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SPD kritisiert Troika: Sozialdemokraten fordern Kanzlerkandidat noch 2012

Politiker kritisieren Pläne der Parteiführung, bis Januar 2013 an der Troika aus Parteichef Sigmar Gabriel, Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier und Ex-Finanzminister Peer Steinbrück festhalten.

Niedersachsens SPD-Landeschef Stephan Weil plädiert für einen Mitgliederentscheid über den nächsten SPD-Kanzlerkandidaten: "Falls es mehrere Bewerber gibt, sollten die Mitglieder offen und transparent darüber abstimmen." Ein solcher Beschluss durch die Mitglieder werde die SPD insgesamt stärken. Weil, der SPD-Spitzenkandidat bei der Landtagswahl im Januar 2013 ist, verwies darauf, dass die SPD in Niedersachsen mit einer solchen Urwahl "hervorragende Erfahrungen" gemacht habe. Dies gelte auch für die SPD in Schleswig-Holstein. Entscheidend sei, dass ein solcher Wettbewerb fair ablaufe und keine Narben hinterlasse.

Derzeit gelten der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel, Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier sowie Ex-Finanzminister Peer Steinbrück als mögliche Herausforderer von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bei der Bundestagswahl im September 2013. Die sogenannte SPD-Troika hat verabredet, erst nach der Wahl in Niedersachsen zu entscheiden, wer von ihr antreten soll. Gabriel hatte erst kürzlich ebenfalls eine Mitgliederbefragung nicht ausgeschlossen.

Auch Garrelt Duin, Sprecher des konservativen Seeheimer Kreises, plädierte am Freitag für ein Vorziehen der Entscheidung, wer die Partei in die Bundestagswahl 2013 führen soll. "Die Wahl in Niedersachsen im Januar kann auch mit einem Kanzlerkandidaten erfolgreich bestritten werden", sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion im ZDF.

Das Dreigespann aus Gabriel, Steinmeier und Steinbrück hatte bei seinem jüngsten gemeinsamen Auftritt vor der Presse in Berlin keinen überzeugenden Eindruck hinterlassen. Vielmehr entsteht seit Wochen der Eindruck, dass Parteichef Gabriel eine immer stärkere Rolle gewinnt. Sein größtes Manko ist seine geringe Beliebtheit in Umfragen. Als neue mögliche Kanzlerkandidatin ist seit ihrem Wahlsieg in Nordrhein-Westfalen auch Ministerpräsidentin Hannelore Kraft im Gespräch. Sie hat einen Wechsel nach Berlin aber kategorisch ausgeschlossen. Duin sagte dem ZDF: "Kraft sollte nicht gezwungen werden, in die Gefahr eines Wortbruchs zu kommen."

nw/DPA/AFP / DPA