Schneechaos in Bayern Neues Unheil droht


Der Schneefall in den bayrischen Krisengebieten hat zwar nachgelassen und viele Häuser und Straßen wurden von der weißen Last befreit. Doch nun prophezeien die Meteorologen Tauwetter - und warnen vor Überschwemmungen.

Nach rund einer Woche Schneechaos können die Menschen in den Krisenregionen Ostbayerns vorerst aufatmen. Durch den Einsatz von Tausenden von Helfern und nachlassenden Schneefall entspannte sich die Lage deutlich. Jetzt fürchten die Menschen in den Schneegebieten allerdings neues Unheil: Der Deutsche Wetterdienst warnte auf Grund des Mitte der Woche erwarteten Tauwetters vor möglichen Hochwassergefahren. Wegen des gefrorenen Bodens und der zugefrorenen Flüsse seien die Abflussmöglichkeiten für das Tauwasser eingeschränkt. Keine Entwarnung gab es für die Schneegebiete in Österreich, Schweiz und Tschechien.

Unter den Schneemassen - allein am Freitag hatte es einen halben Meter Neuschnee gegeben - brachen auch am Wochenende einige Dächer ein. Ein für die Räumarbeiten eingesetzter Kran stürzte um. Einige Privathäuser wurden zur Befreiung von den Schneemassen vorsichtshalber evakuiert. Wieder verletzten sich Menschen beim Kampf gegen die Schneemassen. In Ruhpolding starb eine 62-jährige Frau bei dem Versuch, von ihren Balkon aus die Dachrinne von Eiszapfen zu befreien. In Hinding im Landkreis Deggendorf fiel ein 55-jähriger Mann beim Schneeschippen vom Dach und musste ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Stoiber verspricht Finanzhilfen

Etliche bayerische Nebenstraßen mussten mit schwerem Gerät geräumt werden, da sie vielfach nur noch einspurig befahrbar waren. Die Helfer machten auch die Zufahrten zu abgelegenen Höfen und Weilern wieder frei. Dennoch bekommen die Schüler in zahlreichen Gemeinden auch an diesem Montag noch schulfrei. Beim Krisenstab im Landkreis Regen hieß es, dass die Lage weiter ernst sei. Im Landkreis Passau dagegen konnte die Zahl der Einsatzkräfte bereits am Samstag deutlich reduziert werden. In fünf Landkreisen wurde der Katastrophenalarm zunächst aufrechterhalten.

Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber, Innenminister Günther Beckstein und Wirtschaftsminister Erwin Huber (alle CSU) machten sich am Samstag im Krisengebiet ein Bild von der Lage. Dabei kündigte Stoiber Finanzhilfen für die betroffenen Landkreise an. Huber sagte, alleine im Raum Passau schlügen Schäden an Gebäuden und Gewerbebetrieben mit entsprechenden Produktionsausfällen voraussichtlich mit einem zweistelligen Millionenbetrag zu Buche.

DPA/Reuters DPA Reuters

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