Schröder vs. Merkel TV-Duell ja, aber nur einmal

Der zähe Streit zwischen CDU und SPD um die Zahl der TV-Duelle zwischen Gerhard Schröder und Angela Merkel ist beendet: Die beiden werden nur einmal im Fernsehen debattieren.

Die Vertreter von SPD und CDU sowie den wichtigsten Fernsehanstalten haben für den Wahlkampf ein TV-Duell zwischen Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und seiner Herausforderin Angela Merkel (CDU) vereinbart. Das hat die Nachrichtenagentur DPA aus Verhandlungskreisen erfahren. Das einzige direkte Aufeinandertreffen zwischen Schröder und Merkel vor den TV-Kameras soll am 4. September 20.30 Uhr stattfinden und 90 Minuten dauern. Bereits vor den Verhandlungen sagte Regierungssprecher Béla Anda: "Wenn Frau Merkel weder Zeit noch Mut hat, sich zwei TV-Duellen zu stellen, dann soll es eines sein".

Eine Frage des Selbstbewußtseins

Schröder hatte sich bisher - wie im Bundestagswahlkampf 2002 mit CSU-Chef Edmund Stoiber - für zwei Fernseh-Auftritte eingesetzt. Merkel bestand auf einem Treffen. Wenige Stunden vor den abschließenden Verhandlungen hatte der Kanzler den deutschen Fernsehanstalten indirekt vorgehalten, nicht mit genügend Nachdruck auf die Ausstrahlung von zwei Duellen vor der Bundestagswahl am 18. September zu dringen. Es sei auch eine Frage des Selbstbewusstseins der Sender, wer darüber bestimme, wie die Öffentlichkeit über politische Positionen informiert werde, sagte Schröder. Er erinnerte dabei an das enorme Interesse mit jeweils rund 15 Millionen Zuschauern für den Schlagabtausch zwischen ihm und Stoiber vor drei Jahren.

Die CDU war bis zuletzt hart geblieben. "Wir haben einen kurzen, knappen, kompakten Wahlkampf", sagte CDU-Generalsekretär Volker Kauder am Mittwoch im ZDF. Ein TV-Duell reiche aus, "um alle Fragen zu besprechen". Bei der Dauer zeigte sich Kauder flexibel: "Ob 60, 90 oder 120 Minuten - das kann man alles ausmachen", sagte er.

Bei TV-Duellen von Spitzenkandidaten hat die anschließende Berichterstattung laut einer Studie einen weit größeren Einfluss auf den Ausgang von Wahlen als das Rededuell selber. Zu diesem Ergebnis kommt ein gemeinsames Forschungsprojekt des Allensbach-Instituts und der Universitäten Dresden und Mainz, das in Berlin vorgestellt wurde.

2002 hat Schröder das Duell und dann die Wahl gewonnen

2002 habe man nach dem ersten Duell zwischen Schröder und Stoiber die selben Menschen sowohl kurz nach der Sendung als auch wenige Tage später gefragt, welcher Politiker gewonnen habe, erklärte der Kommunikationswissenschaftler Wolfgang Donsbach von der TU Dresden. Dabei hätten 35 Prozent innerhalb weniger Tage ihre Meinung geändert - vor allem zu Ungunsten von Stoiber.


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