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Nach Wahlerfolg in NRW: SPD-Linke sehen Kraft als Kanzlerkandidatin

Während viele CDU-Mitglieder Kanzlerin Merkel in Sachen Röttgen-Rauswurf den Rücken stärken, blickt die SPD bei der Zukunftsplanung nach NRW: Die Zustimmung für Ministerpräsidentin Kraft als SPD-Kanzlerkandidatin wächst.

Nach der Entlassung von Bundesumweltminister Norbert Röttgen haben führende CDU-Mitglieder die Entscheidung von Bundeskanzlerin Angela Merkel verteidigt. „Für eine Kanzlerin darf es am Ende nur darauf ankommen, was das Beste für das Land ist", sagte Arbeitsministerin Ursula von der Leyen dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Finanzminister Schäuble nannte die Entscheidung der Kanzlerin "nachvollziehbar". Die Energiewende sei eine unheimlich wichtige und auch schwierige Aufgabe, da müsse der zuständige Minister "ganz stark sein", sagte Schäuble der "Bild am Sonntag".

Auch CSU-Chef Horst Seehofer verteidigte die Entscheidung. Die Kanzlerin müsse an die "Gesamtverantwortung für das Land und die Partei achten, nicht auf den Eigennutz einzelner Politiker", sagte Seehofer der "Leipziger Volkszeitung" (Montagsausgabe). Der bayerische Ministerpräsident hatte Röttgen nach der Wahlschlappe besonders scharf kritisiert.

Die "größten Erfolgschancen" gegen Merkel

In der SPD mehren sich derweil die Stimmen für eine Kanzlerkandidatur von NRW-Ministerpräsidentin Kraft. "Hannelore Kraft hätte als SPD-Kanzlerkandidatin sehr gute Chancen", sagte SPD-Fraktionsvize Elke Ferner dem "Spiegel". Der Vorsitzende des SPD-Arbeitnehmerflügels, Klaus Barthel, sagte der "Bild am Sonntag", Kraft sei "für die Kanzlerkandidatur nicht nur am geeignetsten", sondern habe auch "die größten Erfolgschancen" gegen Merkel.

Laut einer repräsentativen Emnid-Umfrage für die "BamS" glauben 26 Prozent der Befragten, dass Kraft größere Chancen gegen Kanzlerin Merkel hätte als die Mitglieder der SPD-Troika aus Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier, Ex-Finanzminister Peer Steinbrück und Parteichef Sigmar Gabriel. Von den 502 Befragten rechneten 18 Prozent Steinmeier, 16 Prozent Steinbrück und elf Prozent Gabriel bessere Chancen gegenüber Merkel aus.

SPD-Chef Gabriel forderte unterdessen Neuwahlen. Die Unionsparteien und die FDP führten den Bürgern "seit mehr als zwei Jahren eine Koalition der Selbstblockade vor, in der in keinem wichtigen Politikfeld mehr Entscheidungen getroffen werden", sagte Gabriel der "Welt am Sonntag". "Es wäre für Deutschland gut, wenn diese Selbstblockade der Bundesregierung endlich durch Neuwahlen beendet würde."

ins/AFP / AFP