HOME

Soziale Gerechtigkeit: Das sagen die stern.de-Leser

Wie sozial gerecht ist Deutschland? Lesen Sie hier die vollständigen Zuschriften der stern.de-Leser.

Dem Sytem der Vetternwirtschaft und Korruption muss erst einmal das Genick gebrochen werden. Soll heissen:

Wer Vorstand ist kann kein Aufsichtsratmandat innehaben. Generell sollte das auch in der Politik gelten, Jobs neben dem Öffentlichen Mandaten, wie z. B. Bundestag, Landtag, etc. darf es nicht geben. Aktienoptionen darf es nicht geben, wie auch jeder Manager selbst für seine Haftpflichtversicherungen aufkommen soll, hiermit meine ich die Versicherung die greift, wenn der Vorstand falsche Entscheidungen trifft die zu Verlusten in einem Unternehmen führen. Danach muss die steuerliche Möglichkeit Verluste in Konzernen, auch ins steuergünstige Ausland zu verschieben, abgeschafft werden. Die so genannten erfolgsabhängigen Bestandteile gehören abgeschafft, sie sind eh nicht kontrollierbar, siehe DaimlerChrysler und Schrempp, oder Ackermann und dieDeutsche Bank, und SIEMENS und v. Pierer!

Topmanager und Vorstände sind Arbeitnehmer und gehören auch so bezahlt. Wenn nicht hintenrum die Reichen am meisten am derzeitigen System auf dem Kapitalmarkt profitieren würden, dann würden sie sich sicher über die hohen Bezüger der Manager beschweren, sie reduzieren nämlich die Dividende.

An dieser Stelle kann man sich die Frage stellen, warum nicht Manager aus Osteuropa in die Unternehmen geholt werden, die würden sicher auch für ein Zehntel der aktuellen Managergehälter arbeiten.

Zu guter letzt muss man sich die Frage stellen ob es eine Leistung ist tausende von Mitarbeitern auf die Strasse zu stellen, auch im Hinblick auf den Staat (Steuerzahler) , der dann das Arbeitslosengeld zahlen muss, und damit auch tausende potentielle Konsumenten für das eigene Unternehmen raubt. Tolle Leistung, damit hat der Vorstand sich bestimmt das nächste millionenschwere Aktienpaket gesichert.

Wie lange kann das noch gut gehen?

anonym

Sehr geehrte Redaktion des Stern,

leider kann ich die Entwicklung der sozialen Ungerechtigkeit in Deutschland nur bestätigen. Obwohl ich nicht arbeitslos bin und eine gute Berufsausbildung habe, kommt es mir so vor, als wäre ich Bürger der zeiten Klasse.

Hartz 4 ist nicht nur für die direkt Betroffenen eine Verschlechterung der Lebensqualität. Auch Arbeitnehmer sind indirekt durch Hartz 4 betroffen. Ein Arbeitnehmer der einen Job sucht, nimmt auch schlecht bezahlte Stellen an um zu überleben. Anderfalls würde er ganz schnell in Hartz 4 fallen. Jetzt könnte man sagen durch Hartz 4 hat man Anreize zur Arbeitsaufnahme geschaffen. Das mag bis hier hin vielleicht sogar stimmen. Allerdings gibt es leider zu viele Unternehmen, die genau diesen Anreitz nutzen um Arbeitnehmer für billiges Geld zu beschäftigen. Hier entstehen Dumpinglöhne und Arbeitsbedingungen, die an die Industrialisierung des 19. Jahrhunderts erinnern.

Hinzu kommen noch Arbeitsverhältnisse, die dem Arbeitnehmer jeglicher Planungsfreiheit und Sicherheit berauben. Dazu zähle ich ganz klar die Zeitarbeit und befristete Arbeitsverhältnisse. Diese Modelle scheinen nur einem Zweck zu dienen. Dem Loswerden von Arbeitskräften. Es ist doch offensichtlich, warum gerade die Zeitarbeit so von den Arbeitgebern gelobt wird. Man muss schon blind sein, wenn man nicht sieht, das hier die Ausbeutung von Arbeitskraft in vorderster Front steht.

Ich denke ein Umdenken in der Politik ist unausweichlich. Wenn die Menschen nichts mehr zu verlieren haben, gibt es immer mehr Probleme in einem Land. Im ersten Schritt sollte es einem Minister oder gar Kanzler verboten werden Lobbyarbeit zu leisten. Das beste Beispiel ist für mich Herr Clement. Erst die Zeitarbeit Salongfähig machen und dann Lobbyarbeit für eine der größten Zeitarbeitsfirmen machen. Das hat einen bitteren Nachgeschmack.

Mit freundlichen Grüßen

Volker M.

Liebe Redaktion,

hier - wie gewünscht - mein Beitrag: Erst die Vision, dann ihre Umsetzung.

Das Gefühl, in einer ungerechten Gesellschaft zu leben, wird nicht so einfach mit der ein oder anderen rein politischen Maßnahme zu beseitigen sein. Leider reicht der Horizont der meisten Politiker nicht weiter als von der letzten bis zur nächsten Meinungsumfrage. Die Macht der Medien über so manche Karriere verschärft die Situation noch. Auch die Wähler tragen zur Kurzsichtigkeit bei, indem sie vor allem einfache, um nicht zu sagen: populistische, Lösungsansätze bevorzugen, die noch dazu möglichst ihnen selbst nicht weh tun sollen.

Ich plädiere für folgende Vorgehensweise: Zuerst muss eine Vision gefunden sein, ein klares Bild einer wünschenswerten Zukunft. Dann kann man sich daran machen, dieses Bild konsequent zu verwirklichen. Ganz wichtig dabei: Wann immer ein Ideal verfolgt wird, müssen auch die Mittel, die man einsetzt, um dieses Ideal in die Realität zu bringen, diesem Ideal entsprechen. Wasser predigen und Wein trinken: das ist unglaubwürdig und muss schief gehen. Bomben für den Frieden? Wird nicht gelingen. Foltern, um die westlichen Werte zu verteidigen? Ein Schuss nach hinten.

Meiner Ansicht nach sollte nach der Erfüllung folgender Wert gestrebt werden, damit das Gefühl sozialer Gerechtigkeit wieder erstarken kann:

- Respekt statt Ellenbogen
- Mitgefühl statt Sozialdarwinismus
- menschliche Nähe statt Isolation
- Kooperation statt Konkurrenz

Und wenn Kritiker jetzt einwerfen, das sei Utopie, kann ich nur sagen: Ja, natürlich ist das eine Utopie! Aber wer anfängt zu gehen, kommt dem Ziel näher, auch wenn es noch weit ist!

Viele Grüße

René S.

Deutschland ist weit entfernt von sozialer Gerechtigkeit. Abseits von der Diskussion um Hartz-IV und Managergehälter möchte ich einmal darauf hinweisen, dass viele Durchschnittsarbeitsnehmer Überstunden in excessiver Höhe leisten, oft genug ohne Ausgleich. 12 Stunden-Tage sind keineswegs frisch gebackenen Selbstständigen vorbehalten sondern in deutschen Großkonzernen durchaus die Regel. So verkommt ein auf den ersten Blick sogar recht gutes Angestelltengehalt schnell zu einer schlechten Bezahlung, die einhergeht mit sozialer Verarmung und Kinderarmut. Wer kann schon ab 21h abends Kontakte zu anderen Singles aufbauen? Oder eine Familie gründen bzw. das Familienleben pflegen?

Ich will nicht einmal behaupten, das deutsche Manager weniger arbeiten – nur können sich diese eine nicht arbeitende Ehefrau oder eine Betreuung der Kinder leisten, im Gegensatz zu Otto-Normalverdiener.

Die Wirtschaft blüht? Warum sind dann so viele Arbeitnehmer unzufrieden ... ?

Noch etwas zum Thema „Gerechtigkeit“ – gerade hatte ich den einen Beitrag geschrieben, da meldet zufällig sich ein Freund per E-Mail. Er weiß nun doch, dass er in 9 Tagen am Freitag Abend um 19h Zeit für seine Freunde hat. Warum sollte er das nicht wissen? Weil ihn sein Arbeitnehmer als Hamburger Angestellten nach München schickt. Mal eine Woche hier, dann eine Woche dort. Und auch mal anders herum, wer weiß das schon so genau. Projekt ist eben Projekt.

Eine Wohnung für die Zeit in München zahlt man ihm großzügiger weise. Allerdings nur in einem Dorf außerhalb von München, von wo aus er sehr lange brauchen wird, bis er an seinem Münchner Arbeitsplatz ankommt. Aber wen interessiert das schon? Es ist ja keine Arbeitszeit, die Fahrt zur Arbeit. Und die Firma spart die hohen Mieten in München.

D. C.

Hallo liebe Stern-Redaktion,

ich bin der Meinung, daß es in Deutschland ganz und gar nicht mehr gerecht zugeht.

Die meisten Dinge, die rückgängig gemacht wurden, erweisen sich als kontraproduktiv (Hartz 4, Dauer des Bezuges von ALG I, Herabsetzung der Steuerklasse II etcpp.).

Ich gebe Ihnen absolut recht, daß mit Beginn der Rot-Grünen Koalition alles schlechter wurde. Und sowas schimpft sich sozial!

