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Urteil über Aberkennung des Doktortitels Plagiatsverfahren gegen Schavan geht in entscheidende Runde


In einer möglicherweise wegweisenden Sitzung berät der Fakultätsrat erneut über die Aberkennung des Doktortitels von Annette Schavan. Die Bildungsministerin hält sich derweil in Südafrika auf.

Die Universität Düsseldorf treibt das Plagiatsverfahren gegen Bundesbildungsministerin Annette Schavan voran. Am Dienstag tritt der maßgebliche Fakultätsrat zu einer möglicherweise entscheidenden Sitzung zusammen. Die Beratungen der 19 Mitglieder über eine mögliche Aberkennung des Doktortitels der CDU-Politikerin dürften nach Angaben eines Universitätssprechers mehrere Stunden dauern. Schavan hält sich derweil in Südafrika auf. Die Ministerin brach am Montag zu fünftägigen politischen Gesprächen über berufliche Bildung und Wissenschaftskooperation nach Johannesburg, Pretoria und Kapstadt auf, teilte das Ministerium in Berlin mit.

Der Ausgang der Sitzung des Rats der Philosophischen Fakultät ist völlig offen: Das Gremium könnte Schavan den 1980 erworbenen Doktortitel entziehen oder sich gegen die Aberkennung aussprechen. Möglich ist auch, dass der Rat die Prüfung der umstrittenen Doktorarbeit "Person und Gewissen" fortsetzt und eine weitere Sitzung anberaumt.

Auch Prüfverfahren der Universität ist umstritten

Schavan, eine enge Vertraute von Kanzlerin Angela Merkel, hatte angekündigt, um ihren Titel zu kämpfen. Sie räumte zwar Flüchtigkeitsfehler in ihrer Dissertation ein, wies den Vorwurf des Plagiats oder der Täuschung aber entschieden zurück. Die Plagiatsvorwürfe waren erstmals Ende April 2012 im Internet aufgetaucht. Plagiatsjäger warfen Schavan unkorrektes Zitieren und die Verschleierung von Quellen vor.

Der Düsseldorfer Fakultätsrat hatte am 22. Januar das Verfahren zur Aberkennung des Doktortitels eingeleitet und war damit der Empfehlung des Promotionsausschusses gefolgt. Dieser hatte die Dissertation als Vorinstanz geprüft. Eine Frist gibt es nicht. Sollte der Rat Schavan den Doktorgrad entziehen, kann sie innerhalb eines Monats vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf klagen.

Das Prüfverfahren der Universität ist unter Wissenschaftlern ebenso umstritten wie die Tragweite der angeblichen Zitierfehler Schavans. Schavan hatte gefordert, externe Fachgutachten einzuholen.

fle/DPA DPA

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