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Terrorangst in Tunesien: Großbritannien holt Touristen zurück - Auswärtiges Amt gibt Reisehinweise

Zwei Wochen nach dem Anschlag auf ein Strandhotel in Tunesien ruft Großbritannien Touristen zurück. Deutschland will dem britischen Beispiel nicht folgen, warnt aber vor der Reise in bestimmte Landesregionen.

Nach dem Terroranschlag in Tunesien steht die Sicherheit in dem bei Touristen beliebten Land zur Debatte.

Touristen reisen von ihrem Hotel ab, das sich neben dem Imperial Marhaba Hotel in Sousse befindet. Mindestens 39 Menschen starben bei einem Terroranschlag in dem tunesischen Badeort.

Deutschland wird sich vorerst nicht den umstrittenen Reisewarnungen des britischen und dänischen Außenministeriums für Tunesien anschließen. "Zur Zeit gibt es keine Reisewarnung, aber sehr ernstzunehmende Reise- und Sicherheitshinweise, die insbesondere den Hinweis enthalten, sich aktuell informiert zu halten", sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes. Nach seiner Schätzung machen derzeit "eine hohe vierstellige oder niedrige fünfstellige Zahl" an deutschen Touristen in Tunesien Urlaub.

"Von unseren Leute vor Ort haben wir keine Informationen über eine veränderte Sicherheitslage", sagte ein Sprecher von Thomas Cook Deutschland. Man stehe aber in ständigem Kontakt zum Auswärtigen Amt. Mit dem Reisekonzern Tui sind nach Angaben des Unternehmens derzeit rund 1000 Urlauber aus Deutschland in Tunesien unterwegs. "Solange es keine einheitliche europäische Regelung gibt, müssen wir uns an der Einschätzung des Auswärtigen Amtes jedes einzelnen Landes orientieren", sagte ein Tui-Sprecher.

Großbritannien hatte tags zuvor eine Reisewarnung ausgesprochen. Rund 3000 Briten in Tunesien wurden zur Ausreise aufgefordert. Ein weiterer terroristischer Anschlag gegen Briten sei "hochwahrscheinlich", sagte Außenminister Philip Hammond. Britische
Reiseveranstalter wollten am Freitagabend damit beginnen, die Touristen nach Hause zu fliegen. Geplante Urlauberflüge nach Tunesien wurden gestrichen.

Kritik aus Tunesien: "Das ist, was die Terroristen wollen."

Nach Großbritannien forderte Dänemark am Freitag Bürger des Landes auf, das arabische Land zu meiden. "Es besteht ein hohes Risiko für Terroraktionen gegen westliche Ziele in Tunesien", heißt es in einer Reisewarnung des Außenministeriums Dazu zählten Touristenattraktionen, öffentliche Gebäude und Plätze, an denen sich große Menschenmengen versammelten. "Es besteht auch ein Entführungsrisiko", heißt es. Vor zwei Wochen waren bei einem islamistisch motivierten Terroranschlag nahe der Touristenhochburg Sousse 38 Menschen getötet worden, darunter 30 Briten. Tunesiens Botschafter in Großbritannien, Nabil Ammar, verurteilte die Reisewarnung. "Das ist das, was Terroristen wollen", sagte er der BBC. Hotels müssten schließen, Menschen würden arbeitslos. "Hoffnungslosigkeit ist eine Quelle von Terrorismus", sagte der Diplomat.

Reise-Hinweise vom Auswärtigen Amt

Das Auswärtige Amt in Berlin rät von Reisen in bestimmte Landesteile Tunesiens ab. Dazu gehört beispielsweise die Gebirgsregion nahe der algerischen Grenze. Im Westen des Landes sei jenseits der Hauptverkehrsrouten generell besondere Vorsicht anzuraten, heißt es. Das Auswärtige Amt rät auch von Touren oder organisierten Fahrten in den Süden und insbesondere die Wüstenregionen ab, wegen des bestehenden Risikos von Entführungen.

"Wir als Reiseveranstalter würden uns wünschen, dass es innerhalb der EU eine einheitliche Einschätzung der Sachlage und eine intensivere Kommunikation zwischen den Geheimdiensten und Behörden geben würde", sagte der Thomas-Cook-Sprecher.

las/DPA