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Die Morgenlage "Furchtbarer Eingriff": Trump bricht TV-Interview ab und droht mit vorzeitiger Veröffentlichung

Sehen Sie im Video: Trump fühlt sich unfair behandelt, stürmt aus TV-Interview und droht dem Sender.




Zwei Wochen vor der Präsidentschaftswahl in den USA hat Amtsinhaber Donald Trump ein TV-Interview vorzeitig abgebrochen. Das teilte der Fernsehsender CBS am Dienstagabend mit.  Trump drohte auf Twitter damit, einen Mitschnitt noch vor dem geplanten Ausstrahlungstermin am kommenden Sonntag selbst zu veröffentlichen. Er kritisierte das geführte Gespräch als «Fake» und «parteiisch».  Vor der Wahl sollte das Interview Teil einer Sonderausgabe über den Republikaner Trump und seinen demokratischen Herausforderer Joe Biden an diesem Sonntag sein. Trump sprach von einem «furchtbaren Eingriff» in die Wahl am 3. November. Regelmäßig wirft er US-Medien vor, diese würden Biden nicht annähernd so hart angehen wie ihn.

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7595 Corona-Neuinfektionen in Deutschland +++ Meistgesuchter Mafia-Boss Italiens zu lebenslanger Haft verurteilt +++ Söder gibt Regierungserklärung zu Coronakrise ab +++ Die Nachrichtenlage am Mittwochmorgen.

Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser,

die Corona-Lage in Deutschland bleibt auch den neuesten Zahlen zufolge äußerst angespannt. Dass die Ausgangsbeschränkungen im aktuell besonders belasteten Kreis Berchtesgadener Land ein Einzelfall bleiben, dürfte unwahrscheinlich sein. Viele Politiker und Kommunalvertreter halten es für gut möglich, dass ähnliche Maßnahmen demnächst auch andernorts nötig werden. Unterdessen sorgt US-Präsident Donald Trump für einen neuen Eklat in seiner Dauerfehde mit der Presse.

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag: 

Trump bricht TV-Interview ab und droht mit vorzeitiger Veröffentlichung

Zwei Wochen vor der US-Präsidentschaftswahl hat Amtsinhaber Donald Trump ein TV-Interview vorzeitig abgebrochen. Das teilte der Fernsehsender CBS mit. Trump drohte auf Twitter damit, einen Mitschnitt noch vor dem geplanten Ausstrahlungstermin am kommenden Sonntag selbst zu veröffentlichen. Er kritisierte das mit der renommierten Journalistin Lesley Stahl für die CBS-Sendung "60 Minutes" geführte Gespräch als "fake" und "parteiisch". Das Interview sollte Teil einer "60 Minutes"-Sonderausgabe über den Republikaner Trump und seinen demokratischen Herausforderer Joe Biden am kommenden Sonntag sein.

Trump sprach von einem "furchtbaren Eingriff" in die Wahl am 3. November. Bei einem Wahlkampfauftritt am Dienstagabend in Erie im US-Bundesstaat Pennsylvania schien er CBS zu drohen. "Ihr müsst Euch anschauen, was wir mit '60 Minutes' machen. Ihr werdet einen solchen Kick bekommen", sagte der Präsident vor jubelnden Anhängern. "Lesley Stahl wird nicht glücklich darüber sein." Bereits zuvor hatte Trump ein kurzes Video auf Twitter veröffentlicht, zu dem er schrieb: "Lesley Stahl von '60 Minutes' ohne Maske im Weißen Haus nach ihrem Interview mit mir. Da kommt noch viel mehr."

Trump, der zu Monatsbeginn selbst an Covid-19 erkrankt war, trägt fast nie einen Mund-Nasen-Schutz. Zudem hat er wiederholt nachweislich falsche Aussagen über Gesichtsmasken und das Coronavirus verbreitet. Medien, die kritisch über ihn berichten, bezeichnet der US-Präsident als "Volksfeinde" und ihre Berichte als "Fake News". Regelmäßig wirft er US-Medien vor, diese würden Biden nicht annähernd so hart angehen wie ihn selbst.

7595 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert-Koch-Instituts von heute früh 7595 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Der Wert bleibt damit knapp hinter der Höchstmarke von 7830 vom Samstag zurück, liegt aber deutlich über den 5132 gemeldeten Neuinfektionen vom vergangenen Mittwoch.