Meines Erachtens sind die wichtigen Reformen nur alleine dem Mittelstand aufgebürdet worden. Nicht umsonst sind die Reichen reicher und die Armen ärmer geworden. Nach einem Bericht aus der Süddeutschen vor ca. einem halben Jahr stehen wir auf Platz 1 bzgl. des Reichtums in Europa Es kann absolut nicht sein, daß ein Arbeitnehmer, der 30 Jahre in die Arbeitslosenversicherung einbezahlt hat, am Ende die gleiche Bezugsdauer von ALG I erhält als ein junger AN der 2 Jahre einbezahlt hat.

Ebenso daß dieser dann noch sein Vermögen, das er sich für seinen Lebensabend angespart hat, später anstatt Hartz 4 verwenden muß.

Es kann ebenso nicht sein, daß eine Alleinerziehende Mutter/Vater steuerlich schlechter gestellt wird, als ein kinderloses Ehepaar. Ebenso verurteile ich die Hartz 4 Reform. Die steht meines Erachtens nur Kranken und alten Menschen zu. Ich finde den Mißbrauch unter jungen Menschen einfach zu groß. Gäbe es hier nur Naturalien für diese Klientel (junge vitale Menschen) in Form von Wohnung und Nahrung, würde sich sofort ein anderes Bild zeigen.

Abschaffung der Pendlerpauschale für Berufstätige führt immer mehr in die Richtung, daß es sich immer weniger lohnt hier in Deutschland noch zu arbeiten bzw. zu leben. Weiter geht es mit der Gesundheitsreform. Sämtliche Systeme (Krankenhäuser etc.) stehen vor dem Kollaps. Auch wenn unsere Wirklichkeitsverweigerer (Politiker) natürlich immer anderer Meinung sind, hauptsächlich natürlich die, die für diesen ganzen Mist verantwortlich sind.

Da es in Deutschland immer schwieriger wird, sich von Parteien vertreten zu fühlen bzw. sich Manager und auch Politiker (Ackermann, Mehdorn, Gerhard Schröder (SPD) etcpp.) immer mehr ungehemmt die Taschen vollstopfen und ich auch unsere sogenannte Meinungsfreiheit immer mehr in Gefahr sehe, komme auch ich zu dem Schluß, es wird besser sein auszuwandern! Mit der Volkesstimme läßt sich nämlich nichts mehr erreichen!

Viele Grüße

Karin M.

Hallo,

ich muss auf jeden Fall "meinen Senf" dazugeben...Ich bin Beamtin und habe dazu auch noch jeden Tag eine Wegstrecke hin und zurück von 90 km. Dazu kommt die Kürzung der Fahrtkostenpauschale...(und vor allem auch durch die Spritkosten eine Kürzung meines Nettogehaltes von 240 Euro jeden Monat!) Danke lieber Staat...das zu einer zumutbaren Arbeitsstrecke von 1,5 Std Wegzeit und das bei wenig Fahrtkostenerstattung ( 90km geteilt durch 2 - es wird ja nur ein Weg anerkannt - und von den übrigbleibenden 45 noch 20 km abziehen laut neuer Verordnung - bleiben 25 und dafür bekomme ich eine Erstattung ! Bei Spritpreisen von fast 1,40 Euro pro Liter ! ) Das ist ein Witz...Und das bei 41 Std Arbeitszeit - Erhöhung der Beamten mit 0 Euro mehr an Gehalt einfach so. Summa Sumarum macht das 10,2 Std Arbeitszeit am Tag ohne eine einzige Überstunde !!! Und wo bleibt das Familienleben ?

Dann noch eine kleine Auflistung die mal auf die Problematik der Beamten aufmerksam macht !!!!

Durch die Einheit Deutschlands ergab sich eine Chance für die "Freunde" des Beamtentums, in die bestehenden Rechte und Besitzstände einzugreifen und die Beamten von der allgemeinen Einkommensentwicklung zeitweise auszunehmen. Das hat auch Konsequenzen für die Versorgung im Ruhestand.

Folgend ist aufgezeigt, warum Beamte seit 1990 Einkommensverluste bis zu 24 Prozent hinnehmen mussten:

Reform 1992 Versorgung (Pension):
- Verlängerung der ruhegehaltsfähigen Dienstzeit von 35 auf 40 Jahre; Anspruch auf Höchstversorgung von 75 Prozent der letzten Besoldungsgruppe erst nach 40 statt nach 35 Dienstjahren
- Vor der Reform verrichtete der Beamte 35 Jahre Dienst, um 75 Prozent des Gehaltes als Pension beziehen zu können, Berechnungsgrundlage ist die letzte Besoldungsstufe. 1992 ist diese Zeitspanne um fünf Jahre verlängert worden. Der Beamte muss nun 40 Jahre arbeiten, um 75 Prozent als Pension zu erhalten.
- Dies kommt einer Versorgungskürzung gleich. Beamte, die weiterhin nach 35 Jahren Dienst ihren Anspruch auf Versorgung geltend machen wollen, erhalten jetzt weniger als 75 Prozent Versorgung (da sie nicht das nach der Reform 1992 neu geltende Soll von 40 Jahren erfüllen).
- Um die "normale" Höchstversorgung zu erhalten, muss also länger Dienst geleistet werden.
Kürzungen 1993/94
Besoldung (Gehalt):
- Einfrieren der Sonderzuwendung (z. B. Weihnachtsgeld) auf den Stand von 1993
- Vor 1994 wurde das Weihnachtsgeld prozentual zur Besoldungshöhe (Gehaltshöhe) errechnet, wurde also mehr, wenn die Besoldung angehoben wurde.
- Ab 1994 wird das Weihnachtsgeld pauschal gezahlt, errechnet nach dem jeweiligen Gehaltsstand des Beamten von 1993. Dadurch bekamen Beamte jährlich bis zu 400 Euro weniger.
- In Sachsen bereits ab 01.01.1993.


2
Änderungen 1996
Beförderungen (Wartezeit)
- Eine Beförderung darf nicht vor Ablauf eines Jahres nach Übertragung des höherwertigen Amtes vorgenommen werden (Haushaltswartejahr).
- Zusätzlich besteht während dieses Jahres die Gefahr, bei Nichteignung und Disziplinarverfahren doch nicht ernannt zu werden.
Neugestaltung der Grundgehaltstabellen 1997
- Vor 1997 stieg ein Beamter mit zunehmendem Alter alle zwei Jahre eine Dienstaltersstufe auf, mit zunehmendem Alter nahm also die Besoldung beziehungsweise das Gehalt zu.
- Insgesamt gibt es zwölf Dienstaltersstufen, doch nicht jeder Beamte durchläuft zwangsläufig alle dieser Stufen.
- 1997 kam es zur Streckung der Zeitintervalle des Aufstiegsrhythmus.
- Die Endstufe wird nun erst später erreicht, was eine Verringerung des Lebensarbeitszeiteinkommens bedeutet.
- Berechnung der Versorgung bei Frühpensionierung aus der erreichten Dienstaltersstufe, nicht mehr wie bisher stets aus der Endstufe.
- Seit 1997 wird die Versorgung aus der erreichten, nicht aus Endaltersstufe berechnet. (Ausnahme bei Dienstunfall)
- Anhebung der Antragsaltersgrenze für Frühpensionierung von 62 auf 63 Jahre
- Verminderung der Anrechnung von Ausbildungszeiten
- Bei dem Einstieg in den öffentlichen Dienst von Studenten oder Auszubildenden nach dem absolvierten Studium oder nach absolvierter Ausbildung werden nur noch drei Jahre der Ausbildungszeit angerechnet. Vorher wurde die gesamte Regelstudienzeit berücksichtigt.
Neuordnung und Straffung des Zulagenwesens 1998/99
- Wegfall von Erschwerniszulagen
- Wegfall von Stellenzulagen
- Wegfall der Dynamisierung von Stellenzulagen
- Stellenzulagen werden bei allgemeinen Besoldungserhöhungen nicht mehr prozentual mit erhöht, sie wurden also eingefroren
- Neustrukturierung der Anwärterbezüge; Anwärter sind Beamte auf Widerruf oder Auszubildende (wie zum Beispiel Studenten an der Fachhochschule für Verwaltungs- und Rechtspflege)
- Absenkung der Anwärtergrundbeträge um rund fünf Prozent
- Abschaffung des Alterszuschlags


