaterial.

Je mehr Kontakte des Terror-Trios die Ermittler enttarnen, desto näher kommen die Einschläge auch der rechtsextremen NPD. Andre E.s Zwillingsbruder war dem Verfassungsschutz zufolge Stützpunktleiter der Jungen Nationaldemokraten in Potsdam - der Jugendorganisation der NPD. Dass in dem Haus in Grabow Rechtsextremisten wohnen, habe man im Dorf auch schon lange gewusst, sagt ein Nachbar. "Welches Ausmaß das Ganze nun annimmt, schockiert mich aber."

In Jena geriet derweil ein früheres Thüringer Vorstandsmitglied der NPD ins Visier der Ermittler. Auch dort rückten Fahnder am Donnerstag zur Durchsuchung an, wie ein Sprecher der Partei bestätigte. Die Ermittler selbst gaben nur an, auch in Jena gewesen zu sein. Auch dieser Mann war aber zuvor schon als mutmaßlicher NSU-Unterstützer ins Gerede gekommen.

Ein Netzwerk im Hintergrund?

Nach Informationen des ARD-Magazins "Monitor" könnte noch ein weitaus größeres Netzwerk hinter dem Terrortrio stehen, das sich auf die Strukturen der im Jahr 2000 in Deutschland verbotenen rechtsextremen Organisation "Blood and Honour" stützt. Nach Erkenntnissen von Ermittlern hätten die getöteten Zellenmitglieder Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt Mitte der 90er Jahre gemeinsam mit anderen Personen aus dem rechtsextremen "Thüringer Heimatschutz" konspirativ "Blood and Honour"-Konzerte organisiert, berichtete das Magazin am Donnerstag. Daraus sei eine "eingeschworene Clique" entstanden.

"Blood and Honour" ist dem Bericht zufolge ein internationales Netzwerk von Rechtsextremen, das vor allem konspirative Konzerte organisiert und rechtsextreme Tonträger verbreitet. Unter dem Namen "Combat 18" baute die Organisation demnach vor vielen Jahren einen bewaffneten Arm auf.

Die Verbindung der Zwickauer Zelle zu "Blood and Honour" ist laut "Monitor" auch deshalb brisant, weil die Rechtsterroristen bei ihren Anschlägen genau nach einer Blaupause gearbeitet haben sollen, wie sie im Umfeld von "Combat 18" Mitte bis Ende der 90er Jahre als Propagandamaterial verbreitet worden sei. Darin werde empfohlen, Anschläge auf Migranten zu verüben, dabei nur in kleinen Zellen von maximal zwei bis vier Mitgliedern aktiv zu werden und niemals Bekennerschreiben zu hinterlassen. Außerdem seien Anleitungen für Nagelbomben verbreitet worden, die der 2004 beim Anschlag in der Kölner Keupstraße verwendeten Nagelbombe stark ähnelten.

Die Zwickauer Zelle soll für die bundesweite Mordserie an den neun Migranten zwischen 2000 und 2006 verantwortlich sein und zudem 2007 eine Polizistin in Heilbronn erschossen haben. Außerdem soll die Gruppe 2004 den Sprengstoffanschlag in der überwiegend von Türken bewohnten Keupstraße in Köln-Mülheim verübt haben, bei dem 22 Menschen verletzt wurden.

swd/DPA/AFP / DPA
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.