Die Zahl der Neuinfektionen hatte am Samstag zum dritten Mal in Folge einen Rekordwert seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland erreicht. Die jetzigen Werte sind allerdings nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird – und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Meistgesuchter Mafia-Boss Italiens zu lebenslanger Haft verurteilt

Italiens meistgesuchter Mafia-Boss Matteo Messina Denaro ist von einem Gericht in Sizilien zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Der 58-Jährige gilt als mächtigster Mann der sizilianischen Mafia, auch wenn unklar ist, ob er die gesamte Cosa Nostra kontrolliert. Das Gericht in der Stadt Caltanissetta verurteilte Denaro am Dienstagabend wegen seiner Beteiligung an Bombenanschlägen im Jahr 1992, bei denen die gegen die Mafia vorgehenden Richter Giovanni Falcone und Paolo Borsellino sowie weitere Menschen getötet wurden, wie die Nachrichtenagentur Ansa meldete. Denaro ist 1993 untergetaucht und seither auf der Flucht. Er wurde in Abwesenheit verurteilt.

Das Gericht habe den Angehörigen der Opfer außerdem Beträge zwischen 10.000 und 500.000 Euro zugesprochen, die drei Überlebenden der Bombenanschläge sollen 100.000 Euro bekommen, hieß es weiter.

Dodgers gewinnen Auftakt in World Series gegen Rays deutlich

Die Los Angeles Dodgers sind mit einem Sieg in die World Series der Major League Baseball gestartet. Gegen die Tampa Bay Rays holte die Mannschaft aus Kalifornien am Dienstagabend ein 8:3. Für die Meisterschaft in der besten Baseball-Liga der Welt sind vier Siege notwendig. Die Mannschaften spielen in Arlington in der Nähe von Dallas wegen der Corona-Pandemie bei reduzierter Stadionkapazität vor etwa 11.000 Zuschauern im Globe Life Field. Die MLB ist damit die erste der großen US-Ligen, die ihren Meister vor Fans ermittelt. In der NHL und der NBA hatten die Finalserien wie zuvor schon die Playoffs an abgeschotteten Austragungsorten ohne Zuschauer stattgefunden.

Was heute wichtig wird

Das sind die wichtigsten Themen und Termine des Tages:

Söder gibt Regierungserklärung zu Coronakrise im Landtag ab

Angesichts der immer weiter steigenden Corona-Zahlen in Bayern will Ministerpräsident Markus Söder (CSU) heute um 13 Uhr eine Regierungserklärung im Landtag abgeben. Im Zentrum steht die weitere Strategie im Kampf gegen das Virus. Söder will dem Vernehmen nach vor allem auch an die Verantwortung und Vernunft jedes einzelnen appellieren, mitzuziehen, extrem vorsichtig zu sein und geltende Anti-Corona-Maßnahmen strikt einzuhalten.

Bayern liegt inzwischen insgesamt über dem bundesweit vereinbarten Warnwert von 50: Genau 51,72 Infizierte je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen hatte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Dienstag gemeldet. Bundesweiter Spitzenreiter war der Landkreis Berchtesgadener Land. Dort gelten seit Dienstag um 14 Uhr die ersten Ausgangsbeschränkungen im Freistaat seit dem Lockdown im Frühjahr. Die drastischen Einschnitte gelten zunächst bis zum 2. November. 

Frankreich erinnert mit Gedenkveranstaltung an getöteten Lehrer Paty

Frankreich will mit einer nationalen Gedenkveranstaltung an den brutal ermordeten Lehrer Samuel Paty erinnern. Die Feier soll am Abend um 19.30 Uhr im Innenhof der traditionsreichen Pariser Universität Sorbonne stattfinden. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wird zu der Veranstaltung erwartet. 

Der 47-jährige Lehrer Paty war am Freitagnachmittag Ermittlern zufolge von einem 18-Jährigen attackiert und getötet worden. Seine Leiche wurde enthauptet aufgefunden. Die Ermittler gehen davon aus, dass Paty ermordet wurde, weil er im Unterricht Karikaturen des Propheten Mohammed gezeigt hatte. Macron nannte die Tat einen islamistischen Terrorakt. In Frankreich war das Entsetzen und die Anteilnahme riesig. Zehntausende gingen am Wochenende auf die Straße, um sich solidarisch zu zeigen.