3
Einführung einer Versorgungsrücklage 1999
- Die Versorgungslasten steigen, da es mehr Pensionäre als Dienstleistende gibt. Durch die Versorgungsrücklage soll ein "Polster" geschaffen werden, momentan befinden sich rund 200 Millionen im Versorgungsrücklagenpott. Diese reichen jedoch nicht aus, um die Versorgung der Pensionäre zu decken.
- Durch die Verminderung der Besoldungsanpassungen in gleichmäßigen Schritten von durchschnittlich 0,2 Prozent wird eine Versorgungsrücklage (Sondervermögen zur Finanzierung zukünftiger Versorgungsausgaben) gebil-det, dies führt zu einer dauerhaften Absenkung des Besoldungs- und Versorgungsniveaus.
Versorgungsreformgesetz 1999
- Streichung der Ruhegehaltsfähigkeit von Stellenzulagen mit Ausnahme der allgemeinen Stellenzulage.
- Zulagen wie die Feuerwehrzulage oder die Polizeizulage wurden monatlich zusätzlich zur Regelbesoldung gezahlt und bei der Berechnung der Pensions-ansprüche mit einbezogen. Dies wird als "Ruhegehaltsfähigkeit" der Zulage bezeichnet.
- Die Beachtung von Zulagen für die Berechnung der Pension wurde gestrichen. Bei den Versorgungsbezügen entspricht das einem Minus von ungefähr acht Prozent.
- Verlängerung der Wartezeit für die Versorgung aus dem letzten Beförderungsamt von zwei auf drei Jahre
- Eine Beförderung muss jetzt drei Jahre vor der Versetzung in den Ruhestand erfolgt sein, damit das Ruhegehalt aus der höheren Besoldungsgruppe errechnet wird.
- Verschärfung der Hinzuverdienstregelungen im Ruhestand.
- Der Hinzuverdienst darf die Höchstversorgungsgrenze nicht überschreiten.
Versorgungsabschlagsgesetz 2000
- Einführung von Versorgungsabschlägen bei Frühpensionierung und Ruhe-stand wegen Schwerbehinderung ab 2001
- Für jedes Jahr, das Beamte vor Erreichen der gesetzlichen Altersgrenze vor-zeitig auf Antrag ausscheiden wollen, werden 3,6 Prozent pro Jahr (jedoch maximal 10,8 Prozent) von der Pension abgezogen.
Kürzungen 2001/02
Besoldung (Gehalt):
- Einführung von Leistungsbezahlungselementen (Leistungsstufen, -prämien und -zulagen)
In Sachsen bereits seit 1998!


4
Versorgung (Pension):
- Versorgungsänderungsgesetz
- Absenkung des Versorgungsniveaus in acht Schritten um 4,33 Prozent
- Kürzung der Höchstpension von 75 Prozent auf 71,75 Prozent in acht Etappen
- Absenkung der Witwen-/Witwerversorgung von 60 auf 55 Prozent
Besoldung (Gehalt):
- Wegfall von diversen Aufwandsentschädigungen
- Beispielhaft hierfür ist die Dienstaufwandsentschädigung bei repräsentativen Aufgaben von Beamten, auch die normale Aufwandsentschädigung bei Standesbeamten (Kleidergeld) entfällt.
Streichung des Urlaubsgeldes 2003/04
- Für Ost-Beamte war dies ein Betrag von 255,65 EURO, für West-Beamte ein Betrag von 255,65 EURO (Gehobener und höherer Dienst) beziehungsweise 332,34 EURO (einfacher und mittlerer Dienst).
Kürzungen 2005
- Wegfall der Jubiläumszuwendung für Beamte
Versorgung (Pension):
- Anhebung der Altersgrenze für Vollzugsbeamte (Justizvollzug, Polizei und Feuerwehr) von 60 auf 61 bis 65 Jahre (je nach Laufbahn)
Föderalismusreform 2006
- Die Koalitionsfraktionen haben vereinbart, ein Besoldungssystem zu prüfen, das sich nicht mehr an Lebensaltersstufen, sondern an der von dem Mitarbeiter zu erbringenden Leistung orientiert.

5 Aktuell (in Arbeit) 2007
Beamtenstatusgesetz
- Bei mangelnder Verwendung - Amt mit geringerem Grundgehalt übertragbar
- Beamte im Osten verdienen immer noch weniger als Beamte im Westen. Die vollständige Angleichung der Ostbesoldung an die Westbesoldung wird erst 2010 abgeschlossen sein (1991 betrugen Ostbezüge 60 Prozent der Westbe-züge, 2004 betrugen die Ostbezüge 92,5 Prozent der Westbezüge).
Dienstrechtsneuordnungsgesetz
- Reduzierung der Laufbahnen
- Pensionseintrittsalter: 67 Jahre
- Verpflichtung zum Erwerb einer neuen Laufbahnbefähigung
- Wegfall des Besoldungsdienstalters
- Kürzung der jährlichen Sonderzahlung auf 30 Prozent
- Max. Versorgungsabschlag 14,4 Prozent
- Abschlagsfreier Pensionseintritt erst nach 45 Dienstjahren
Das Einkommensniveau für Beamte hat sich seit dem Jahr 2004 um fast 12 Prozent reduziert:
Die Erhöhung der Arbeitszeit von 38,5 auf 41 Stunden entspricht einer Gehaltskürzung um etwa 3,9 Prozent.
Die Kürzung der Sonderzuwendung im Jahr 2004 ergibt rund 3 Prozent.
Die weitere Erhöhung der Arbeitszeit seit 1. März 2006 auf 41 Stunden entspricht etwa 2,5 Prozent.
Die vorgesehene Halbierung der Sonderzahlung (30 % Wgeld )wäre eine weitere Einbuße von rund 2,5 Prozent.
Hinzu kommen die bisher unterbliebenen Einmalzahlungen für 2005 bis 2007, die im Tarifbereich des öffentlichen Dienstes bereits gezahlt werden. Zu berücksichtigen ist auch, dass eine große Zahl der Beamtinnen und Beamten in mittleren Ämtern beschäftigt ist; im Bahnbereich gehören rund 80 Prozent der Beamten Laufbahnen im mittleren und einfachen Dienst an. Gerade für die in Ballungszentren Wohnenden sind die Einschnitte schon katastrophal. Diese wird es wenig interessieren, dass Minister, Parlamentarische Staatssekretäre sowie die Bundeskanzlerin von einer Sonderzahlung ausgeschlossen werden.

Beamtinnen und Beamte leisten ohnehin ihren Beitrag zur Haushaltskonsolidierung. Sie entrichten Ökosteuer, die die Rentenversicherungsbeiträge senkt. Aus ihren Steuermitteln werden über den Bundeshaushalt die Sozialversicherungen mit etwa 80 Milliarden Euro gestützt, ohne dass Beamte Gegenleistungen in Anspruch nehmen. Die für die Beamtinnen und Beamten einseitigen Sparmaßnahmen müssen beendet werden.

Die in der Bundesrats-Drucksache 142/06 vom 24. Februar 2006 als Kompensationsmaßnahmen erwähnten allgemeinen Einkommensteuersenkungen haben zwar zu einer Nettoentlastung geführt, von der allerdings alle Lohn- und Einkommensteuerzahler profitieren. Außerdem werden die Belastungen aus der Arbeitszeiterhöhung auf zuletzt 41 Wochenstunden (seit 1. März 2006) nicht berücksichtigt. Im Tarifbereich wird schon seit Wochen wegen einer Anhebung der Arbeitszeit auf 40 Wochenstunden massiv gestreikt.

Überdies haben sich inzwischen nicht nachvollziehbare Bezahlungsunterschiede zwischen Beamten und Tarifbeschäftigten innerhalb des öffentlichen Dienstes in der Bundesverwaltung entwickelt: Die Tarifbeschäftigten des Bundes erhalten für 2005 und 2006 unverändert eine Jahressonderzahlung in Höhe von etwa 82,14 Prozent (West) oder 61,60 Prozent (Ost) eines Monatsentgelts sowie Urlaubsgeld, das für die unteren Entgeltgruppen 332,34 Euro und darüber 255,65 Euro beträgt. Durch den neuen Tarifvertrag im öffentlichen Dienst (TVöD) erhalten sie (erst) ab 2007 eine einheitliche Jahressonderzahlung, die gestaffelt nach Entgeltgruppen 60 bis 90 Prozent eines Monatsentgelts beträgt.

Die Bundesregierung spart wiederholt auf Kosten der Beamten. Sie stellen eine erhebliche Benachteiligung der Beamtinnen und Beamten dar.

Die Schere zwischen Angestellten und Beamten klafft immer mehr ! Und wir müssen alle in einem Büro sitzen ! Das ist Mobbing pur !

Weihnachtsgeld bekommen die Angestellten mehr / Arbeitszeit bleibt bei 38,5 Std / Urlaubsgeld wird gezahlt / Einmalzahlungen oder Erhöhungen werden gezahlt ! Jetzt sagen Sie, werden sie doch Angestellter ! Wenn das so einfach wäre ! Wenn ein Beamter zum Angestellten wechselt macht er minus denn das wirkt sich negativ auf seine spätere Rente aus.Denn es muss ja in die Rentenkassen nachgezahlt werden !

Und das Beste kommt noch ! Ein Beamter darf nicht streiken! Er ist und bleibt also weiterhin Spielball der Regierung !!!

Nicht immer auf die Beamten schimpfen sondern sich mal ganz genau informieren! Denn was den "schlechten Ruf" anbelangt der von der Bildzeitung noch immer geschürrt wird davon entstehen nur Missverständisse und die Problematik wird weiterhin geschürrt. In den GROSSEN Gehaltsklassen mag das alles sein aber laut Statistik sind die Kleinen Beamten die Mehrheit die es ausmacht im System. Und die werden immer wieder geschrubbt.

Das musste ich einfach mal los werden!!!! Der Ärger ist zu groß !

Gruß

E.

