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stern-RTL-Wahltrend: Union stürzt auf 32 Prozent

Die Union verliert, die FDP stagniert. Gemeinsam erzielen sie Zustimmungswerte wie zu Helmut-Kohl-Parteispenden-Zeiten, so der stern-RTL-Wahltrend. Und welche Regierung wünschen sich die Deutschen?

Das schwarz-gelbe Lager ist bei den Deutschen so unpopulär wie seit zehn Jahren nicht mehr. Im stern-RTL-Wahltrend fiel die Union im Vergleich zur Vorwoche um 2 Punkte auf 32 Prozent, ihren niedrigsten Wert seit der Bundestagswahl vor einem halben Jahr. Die FDP stagniert bei 8 Prozent. Gemeinsam erreichen Union und FDP damit nur noch 40 Prozent der Stimmen. Schlechter standen beide zusammen im stern-RTL-Wahltrend zuletzt Anfang 2000, als die Spendenaffäre von Altkanzler Helmut Kohl die Werte von CDU/CSU nach unten zog.

Vom Imageverlust der Regierungsparteien profitiert die Opposition: Die SPD klettert um 2 Punkte auf 25 Prozent, ihren besten Wert seit der Bundestagswahl. Die Linke steigt um einen Punkt auf 12 Prozent. Die Grünen verlieren dagegen einen Punkt, bleiben mit 15 Prozent aber weiter stark. Mit zusammen 52 Prozent liegt das Oppositionslager nunmehr 12 Punkte vor Schwarz-Gelb.

"Westerwelle und Klerus ruinieren Regierung"

Die Regierungskoalition ist inzwischen so unbeliebt, dass sich die meisten Deutschen die Große Koalition zurückwünschen. 56 Prozent aller Befragten sagen, ihnen wäre ein derartiges Bündnis lieber als die jetzige Regierung. Der Ansicht sind sogar 45 Prozent der Unionsanhänger.

Zum Stimmungstief hat nach Ansicht von Forsa-Chef Manfred Güllner neben ihrem Dauerzank auch die Imagekrise von Guido Westerwelle beigetragen. Güllner sagte dem stern, der Außenminister polarisiere zu stark. Dadurch verschrecke der FDP-Chef viele, die vor einem halben Jahr noch FDP gewählt hätten, und mobilisiere das Oppositionslager. Darüber hinaus haben Christdemokraten und Christsoziale offenbar unter dem Vertrauensverlust der katholischen Kirche zu leiden. Nach Forsa-Analysen ist der Anteil der Katholiken, die für die Union stimmen wollen, zwischen Januar und März um zehn Prozent gefallen. Ende Januar begann die Welle von Missbrauchsvorwürfen gegen katholische Einrichtungen. Güllner bringt es auf den Nenner: "Westerwelle und der Klerus ruinieren die Regierung."

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