SPD-Nachwuchsorganisation Drohsel tritt als Juso-Chefin zurück


Die Chefin der SPD-Jungsozialisten, Franziska Drohsel, will vorzeitig ihr Amt niederlegen. Der Grund für den Rücktritt vom Juso-Bundesvorsitz sei aber privater und nicht politischer Natur. Ohnehin habe sie den Posten nie als "Sprungbrett in die Berufspolitik" gesehen.

Nach knapp drei Jahren an der Spitze der Jusos hat Franziska Drohsel ihren Rücktritt als Vorsitzende der SPD-Nachwuchsorganisation angekündigt. Sie werde Mitte Juni auf dem Juso-Bundeskongress in Essen nicht erneut kandidieren, teilte die 29-Jährige am Mittwoch in Berlin mit. Ihre reguläre Amtszeit wäre erst im nächsten Jahr abgelaufen. Die Gründe seien ausschließlich privater Natur. Eine Sprecherin sagte, Drohsel bereite sich auf das 2. Jura-Staatsexamen vor.

"Ich habe den Juso-Bundesvorsitz nie als Sprungbrett in die Berufspolitik gesehen", betonte Drohsel, die auch Gründungsmitglied der linken Denkfabrik "Institut Solidarische Moderne" ist. "Der Juso-Verband ist in einem guten Zustand, so dass ich diese Entscheidung auch politisch verantworten kann". In den letzten Jahren sei das Profil als linker Jugendverband geschärft worden.

Drohsel, die ihre Briefe stets "mit sozialistischen Grüßen" zeichnet, hatte immer wieder die Agenda-Politik der SPD kritisiert. Sie warb für eine Annäherung an die Linken. Mit einzelnen Linke-Politikern wie Vorstandsmitglied Katja Kipping arbeitete sie inhaltlich zusammen.

Drohsel gilt als durchsetzungsfähig

Die erste Frau nach drei Männern an der Spitze war vor ihrer Wahl 2007 bereits zwölf Jahre bei den Jusos aktiv. 2009 war sie mit 69 Prozent der Stimmen als Juso-Chefin wiedergewählt worden war. Sie gilt als zielstrebig und durchsetzungsfähig. Ihr wird viel politisches Potenzial bescheinigt. Die Juristin forschte für ihre Promotion zum Thema Koalitionsfreiheit.

Einen Erfolg verbuchten die Jusos auf dem SPD-Parteitag im November 2009. Gegen die ursprüngliche Empfehlung der neuen Parteiführung unter Sigmar Gabriel forderte der Parteitag die Wiedereinführung der Vermögensteuer.

Kurz nach ihrer Wahl 2007 war Drohsel wegen der Mitgliedschaft in der "Roten Hilfe" in die Schusslinie geraten. Diese unterstützt Aktivisten der linken Szene, die mit staatlichen Organen in Konflikt gekommen sind.

DPA/Reuters DPA Reuters

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