Sehr geehrte Damen und Herren! Ich bin immer wieder überrascht, daß trotz der vielen hohen Managergehälter, sich keiner mehr getraut, das Wort Rentenerhöhung in den Mund zu nehmen. Die Preissteigerungen sind zwischenzeitlich so enorm gestiegen, dass einem das ganze Politikervolk auf den Nerv geht. Wundern Sie sich, dass die Linken so stark im kommen sind? Seit Jahren tut niemand mehr etwas für die Rentner. Auch nicht der Sonnenkönig Münteführing. Es ist einfach eine Schande, so mit den Bürgern, die wie ich 49 Arbeitsjahre haben, umzugehen. Können wir nicht auch mal, wie die Lokführer, mit unseren Autos Autobahnen stilllegen oder sonstige Aktionen vornehmen? Leider haben wir keine Lobby. Anders ist es mit unseren, sich freikaufenden Ehrenmännern, wie Kohl Graf Lambsdorf, Ackermann, Esser, usw. usw. alle nicht vorbestraft. Armes Deutschland. Alle sind vor dem Gesetz gleich. Haha. Nicht zu vergessen den Ehrenmann Schrempp, der trotz Milliardenverlusten, herrlich und in Freuden lebt. Dieter S.

Deutschland ist sicherlich keine Bananenrepublik. Aber das Thema soziale Gerechtigkeit wird galoppierend vernachlässigt. Die Teuerungsate steigt Jahr für Jahr und der Euro hat dem Bürger gar nix gebracht - außer, dass er in Amerika billiger einkaufen kann und sonst überall doppelt bezahlt. Die Gehälter der Angestellten steigen in der Regel seit 2000 nicht mehr. Da fließt soviel Geld in Deutschland, aber nur in die Taschen der Mangager und Inhaber von Unternehmen. Der normale Bürger wird kontrolliert klein gehalten à la: mit wieviel Geld kommt man gerade noch so zurecht. Ich bin 38 und möchte nicht später geboren sein. Die heutige Jugend wird wahrscheinlich nochmal weniger verdienen, während ein paar wenige Ihre Milliarden auf Privatinseln ausgeben, weil sie einfach nicht mehr wissen - wohin damit?

-> also: Große Vermögen höher besteuern!

Dirk. F.

Mein Vater hat 40 Jahre und meine Muter 35 Jahre in die Sozialkassen eingezahlt.
Nach betriebsbedingter Kündigung erhält meine Mutter bis zu ihrer Rente kein Geld, weder Hartz IV noch andere Leistungen vom Arbeitsamt. Auch wurde eine Frührente abgelehnt. 35 Jahre in das Sozialsystem eingezahlt und jetzt von diesem im Stich gelassen. Mein Vater ist Rentner und erhält etwa 950 Euro. Legen Sie diese Zahl bitte Berliner Politikern vor. Sie sollen erklären wie ein Zwei-Personen-Haushalt mit 950 Euro auskommen soll?
Durch diese Frage erübrigt sich auch die Antwort auf Ihre Frage ob Deutschland sozial gerecht sei. Özcan Ü.

Nein, in Deutschland nimmt die soziale Gerechtigkeit rapide ab!

1. Bildung: Die Qualität nimmt ab. Für eine mittelmäßige Universität muss bezahlt werden. Gute Bildung ist unerschwinglich geworden.

2. Soziale Schere: Viele Angestellte und Arbeiter haben seit 2001 stagnierendes Einkommen bei deutlich höheren Kosten.

3. Manager: Schaden dem Staat und dem Volk. Den Unternehmen geht es oft nur bilanziell gut. Viele Unternehmen kränkeln innerlich schwer. Den Schaden bezahlen alle.

4. Politik: Ist zum Selbstzweck geworden. Viele Politiker dienen versteckt interessen fremder Unternehmen und Staaten. Gesetze die daraus resultieren können kaum für das Volk gemacht sein.

5. Presse: Eine gute Demokratie beraucht eine gute Presse. Die Zeit, wo Journalisten guten und hintergründigen Journalismus betrieben ist vorbei. Zu viel Rücksicht auf Partei- und Wirtschaftspolitik rezuziert die Medien zu Unterhaltungseinrichtungen.

Die Verquickung von diesen wenigen Beispielen ist u. a. die Ursache warum die soz. Gerechtigkeit nur noch eine Worthülse ist. Es gab Zeiten, da hat sich die Welt an Deutschland orientiert.

Mit freundlichen Grüßen

Andre T.

Ist Deutschland sozial gerecht?

Darunter das Bild von Herrn Mehdorn mit dem Verweis auf sein Gehalt. Was hat das eine (Staat), mit einem Gehalt von einem (privaten) Unternehmen zu tun?

Das habe ich nicht verstanden. Ich denke man kann hier nur zu guten Analysen kommen, wenn man beim Thema bleibt und nicht eine ideologische Suppe anrührt, wie Sie gleich am

Anfang machen indem Themen die nichts miteinander zutun haben vermischen. Oder Sie sagen, man sollte den Sozialismus einführen, dann kann der Staat ja die Gehälter festlegen. Dann sagen Sie das aber auch, wenn Sie das so meinen.

Bemerkenswert ist, das Parteien die besonders sozial sein wollen, wie die SPD in NRW, in Jahrzehnten das Land stärker heruntergewirtschaftet haben, als andere Parteien dies in anderen Regionen geschafft haben. (Familenatlas vom Bundesfamilienministerium : Wie familenfreundlich sind die Regionen)

Immer schön das Wort sozial in den Mund nehmen und hinterher entsteht eine Situation die man bei genauer Betrachtung sicher nicht mehr "sozial gerecht" nennen kann. (bei dem Beispiel: Weniger Kindergartenplätze, bei Bildung weit hinten, weniger Lebensqualität wie in anderen Regionen…) Was ist daran sozial, das bestimmte Lobbys wie der Kohlebergbau oder die Unterstützung von Arbeitslosen sehr viel Steuergeld frißt und für den Rest der Steuerzahler ist kaum was da?

Allerdings hat das nicht generell etwas mit einer Partei zu tun. Es fällt nur auf, das gerade diejenigen die oft was "sozial und gerecht" reden, oft eine gegenteilige Realität schaffen, weil sie Träumer sind. Allerdings gebe ich zu, kann einem die Realität und die nötigen Maßnahmen mehr den Tag vermiesen als Illusionen.

Was könnte man machen:

Eine Sauerei ist, das in Deutschland nur die Arbeit besteuert wird, nicht aber Vermögen. Eine Sauerei ist das in den letzten Jahren die Sozial- und HartzIV Empfänger stärkere

Anstiege prozentual zu verzeichnen hatten wie im Durchschnitt der Arbeitnehmer. Aber doch nicht wegen der Unternehmen. Schließlich kaufen ja auch Gewerkschaftsmitglieder chinesische Waren im MediaMarkt und bei Ikea. Da die Produkte aber nicht teurer werden können, ist der Ausweg nur eine geringere Staatsquote. Da ist aber genug Luft. Wenn der Staat dem Arbeitnehmer 8% weniger abnehmen würde, wäre dies ein gewaltiges Innovations- und soziales Gerechtigkeitsprogramm, weil dadurch auch eine größere soziale Lücke zu den "nicht Arbeitern" entstehen würde.

Jetzt kann man sich an Fragen wie Einsparpotential machen, die diese "soziale Gerechtigkeit" dann ermöglichen. Und da müssen auch Fragen erlaubt sein wie: Warum sind wir der größte Zahler der EU? Warum leisten wir uns so viele Subventitionen? Warum werden Politiker nicht nach Effizienz bewertet?

(Die Liste kann beliebig fortgesetzt werden. Der rote Faden bleibt aber; das Thema braucht Macher die notorische Bedenkenträger, Themenaussitzer und Rumquatscher nach Hause schicken. )

Untern Strich würde nach einem solchem Maßnahmenkatatog aber trotzdem so ausgehen, das viele zu der Erkenntnis kommen, das es "viel kälter in Deutschland" geworden ist.

Aber genau dann ist es gut. Denn so wie es jetzt ist, das einige arbeiten - und viel abgeben müssen, damit der Staat zufrieden ist - darin kann ich keine soziale Gerechtigkeit erkennen.

Sollten "die Deutschen" von ihrer Arbeit - netto - mehr profitieren und das Gefühl haben, das sich Arbeit lohnt, wären Managergehälter weniger ein Problem.

Michael S.

Sehr geehrte Damen und Herren,

Deutschland betreffend kann eigentlich nur noch von sozialer Ungerechtigkeit die Rede sein ! Auf der einen Seite z. B. Manager aber auch Politiker mit unermesslicher Raffgier und Selbstbedienungsmentalität und auf der anderen Seite das einfache Wahlvolk mit immer weniger im Beutel.

Ich bin leider mittlerweile Rentner und habe darum nicht die geringste Lobby, wenn ich jünger wäre würde ich diesem Land den Rücken kehren.

Ich bin tief enttäuscht was aus diesem Land geworden ist, der Weg zur Wahlurne kommt für mich nicht mehr in Frage. mfg

Horst M.

Große Vermögen höher besteuern, Hartz IV abschaffen, Mindeslöhne einführen - (und nicht oder, sondern: UND endlich die Staatsverschuldung abbauen - die bereits von Ihnen angebotenen Antworten auf Ihre Frage, wie mehr soziale Gerechtigkeit geschaffen werden kann. Wenn sich die Manager (und viele andere) die Taschen füllen, wie sie es zur Zeit tun, muss man deren Einkünfte sowie das Vermögen Reicher viel höher besteuern und wenn man Hartz IV nicht abschafft, sollte der Regelsatz um 300€ netto erhöht werden.