Weitere Warnstreiks im öffentlichen Dienst vor dritter Tarifrunde

Kurz vor der dritten Verhandlungsrunde am Donnerstag erhöht die Gewerkschaft Verdi den Druck auf die Arbeitgeberseite. Heute sind erneute Warnstreiks unter anderem in Niedersachsen, Baden-Württemberg, Sachsen, Bremen und Hamburg angekündigt, wie Verdi mitteilte. Je nach Region werden Beschäftigte von Kitas, Verwaltungen, Krankenhäusern oder Müllabfuhren aufgerufen ganztägig die Arbeit niederzulegen. Die Gewerkschaften fordern bei einer einjährigen Laufzeit des neuen Tarifvertrages ein Lohn- und Gehaltsplus von 4,8 Prozent, mindestens aber 150 Euro mehr im Monat. Die Arbeitgeber haben für die bundesweit rund 2,5 Millionen Beschäftigten insgesamt 3,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt in drei Jahresstufen angeboten. 

Geheimdienste sollen Messenger-Botschaften mitlesen dürfen

Das Kabinett berät heute über neue Befugnisse der Geheimdienste zur Überwachung von Kommunikation über WhatsApp und andere verschlüsselte Messenger-Dienste. Wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr, sollen der Verfassungsschutz, der Bundesnachrichtendienst und der Militärische Abschirmdienst (MAD) künftig nicht nur laufende Gespräche via Messenger belauschen dürfen, sondern auch Botschaften, die per Messenger versendet werden, mitlesen können. 

Voraussetzung für die sogenannte Quellen-TKÜ ist in jedem Fall eine entsprechende Anordnung. Um die Kontrolle solcher Maßnahmen zu verbessern, wird die Zahl der Mitglieder der für ihre Genehmigung zuständigen G10-Kommission des Bundestages erhöht. Der Entwurf aus dem Bundesinnenministerium sieht außerdem einen erweiterten Austausch von Informationen zwischen dem MAD und den Verfassungsschutzbehörden vor. 

Kabinett will Gesetz gegen sexuelle Gewalt gegen Kinder beschließen

Die Bundesregierung will den Gesetzentwurf zur Bekämpfung sexualisierter Gewalt gegen Kinder beschließen. Er sieht schärfere Strafen, eine effektivere Strafverfolgung und Verbesserungen der Prävention vor. Unter anderem soll die Verbreitung von Kinderpornografie demnach ein Verbrechen werden – mit einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr. Sexualisierte Gewalt gegen Kinder soll künftig als Verbrechen behandelt werden mit einem Strafrahmen bis zu 15 Jahren Freiheitsstrafe, bisher lag die Höchststrafe bei maximal 10 Jahren. Die Debatte um härtere Strafen war durch den Missbrauchsfall in Münster mit mittlerweile 21 Verdächtigen neu angefacht worden. 

Misstrauensantrag gegen Spaniens Regierungschef Sánchez 

Mitten in der Coronakrise befasst sich Spaniens Parlament ab heute mit einem Misstrauensantrag der rechtspopulistischen Vox-Partei gegen den linken Regierungschef Pedro Sánchez. Zwar ist ausgeschlossen, dass Vox-Chef Santiago Abiscal zum neuen Ministerpräsidenten gewählt wird, es wird aber ein harter Schlagabtausch zwischen Regierung und Opposition erwartet. Vox wirft dem sozialdemokratisch geprägten Sánchez vor, er wolle einen "bolivarischen Kommunismus" wie in Venezuela einführen. Zudem müsse sich die Regierung für eine "verbrecherische" Corona-Politik verantworten, die Spanien eine Spitzenposition bei der Zahl der Infektionen und der Toten in Altenheimen beschert habe. Die Abstimmung über den Antrag wird für Donnerstag erwartet.

Titelverteidiger München und Gladbach starten in Champions League

Titelverteidiger FC Bayern München und Borussia Mönchengladbach starten am Abend als letzte Clubs aus der Fußball-Bundesliga in die neue Champions-League-Saison. Während die Münchner knapp zwei Monate nach ihrem Triumph gegen Atlético Madrid (21 Uhr/Sky) spielen, stehen die Gladbacher bei Inter Mailand (21 Uhr/DAZN) vor ihrer ersten hohen Hürde in der Hammergruppe B, in der später auch noch Rekordchampion Real Madrid und Schachtjor Donezk warten. Bayerns weitere Gruppengegner sind RB Salzburg und Lokomotive Moskau.

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Ihre stern-Redaktion

tim DPA AFP

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