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stern-RTL-Wahltrend: De Maizière stürzt ab, die CDU nicht

Verteidigungsminister Thomas de Maizière muss heute Rede und Antwort zur Euro-Hawk-Affäre stehen. Die Bürger haben ihm bereits das Vertrauen entzogen. Seine Partei leidet darunter jedoch nicht.

Verteidigungsminister Thomas de Maizière hat nach dem Desaster um die Drohne "Euro-Hawk" in der Bevölkerung massiv an Vertrauen verloren, der Union jedoch schadet die Affäre bislang nicht. Im stern-Politikerranking, in dem die Bürger ausgewählten Politikern Punkte von 0 (für "kein Vertrauen") bis 100 (für "sehr hohes Vertrauen") vergeben konnten, stürzt de Maizière im Vergleich zum letzten Ranking im Februar 2013 um 6 Punkte ab. Im Schnitt erzielt der Minister, der an diesem Mittwoch seinen Bericht zur "Euro-Hawk"-Affäre dem Verteidigungs- und Haushaltsausschuss des Bundestages präsentiert, nur noch 45 Punkte. Im letzten Ranking im Februar 2013 war er auf 51 Punkte gekommen.

Die Union dagegen kann sich behaupten. Im stern-RTL-Wahltrend legt sie im Vergleich zur Vorwoche sogar um 1 Punkt auf 41 Prozent zu. Zusammen mit der FDP (unverändert 4 Prozent) erzielt die Koalition 45 Prozent. Rot-Grün kommt in der Umfrage nur auf 37 Prozent: Wie in der Vorwoche wollen 24 Prozent der Wähler für die SPD stimmen und 13 Prozent für die Grünen (minus 1). Auf die Linke entfallen weiter 8 Prozent. Die Piratenpartei (3 Prozent) und die „Alternative für Deutschland“ (ebenfalls 3 Prozent) würden nicht dem Bundestag angehören. Sonstigen Parteien wollen 4 Prozent ihre Stimme geben.

Verwandtenaffäre schadet Seehofer

Neben dem Verteidigungsminister zählt im stern-Politikerranking auch CSU-Chef Horst Seehofer zu den Verlierern – ihm macht die Verwandtenaffäre seiner Parteifreunde zu schaffen. Seehofer sinkt auf 43 Punkte (minus 2). Unangefochten an der Spitze des Rankings liegt mit 67 Punkten weiter Kanzlerin Angela Merkel, CDU (plus 1), gefolgt von der nordrhein-westfälischen Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, SPD (58 Punkte, plus 2). Sie ist in der Bevölkerung damit deutlich beliebter als der Kanzlerkandidat ihrer Partei, Peer Steinbrück. Er kann nur 47 Punkte sammeln (minus 1).

Großer Gewinner ist Linken-Fraktionschef Gregor Gysi, der sich auf 39 Vertrauenspunkte steigern kann (+7). Er liegt damit vor Außenminister Guido Westerwelle, FDP (38 Punkte, plus 1) sowie Wirtschaftsminister und FDP-Chef Philipp Rösler (unverändert 32 Punkte). Abgefragt wurden außerdem Finanzminister Wolfgang Schäuble, CDU (unverändert 55 Punkte), Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (erneut 49 Punkte), SPD-Chef Sigmar Gabriel (45 Punkte, plus 2) sowie Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin (44 Punkte, plus 1).

Merkel deklassiert Steinbrück

Wie im Ranking ist auch der Abstand zwischen Merkel und Steinbrück in der Kanzlerpräferenz hoch: Könnten die Deutschen ihren Kanzler direkt wählen, würden sich 57 Prozent für Merkel und 20 Prozent für ihren Herausforderer entscheiden.

Datenbasis: Für das Politikerranking befragte das Forsa-Institut am 29. und 30. Mai 2013 für den stern 1002 repräsentativ ausgewählte Bundesbürger. Für den Wahltrend wurden zwischen dem 27. und 31. Mai 2013 im Auftrag des Magazins stern und des Fernsehsenders RTL 2508 Bürger befragt. Alle wurden durch eine computergesteuerte Zufallsstichprobe ermittelt. Die statistische Fehlertoleranz beträgt beim Ranking bei +/- 3 Prozentpunkte, beim Wahltrend +/- 2,5 Prozentpunkte.

mw