Das Kindergeld gehört abgeschafft und stattdessen muss das gesamte Bildungs- und Erziehungswesen komplett neu aufgebaut werden. Die Kindergartenpflicht und auch Ganztagsschulen halte ich für unabdingbar. Ich sehe in billigen Wohngegenden mit vielen Hartz IV-Familien nur Paare mit mehreren zu dicken und blass und fahl aussehenden Kindern, die mit 5 Jahren noch kein Wort richtig sprechen können, und sich mit Süssigkeiten und Pommes vollstopfen. Und das sind alles deutsche Kinder! Deren Unterschichts-Eltern scheinen auch nur 2-Wortsätze zu beherrschen, ähnlich wird auch mit dem Hund geredet. Kein Wunder, dass da weder die Kinder noch die (meistens sind es Kampf-) Hunde was lernen. Wenn man das Kindergeld abschafft und in angemessene Früh- und Schulförderung pumpt, dann kriegen die Kinder nicht nur vernünftiges Essen, sondern auch mal etwas Bildung serviert, wie wäre das denn mal?

Dieses wäre schon jetzt ohne weiteres zu finanzieren. Geht aber nicht, weil Politiker mit dem wahren Reichtum dieses Staates hinter dem Berg halten und die Bevölkerung mit ihrem ewigen "Es ist kein Geld da"-Gejammer oder Gedrohe für dumm verkaufen und die Wirtschaft lobhudeln.

Hier ist kein Geld für Arme da, so siehts aus! Wenn nicht endlich das Bildungssystem hier revolutioniert wird, dann haben wir bald ein Volk von komplett Blöden, und das scheint die Politik wohl auch zu wollen. Dann brechen für die Geldscheffler die schönsten Zeiten an, da können sie allen erzählen, im Himmel ist ne Käsehandlung! In diesem Land gibt es zwei Geldkreisläufe. Der eine ist der "untere" Kreislauf der Arbeitenden und Arbeitslosen. Die ersten finanzieren die zweiten. Daran verdient der Staat nichts.

Dort kreist eine sich immer weiter verringernde Geldmenge. Diese wird immer kleiner, weil durch Steuern und Abgaben bei den Arbeitenden immer mehr Geld abgezogen wird, wie durch eine Injektionsnadel. Wohin geht dieses Geld? In die Staatskasse, wo es hemmungslos verschleudert wird, und woran sich alle möglichen anderen bedienen. z. B. werden Konzerne, die ihre Arbeiter mies bezahlen und super verdienen, nicht zur Kasse gebeten und sacken die $$ ein.

Das ist dann der "obere" Geldkreislauf der Reichen und Gutverdienenden. Da die Gutverdienenden nicht genug besteuert werden, wird von ihnen zuwenig wieder in den "unteren" Geldkreislauf der Arbeitenden und Arbeitslosen zurückgeführt, und so entsteht hier die Schieflage. So lange sich die Bevölkerung weiter für blöde verkaufen lässt, wird sich daran nichts ändern, ich hab die Hoffnung aufgegeben. War Zufall, dass ich Ihren Artikel gelesen hab - ich vermeide Poltik, sonst kriege ich bald Schreikrämpfe.

Margret F. aus Braunschweig

ich weis garnicht wo ich beginnen soll! nein, in der brd geht es nicht gerecht zu und es läuft vieles falsch. wer sich mit dem normalo unterhält spürt deutlich es brodelt, und immer öfter hört man die worte wie ,wir brauchen eine revolution. seit der schröder reg. hat die wirtschaft, die politik und uns bürger im würgegriff, keine partei hat noch ein gefühl dafür wie es dem kleinen mann bzw der sogen. mittelschicht wirklich geht. h.schröder feuerte den kleinen mann an sein schwer gespartes geld in börsenpapiere zu investieren,wie das ausging wissen wir alle.das geld wechselte vom kleinen mann zum millionaer.oder nehmen wir den fall d.schrempp (vorstand daimler chrysler) der in zehn jahren seiner amtszeit ca. 30milliarden us-dollar vernichtet hat,wird mit unsäglichen millionen dafür auch noch belohnt.

oder die politiker die dem bürger wasser predigen und selbst nach kürzesten zugehörigkeiten zu den parlamenten sich mit fetten pensionansprüchen auf die warmen sessel der energiewirtschaft abseilen und damit jedem bürger zeigen wie dumm er eigentlich ist. ich bekomme wutanfälle wenn ich typen wie hundt, olaf henkel usw. seit 10 jahren klagen höre der deutsche arbeiter sei zu teuer, ist er nicht , unser staat hat die arbeitskosten ins unermässliche getrieben,durch unzählige fehleinschätzungen von vorgängen (deutsche einheit, einheitskanzler kohl).

mittlerweile kann man in allen europäischen nachbarländern besser verdienen, bei zum teil erheblich weniger stress, in der firma bist du heute nur noch ein kostenfaktor. die ganzen fein gezwirnten controller wissen immer nur das geht billiger und schneller, und wir müssen personal abbauen. ich frage mich wofür diese herren jahrelang studieren müssen, diese weisheiten kann ich doch von jedem ... bekommen.

nein, wenn nicht die politik uns normalbürger in diesem system, versucht ein lebenswerdes darsein zu ermöglichen, fürchtet ich ernsthaft um den sozialen frieden in diesem land, mit für keinen von uns absehbaren folgen. auch die wohlhabenden werden dann ihren reichtum nicht mehr ohne weiteres hier so wie gewohnt genießen können.

kugelix

Früher gab es mal Unternehmer. Die haben ordentlich verdient, sich aber auch verantwortlich gegenüber ihren Beschäftigten gefühlt.

Heutzutage gibt es Manager die mit dem Geld anderer Leute spielen. Und Verantwortung kennen die nur gegenüber ihrem Bankkonto.

Ackermann, Esser und Schrempp sind drei Musterbeispiele. Das ist sehr platt, sehr pauschal, vielleicht ungerecht und es gibt viele Ausnahmen.

Dennoch verstehe ich die vielen Menschen die es so sehen und frustriert sagen "Die da oben machen doch sowieso was sie wollen".

Was getan werden muss? Ich weiß es nicht.

Mir viel nur das dazu ein:

"Erst wenn der letzte Baum gerodet,
der letzte Fluss vergiftet,
der letzte Fisch gefangen ist,
werden die Menschen feststellen,
dass man Geld nicht essen kann."

Prophezeiung des kanadischen Stammes der Cree

"Erst wenn der letzte Angestellte entlassen ist,
keiner mehr was kaufen kann
und alle Haushalte pleite sind,
werden die Manager feststellen,
dass man Geld nicht essen kann."

Ich hoffe es kommt nicht soweit.

Ich weiß nur, dass es der Staat allein es nicht richten kann.

Michael G.

Lieber Stern,

das Bundeskabinett hat in seiner Sitzung am 19.09.2007 einen Gesetzesentwurf zur 8. Änderung des Steuerberatungsgesetzes verabschiedet, bei dem die im Referentenentwurf des Bundesfinanzministeriums enthaltenen Lockerungen der Monopolstellung der Steuerberater komplett gestrichen wurden. Still und heimlich werden hier bei Randthemen ohne Argumente Privelegien einer kleinen Berufsgruppe gegen die Allgemeinheit geschützt. Tausende neue Arbeitsplätze werden verhindert - gegen alle öffentlichen Bekundungen unserer Politis.

Es geht hier längst nicht mehr um Glaubwürdigkeit oder Gerechtigkeit. Es steht eine Mauer zwischen der Macht und dem Volk, die früher oder später einzureißen ist. Unser Demokratieansatz hat versagt. Werte und soziale Verantwortung spielen keine Rolle mehr.

Es erinnert mich alles an die letzten Jahre in der DDR. Der Widerspruch zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Der gleiche Film!

Kay P.

Wie wäre es denn die Staatsverschuldung weiter zu betreiben, was passiert dann eigentlich ? (siehe DDR) oder genügt Geld drucken ?

Zur Not gibt es dann eine Vereinigung mit ???? die oder der werden es dann mit div. Abgaben schon richten.

mfg

Steffen K.

Sehr geehrte Damen und Herren, wir haben selbst ein kleines Unternhemen, aber von den Manager- und Politiker-Gehältern (selbst von den Höheren Angestellten oder Beamten) können wir nur träumen. Und wenn man dann sieht, wie alleine ein Clasen von ENBW sich selbt sozusagen eine Abfindung bis an sein Lebensende zuschanzt, und dem kleinen Mann werden die Strompreise erhöht, oder wie auch bei allen anderen großen Konzenernen Millionen-Gehälter verteilt werden, dann ist der Normalbürger doch wirklich doof überhaupt noch zu arbeiten. Solcher Abzuockerei geöhrt ein Riegel vorgeschoben - wer ist denn für die Arbeitsverträge von diesen Leuten verantwortlich??? Vermutlich können die Ihre Verträge, wenn Sie erst mal an diesen Posten sind mit Ihresgleichen selbst aufsetzten- und das tun die dann nur zu Ihrem Eigenen Besten. Oder Aktiengeschäfte wie im Fall Schremp, der nun auch noch an dem Aktien-Aufschwung verdient, und viele Mitarbeiter haben Ihren Arbeitsplatz verloren oder mußten Lohneinsparungen und Mehrarbeit in kauf nehem. Hier gehören Kontrollen her, und ein derartiges Gefälle im Lohn und Gehalt dürte es nicht geben!!! - das gehört verboten und gesetzlich in der Höhe begrenzt!!! Wenn wir kleinen in unserer GmbH nur ein wenig unser Gehalt hochsetzen, muß dies Vertraglich festgehalten sein, und darf nicht für die eigenen Firma schädlich sein, sonst wird dies sofort vom Finanzamt als "verdeckte Gewinnausschüttung" deklariert und ist wieder zurückzuzahlen.

mit freundlichen Grüßen ingeborg m.

