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Uni-Finanzen: Mit Studiengebühren Kredite bezahlt

Die Studiengebühren sollen eigentlich dazu dienen, die Lehre zu verbessern. Mehrere Unis in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen haben das Geld aber anderweitig verwendet - und zum Beispiel Imagebroschüren finanziert oder Haushaltslöcher gestopft.

An mehreren Hochschulen werden die Studiengebühren zweckentfremdet. Nach einem Bericht des Berliner "Tagesspiegel" schafft die Uni Göttingen mit den Geldern Sportgeräte an, obwohl die Gebühren der Verbesserung der Lehre dienen sollen. Die Uni Aachen habe Gelder für Imagebroschüren verwendet. Die Fachhochschule Hildesheim/Göttingen habe ein 300.000 Euro-Haushaltsloch gestopft, die Uni Dortmund wolle mit Gebühren-Geldern ein Defizit von 400.000 Euro ausgleichen.

Für Niedersachsen verteidigte Wissenschaftsminister Lutz Stratmann (CDU) diese Ausgaben. Sie würden die Hochschulen "an anderer Stelle entlasten", sagte er. Das Wissenschaftsministerium Nordrhein-Westfalen kündigte dagegen auf Anfrage eine Untersuchung an.

In Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen müssen Studienanfänger seit diesem Winter 500 Euro pro Semester zahlen. Vom kommenden Sommersemester an gibt es dort Gebühren für alle. Auch Bayern, Baden- Württemberg und Hamburg führen dann allgemeine Studiengebühren ein.

DPA / DPA