Liebes Stern-Team,

bei dieser Diskussion schauderts mir. Gerechtigkeit und Fairness sind Begriffe, die in Deutschland voellig ueberansprucht werden. Sie sind meiner Ansicht meist eng verknuepft mit einer tief in unserer Mentalitaet verwurzelten Missgunst und einem entsprechend wildwuetenden Verteilungsstaat (oder sogar besser: Enteignungstaat). Das Nachsehen haben die, die (zumeist abhaengig beschaeftigt) sich ins "Zeug werfen" und diese Zeche der angeblichen Fairness zahlen muessen.

Warum diskutieren wir nicht ueber die Vorteile eines schlanken Staates, Innovation und Geschaeftstuechtigkeit? Das sind Themen, die uns weiterbringen und nicht diese ewig leidige Diskussion: Warum hat mein Gegenueber mehr als ich - das ist aber unfair - wie koennen wir ihm/ihr das abnehmen...

Gruss

E. Wagner

Sehr geehrtes stern-Team, die Regierung sollte mehr für die Bildung des Landes tun, vor allem für die Ausländer. Mehr Nachhilfe, modernere Unterrichtsmaterialien. Und die Staatsverschuldung könnte man auch langsam Schritt für Schritt abbauen. Eine weitere gute Invesition ist die Forschung für umweltfreundlichere Verkehrsmittel. Außerdem sollte die Bundesregierung auch Geld in Zukunftsprojekte, wie Stuttgart 21 oder der Transrapid in München. Viele Grüße Marc F.

bevor hartz IV erhöht wird, sollten die löhne erhöht werden. Es kann nicht sein, dass sich jemand der sich auf hartz IV die. ... schaukelt mehr Geld zur Verfügung hat als jemand der den ganzen tag arbeiten geht.Ich will nicht sagen das alle hartz IV Empfänger faul sind, leider kenne ich zu viele Negativbeispiele. ich suche selbst seit 5 Jahren Arbeit in meinem erlernten beruf, war aber trotzdem nicht einen tag ohne Arbeit. Kollegen kündigten mit der Begründung die ziehen mir zu viel von meinem (hartzIV) Geld ab... desweiteren sollte man sofort zeitarbeitsunternehmen mit ihren Dumpinglöhnen verbieten oder die Bedingungen ändern z.B. Zahlung der firmenüblichen Gehälter. man hat mir mit Sonderqualifikation in München!!!! Bei einem großen zeitarbeitsunternehmen einen Job angeboten für knapp 1200€ netto... ein stückgutfahrer ohne Qualifikation verdient genauso viel... und das in Nordhessen.... desweiteren Mindestlohn sofort verstehen sie es nicht falsch, es ist gut das es hartz IV gibt für bestimmte Personengruppen: Alleinerziehende, wo es der Staat nicht auf die reihe bekommt Kinderbetreuung zur Verfügung zu stellen, behinderte die auf Grund ihrer Behinderung nicht arbeiten können und Rentner die ihr leben lang gearbeitet haben und es nicht reicht. Der Rest nur Lebensmittelgutscheine. außerdem sofortige Aufhebung des Mitspracherechts des Arbeitgebers auf Nebenbeschäftigung und der Treuepflicht nicht beim Konkurrenten arbeiten zu dürfen. Änderung des Einkommensteuerrechts in Hinsicht auf Steuerklasse VI wer.... sich mehrere Jobs antut braucht das Geld sofort und nicht erst nach ca 1 1/2 Jahren, wenn der Antrag endlich bearbeitet ist. jeder der für diesen Mist verantwortlich ist sollte mindestens ein halbes Jahr unter diesen umständen leben und arbeiten.... das kuriert. Aber solange man seine Diäten hat interessiert es ja keinen (außerdem kenne ich das Wort Diät immer nur mit Verzicht und weniger...) lieben Gruß Karin

meine Meinung dazu. Es wird immer Ungerechtigkeiten geben und jeder Versuch durch ständiges umverteilen alle happy zu machen bestraft nur Fleissige und unterstützt Transferempfänger.

Lasst die Dinge einfach laufen. Jder ist seines Glückes Schmied. Das Leben ist kein Schlotzer so einfach.

Gruß

Christoph

Die Frage muß lauten: Kann Gier grenzenlos sein ?

Deutschland kann niemals gerecht oder ungerecht sein, es sind die Menschen, welches ein Land ausmacht und die Menschen in Deutschland sind gierig, egoistisch und vor allem die wohlhabenden (Manager/Politiker) denken nur an ihre eigene Tasche. Solange kein soziales Bewußtsein auch den Manager erfaßt, solange wird es in Deutschland auf der einen Seite die finanziell Benachteiligten geben, die zusammen mit den Doofen in die Röhre schauen und auf der anderen Seite die großen, skrupellosen Abzocker. Jene Dreckssäcke, die zu geizig sind freiwillig von ihren zich Millionen auch mal was an andere zu geben oder überhaupt einmal jemandem etwas zu gönnen, da müssen Gewinne gar Cent-Optimiert werden und das Schlimme dabei ist, keiner von den Deppen denkt an die Folgen, denn wenn sie alles haben und alle nix, werden die sich noch umschauen !

Schönen Gruß

simply

Liebe Sternredakteure, die Probleme sind mittel- bis langfristig nicht die hohen Mangergehälter, dass ließe sich schnell durch Besteuerung in den Griff bekommen, sondern die sich aus der Geringbezahlung resultierende Unlusst an qualitativer Arbeit der Wertschöpfenden (Arbeiter). Es sind diejenigen die ihre Leistung nicht mehr anerkannt bekommen obwohl sie es sind, welche die Werte schaffen welche die hohen Manager Gehälter und Dividenten ermöglichen. Die Arbeit muss nur noch ruck zuck vom Tisch, Qualität ist dabei nur noch eine verbale Floskel. Die Endkontrolle der Produkte muss der Kunde übernehmen. Die Langzeitfolgen für den Hersteller, wegen der miesen Qualität, kommen leider erst verspätet das heist ohne momentane Folgen für das Geschäftsergebniss beim Hersteller an. Wenn die Folgen sich dann schließlich im Ergebniss niederschlagen ist ein Umsteuern fasst nicht mehr möglich weil die Kunden die Nase voll haben von dem Produkt. Genau darin liegt die Ursache für das Sterben vieler deutscher Mittelständler und dem Abstoßen ganzer so genannter unrentabler Geschäftszweige großer Unternehmen. Nicht mehr das Produkt und seine Qualität ist das Geschäftsziel sondern ausschließlich die Rendite. Der Wertschöpfende ist dabei nur noch ein Unkostenfaktor den man zwar als Kunde benötigt, den man aber die Möglichkeit zum konsumieren durch Geringbezahlung oder gar Ausgrenzung aus der Konsumgesellschaft verweigert.

Die Industriegesellschaft Deutschland wurde einst von Erfindern, Ingenieuren und Facharbeitern die deren Ideen in die Realität umsetzten geprägt und aufgebaut. Der Wert eines Unternehmens bestand ausschließlich aus dem Wert und der Brauchbarkeit seiner Erzeugnisse. Heute wird ein Unternehmen nahezu vorwiegend von technologischen Laien (BWLern, Rechtsverdrehern usw.) geführt. Der Wert eines Unternehmens besteht lediglich aus einer Luftnummer, dem Aktienkurs.

Alle diejenigen die sich heute noch auf der Gewinnerseite wähnen sollten bedenken, dass sie die relative Ruhe in diesem Land ausschließlich der erfolgreichen Volksverdummung unseres Bildungssytems zu verdanken haben. Wie lange jedoch diejenigen stillhalten denen man das Denken erfolgreich abgewöhnt hat ist schwer vorauszusagen. Aber wehe wenn sie eines Tages doch zum Denken kommen. Schäuble weiß sehr wohl warum er die Bundeswehr als Polizeiersatz etablieren möchte. Mit etwas Angst vor der Zukunft grüßt

Rolf S.

Betr.: arm-reich Debatte

Ihr tut immer so in der Presse, als gäbe es noch Alternativen in der Ausrichtung unserer Gesellschaft. Das ist aber nicht möglich in einem System das den materiellen Gewinn als Prämisse jeglichen ökonomischen Bewerten und Handeln hat und dieses absolut durchsetzt. Der Mensch erntet noch immer die Früchte, die er sät. So einfach ist das. Solange wenige auf Kosten vieler den Hals nicht voll genug kriegen und über das Kapital verfügen andere Menschen für ihre Ziele zu kaufen, können wir debattieren, wie wir wollen, es lässt sich nix mehr ändern. Die Entscheidung ist sowieso schon längst gefallen. Das System muss und wird vollständig kollabieren. Zieht euch schon mal warm ihr Geld-Fresser, es wird nämlich nicht mehr lange dauern, bis die vielen sich wehren. Proletarier aller Länder vereinigt euch...endlich!

Peter W.

HALLO: Haben Sie sich schon mal die Beträge der "Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung" nach dem SGB XII - viertes Kapitel - angesehen ?

Mit Regelsätzen die seit Jahren gleich sind. Wobei die Sozialbehörden immer wieder versuchen Leistungen zu kürzen.Wie z.B. beim Bedarf für Unterkunftskosten und ähnliches. Bei meiner ersten Vorsprache beim Sozialamt sagte mir deren Leiter wörtlich: "Von mir bekommen Sie nichts.Gehen Sie zum Bundespräsitenten der kann Sie unterstützen." Prompt folgte auch die Ablehnung unseres Antrages auf Grundsicherung. Erst nach Eingabe wurde der Antrag von der übergeordneten Behörde genehmigt. Wortlaut des Amtsleiters wieder: "Leider bin ich gezwungen ihren Antrag zu bearbeiten und ihnen den Grundsicherungsbetrag zu zahlen." So etwas nennt man dann auch Fürsorgepflicht. Wenn es um das Gehalt oder Weihnachtsgeld der Beamten geht heißt es aber "unser Minimum an Lebensqualität muß gewahrt werden."

Wolf

Moin, moin,

die Regierung sollte schon Hartz IV abschaffen, was sie aber nicht tun wird. So bleibt als nächster Schritt eine Anpassung der Regelsätze an die lebensnahe Verbraucherwirklichkeit. Von 311 Euro kann kein Mensch leben!!!

Ich habe 25 Jahre sozialversicherungspflichtig gearbeitet, wurde abreitlos, erhielt nach 1 Jahr ALG I dann Hartz IV in der Erwerbsgemeinschaft mit meiner Frau. Als 58 jähriger, 2 x studiert, 25 Jahre Berufserfahrung, habe ich auf dem Arbeitsmarkt keinerlei Chance. In den 3 Jahren meiner Hartz IV-Zeit habe ich meinen Arbeitsberater nicht einmal zu Gesichte bekommen, geschweige denn eine Einladung in die Behörde erhalten. Ich gehe jetzt völlig frustriert in die Altersarmut.

Politiker sind schon lange keine Volksvertreter mehr, sie haben nicht mehr ihr Ohr im Volke. Es bleibt mir nur eine kleine logische Konsequenz: jede Wahl wird boykottiert! Und ich bete jeden Tag: Lieber und gerechter Gott: Bitte organisiere eine Sozialrevolution und öffne der Obrigkeit Ohren und Herzen.

Trotz alledem: Das Leben ist und bleibt lebenswert, trotz alledem...

Mit freundlichem Gruß

Hartmut T. U.

Der Artikel vom 09. Oktober 2007 von Lutz Kinkel hätte besser "monetäre Gerechtigkeit" überschrieben werden sollen, denn er greift unter dem Titel "soziale Gerechtigkeit" zu kurz.

Zu einer Diskussion über "soziale Gerechtigkeit" zählt nämlich auch eine Werte-Debatte, eine Demokratie-Debatte und letztlich ein Hinterfragen des (z.B. darvinistisch, monetär oder sozial geprägten) Menschenbildes.

Ich möchte die Werte-Frage an einem Beispiel verdeutlichen: Wessen Arbeit, die Arbeit eines Fußball-Trainers im Breiten-Sport oder in einem Bundesliga-Vereins, hat den höheren Wert? Monetär besehen, die Antwort ist klar, der Bundesliga-Trainer.

Doch wessen Arbeit hat höheren Nutzen für die Gesellschaft?

Die des Bundesliga-Trainers, der im sicher unerwünschten Neben-Effekt Großeinsätze der Polizei und der Rettungsdienste generiert, um saufende und randalierende "Fans" im Griff zu halten; oder die des Breitensport-Trainers, der Sport als gesellschaftsverbindendes und gesundheitsförderndes Element begreift?

Demokratie bedarf gesicherter Lebensumstände. Wer sich ständig Sorgen machen muß, wie er die nächsten Tage über die Runden kommt, hat den Kopf nicht frei für "politische Gedanken"; kann sich das zur Demokratie-Teilhabe notwendige Bild nicht machen.

Eine "sozial gerechte Demokratie" und somit "soziale Gerechtigkeit" werden wir nur dann erreichen, wenn wir den gesellschaftlichen Nutzen der Arbeit neu bewerten. Eine rein monetäre Betrachtung der unterschiedlichen Einkommen-Verhältnisse wird der Frage nach "was ist sozial gerecht?" eben nicht gerecht!

Matthias D.

Hallo

Solange wir in Deutschland so Chefs haben wie die Mehdorn, Zuwinckel-Ackermänner USW. Die die CDU nahestehen und sich auf kosten der Allgemeinheit bereichern und sich in 10 Jahren 300%Gehalterhöhung selber geben und unsere Politiker das zulassen.Wirt sich nichts ändern.

Grüße Günther K.

Hallo,

in Deutschland wird die Spanne zwischen Arm und Reich immer größer.Die 2 Klassengesellschaft wird immer weiter vorangetrieben. Sei es durch Hartz 4 oder andere Benachteiligungen sozial schwacher Menschen. Frauen mit Kindern werden steuerlich zu hoch belastet. Wunderts jemanden das in Deutschland kein Nachwuchs kommt? Unigebühren, wer soll denn studieren, nur die Menschen die es sich finanziell leisten können? wie kann es sein, das eine arbeitslose Frau nichts an soziler Sicherung erhält weil ihr Freund , mit dem sie die Wohnung teilt, Geld verdient? Sollte diese junge Frau sich räumlich von ihrem Freund trennen, erhält sie Hartz 4. Was läuft hier schief?

Ich denke eine Umfrage ist sicherlich sinnvoll, bleibt aber letztendlich ohne Konsequenz.

Schade, ich denke ich bin nicht die Einzige, die schwarz in die Zukunft sieht. Ich bin 40 Jahre, Krankenschwester. Ich soll noch 26 Jahre arbeiten? Mit immer weniger Mitteln u. Kräften schafft das kein Mensch......

SLK

Ist Deutschland sozial gerecht?

Ich konnte selten auf eine Frage mit einem deutlicheren „Nein“ antworten. Zwar lassen wir niemanden Verhungern, aber wir nehmen den Menschen unten und sogar schon in der unteren Mitte der Gesellschaft schon vom Kindesalter an jede Chance, es wenigstens in das „Mittelfeld“ der Gesellschaft zu schaffen. Schuld daran sind unausgegorene Konzepte, die nur monetäre einen minimalen Lebensstandard fördern, aber die Kinder schon mit den eigentlichen Problemen allein lassen. Ansonsten wird gefordert, aber nirgendwo wirklich gefördert. Die Schule funktioniert nur, wenn im Hintergrund akademisch gebildete Eltern die erbärmlichen Defizite ausgleichen, die durch überholte Strukturen, unmotivierte, pädagogisch, methodisch und didaktisch überforderte Lehrkörper, staatlich erarbeitete überfrachtete Lehrpläne und katastrophale Lehrbücher und Lernmaterialien produziert werden.

Dafür werden die Eltern, sofern sie sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind, ausgenommen, wie die Weihnachtsgans. Besonders die Mittelschicht darf bluten. Hohe Steuern, ohne die Schlupflöcher der privilegierten Selbstständigen, die sich auch den horrenden Kosten der Sozialversicherungen entziehen dürfen. Wo bleibt ihr Anteil an der Volkssolidarität? Durch öffentlich zur Schau gestellte Spenden, die sie dann wieder von der Steuer absetzen?

Steuererhöhungen und die Finanzierung des (Sozial)-Staates werden immer so gesetzt, dass es Familien mit Kindern am härtesten trifft (siehe z.B. Mehrwertsteuer Erhöhung, Studiengebühren etc.). An anderer Stelle wird dann von der Politik suggeriert, einen Ausgleich zu schaffen. Dieser aber ist mit schöner Regelmäßigkeit der Rede nicht wert (Ganztagsschulen, Kindertagesplätze etc., und natürlich alles gegen „Gebühr“ und „Beitrag“). So wird der Rest des Mittelstandes weiter in Richtung Armut getrieben. Da wird das Kilometergeld horrend beschnitten und gleichzeitig an hohen Steuern auf steigende Energiepreise hervorragend verdient. Da wird die Unterstützung beim Wohnungsbau auch für die Familien abgeschafft. Da können durch Verknappung des Wohnraumes die in der Regel reicheren Eigentümer (Vermieter) halt besser verdienen. Also, Umverteilung, in nennenswertem Umfang nur nach Oben.

Ich kann nur sagen, wir bereiten unsere Kinder konsequent darauf vor, dieses Land verlassen zu können. Es gibt noch eine Menge Länder, die zumindest ehrlicher sind und wenigstens nicht so tun als seien sie das soziale Gewissen aller Menschen.

K. R.

Sehr geehrte Damen und Herren,

in dem Artikel "Ist Deutschland sozial gerecht?" von Lutz Kinkel wird dazu eingeladen, seine Meinung zur "sozialen Gerechtigkeit" abzugeben. Die Fragestellung richtet sich allerdings hauptsächlich nach einer "finanziellen Gerechtigkeit", was den Eindruck hinterläßt, daß "sozial" mit "Geld" gleichzusetzen sei. Was ist aber mit Zugang zu Arbeit, Bildung oder Rechtsprechung?

"Soziale Gerechtigkeit" ist vielschichtig und multidimensional. Die Forderung danach wird oftmals als Programm gegen Ungleichheiten verstanden. Doch zeigt die Realität, daß Menschen sehr unterschiedlich sind. Somit hängt "soziale Gerechtigkeit" stark vom Menschenbild ab.

Der "Homo Oeconomicus" wurde dazu konstruiert, Wirtschaftsprozesse besser zu verstehen. Doch seit den 1990er Jahren zeigt sich, dass dieses Menschenbild nicht immer funktioniert. Es scheint allerdings, daß dieses Menschenbild als Vorbild dient und sich Personen danach zu richten versuchen, um sich "Mensch" nennen zu können. Doch eben dieses Menschenbild ist "unsozial", weil die Maximierung des persönlichen Nutzens im Vordergrund steht.

Das Ultimatumspiel der experimentellen Wirtschaftsforschung zeigt(e), daß der Mensch weltweit ein "natürliches Gerechtigkeitsempfinden" hat. Wenn der Mensch allerdings ein "natürliches Gerechtigkeitsempfinden" hat, muß gefragt werden, weshalb es trotzdem Korruption, Machtmißbrauch, Armut und sonstige "negativen Auswüchse" von Ungerechtigkeit gibt. Schließlich erwartet jeder, gerecht behandelt zu werden...

Neuere Ansätze im Management gehen auf diese Fragen ein und versuchen z.B. mit Methoden, wie "Balanced Scorecard", einen "gerechteren Weg" zu beschreiten, indem Mitarbeiter, Kunden und Partner als Menschen einbezogen werden und nicht nur als "geldbringende Objekte".

Sie fragten danach, wie die Regierung eines Staates "soziale Gerechtigkeit" umsetzen kann. Meiner Meinung nach, indem die Regierung offenlegt, welche Ziele sie verfolgt: welches Menschenbild liegt zugrunde, was wird unter "sozialer Gerechtigkeit" verstanden und wie gedenkt man, diese aufgrund des Menschenbildes zu verwirklichen? Schließlich verpflichtet sich eine Regierung (in den meisten Staaten der Welt) an Eides statt, Gerechtigkeit zu praktizieren (in Deutschland: Artikel 64(2) des Grundgesetzes).

Wenn der heutige Ansatz "Sozial ist, was Arbeit schafft" lautet, müßte eine Regierung auch so konsequent sein und z.B. Maschinen verbieten, denn der Umgehrschluß wäre: "Unsozial ist, was Arbeit vernichtet".

Ich hoffe, ich konnte mit dieser Mail etwas zur "sozialen Gerechtigkeit" beitragen. Weitere Informationen finden Sie auf folgenden Webseiten: http://www.iovialis.org/download http://www.psgd.info

Mit freundlichen Grüßen aus Kiew,

Jörg D.

Sehr geehrte Damen und Herren,

bei diesem Thema platzt mir seit langem die Hutschnur.

Die Politiker und Manager haben doch längst den Kontakt zur Basis verloren.

Hat sich denn in den letzten Jahren mal ein Politiker oder Manager eine Gehaltsabrechnung eines normalen Arbeiters angesehen?

Da wird über einen Mindestlohn von 7,50 EUR/Stunde gestritten; dies würde Brutto ca. 1.200,-- EUR/ Monat entsprechen, also keine 900,- EUR,netto bei Steuerklasse eins. Davon dann Wohnug, Nebenkosten, ein kleines Auto und Lebenshaltungskosten begleichen, geht schon kaum; da noch etwas für seine Altersvorsorge tun, schon mal gar nicht.

Nur als Beispiel; ein Herr Mehdorn arbeitet bei einem Jahreseinkommen von rund 4.000.000,-- EUR bei ca. 200 Arbeitstagen und rund 16 Stunden/Tag ca. eine Stunde für den geforderten Mindestmonatslohn eines Arbeiters...

Sowohl die Politiker als auch die Manager müßten gezwungen werden sich mal wieder damit auseinander zu setzen, wie es einem ganz normalen Arbeiter mit seinem Einkommen geht; was netto von brutto übrigbleibt und was das ganz normale Leben heute kostet.

Hinzu kommt derzeit doch noch das ständige Schrauben an den Preisen, alles wird immens teurer, ob Brot, Milch, die täglichen Dinge des Lebens, ganz zu schweigen von den Benzinkosten und den Energiekosten für die Wohnung.

Die Politik kann hier nicht häufig genug den Managern ins Stammbuch schreiben, dass sie sich endlich einmal mäßigen sollen, sowohl mit der Preistreiberei als auch mit ihren eigenen Gehältern.

Wir brauchen uns nicht zu wundern, wenn in dieser Situation mal wieder einer aufstehen würde und die Massen hinter sich bringt; eine Verteilung von oben nach unter vorausgesetzt. Aber diese Manager sind dann mit ihren Millionnen schnell über alle Berge.

Auch wenn ich selbst noch zur recht gut verdienenden Mittelschicht gehöre (als Sachbearbeiter bei einer Versicherung) habe ich den Bezug zur Basis nicht verloren und weiß, mit welchen Einkommen viele Familien heute rechnen und auskommen müssen.

Es ist eine Schande, dass in dieser Situation Politiken noch über Mindestlöhne streiten, mit denen man nicht mal mehr einigermaßen ordentlich leben kann!!!

Also eine Kehrtwende in der Politik, keine Zugeständnisse mehr an Großkonzene und Lobbyisten (auch nicht an die Pharmaindustrie und dergleichen), die Staatsverschuldung möglichst schnell abbbauen und dafür sorgen, dass der kleine Mann wieder etwas mehr in der Tasche zum konsumieren hat; zu Beispiel dringend den Solizuschlag streichen (kommt zwar leider auch wieder den Großverdienern zugute) oder vielleicht den Solizuschlag erst von einer bestimmten Einkommensteuerhöhe an erheben, z.B. 20% Solizuschlag auf alle Einkommensteuerbeträge von über 1.000,-- EUR. So würden die Großverdiener mehr belastet und der kleine Mann entlastet.

In diesen Sinne

Bernd B.

Betr.: Sozialgefälle in Deutschland

Unser Bundespräsident bemängelt mit Recht das zunehmende Sozial-Gefälle. Aber leider ist er nur ein Papiertiger. Die Politiker interessieren sich nicht für seine Äußerungen. Wer keine Lobby hat, fällt durch den Rost. Arbeitslose und Rentner haben keine Lobby. Wer Arbeit hat, kann wenigstens streiken uns so seiner Forderung, am Aufschwung teilnehmen zu wollen, Nachdruck verleihen. Insofern ist der Streik der Lokführer zu verstehen. Aber was machen die Bezieher von Harz IV ? Welches Druckmittel haben sie? Wo bleibt der laute Protest der Rentner, die Jahr für Jahr mit 0-Runden abgespeist werden? Für das nächste Jahr sind 1,7 % Rentenerhöhung im Gespräch, ein lächerlicher Betrag angesichts des gewaltigen Aufschwungs und der Preissteigerungen. Wer kämpft für sie um höhere soziale Gerechtigkeit? Welche Organisation oder Partei vertritt die Interessen der Rentner?

Vom Wortlaut "sozialdemokratisch" müßte das die SPD tun. Aber die SPD ist teilweise unsozialer als die CDU. Die CDU und FDP waren noch nie sozial. Das sind die Parteien der Arbeitgeber und der Reichen. Die GRÜNEN haben ihr Profil verloren, nachdem sie nicht mehr ihr ureigenstes Thema Umwelt-Politik glaubhaft besetzen noch die Sozialpolitik. Die LINKE leidet noch immer an ihrer sozialistischen Vergangenheit und deshalb für viele Menschen nicht wählbar. Deshalb werden sie in Deutschland nur wenig Einfluß bekommen.

Fazit: Die nicht betuchten Menschen haben in Deutschland keinen Fürsprecher. Deshalb werden sie immer ärmer.

Dieter K.

Es wird immer schlimmer. Die so genannten Leistungsträger (Manager) bedienen sich in skrupelloser Weise und alle Schranken der Scham fallen. Wenn man dieses Thema der Selbstbedienung anspricht, fällt sofort das Wort Neiddebatte (eine Lieblingsvokabel FDP- und CDU-Politiker). Es wird in der Öffentlichkeit, auch in der schreibenden Presse, nicht deutlich dargestellt, wer einen Betrieb oder eine Firma nach vorne bringt. Es sind natürlich alle Beteiligten: ob Arbeiter, Angestellter, Vorarbeiter, Meister, Geschäftsführer oder Manager. Ein Rädchen greift ins andere und so wird es auch immer bleiben. Deshalb wäre es nur gerecht, wenn auch alle an einem Erfolg eines Betriebes oder einer Firma teilhaben würden. Nur kann ich zurzeit keine Entwicklung zu einer gerechteren und sozialen Gesellschaft in Deutschland erkennen.

Uwe W.