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Die Morgenlage Verstoß gegen Corona-Auflagen: Trump hält Hallen-Massenkundgebung ab

Trump auf der Wahlkampfveranstaltung in Henderson, Nevada
Trump auf der Wahlkampfveranstaltung in Henderson, Nevada
© Ethan Miller / Getty Images
Söder will "substanziell" mehr Migranten aus Moria aufnehmen +++ Spätsommerhitze in Deutschland +++ Gipfel im Kleinformat: Merkel und EU-Spitzen beraten mit Xi +++ Die Nachrichtenlage am Montagmorgen.

Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser, 

für US-Präsident Donald Trump sind Wahlkampfveranstaltungen eines der wichtigsten Instrumente, um seine Wähler zu mobilisieren - ohne Rücksicht auf Infektionsrisiken in Zeiten von Corona. Und so ließ er es sich nicht nehmen, im US-Bundesstaat Nevada in einer Halle vor seinen Anhängern aufzutreten. Damit verstieß er gezielt gegen die Corona-Auflagen. Derzeit sind dort Versammlungen von mehr als 50 Personen in einem privaten oder öffentlichen Rahmen verboten. Über eine Stunde lang sprach Trump, der sich im November um seine Wiederwahl bewirbt, in einer Produktionsstätte eines Baumaschinenherstellers in der Stadt Henderson vor zu großen Teilen unmaskierten Zuschauern "Sagen Sie Ihrem Gouverneur, er soll Ihren Staat öffnen", sagte Trump unter Verweis auf den Regierungschef des Bundesstaats, den Demokraten Steve Sisolak. 

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag:

Söder will "substanziell" mehr Migranten aus Moria aufnehmen

CSU-Chef Markus Söder hat sich dafür ausgesprochen, mehr Migranten aus dem abgebrannten Lager Moria auf der griechischen Insel Lesbos aufzunehmen als bislang geplant. Es sei "für Deutschland machbar, da noch einen deutlich höheren Anteil aufzunehmen", sagte er der "Bild". Der Bund solle aus seiner Sicht "den Anteil, den man da hat, nochmal substanziell aufstocken". Deutschland hatte sich bislang bereiterklärt, 100 bis 150 unbegleitete Minderjährige aus Moria aufzunehmen, ebenso wie Frankreich. Die große Koalition ist im Umgang mit der Aufnahme uneins. Die SPD fordert bereits für diesen Montag eine Zusage der Union, mehrere tausend Menschen nach Deutschland zu holen.

Russen warten auf Ergebnisse der Regionalwahl

Nach den von Fälschungsvorwürfen überschatteten Regionalwahlen in Russland werden heute die Endergebnisse erwartet. Dann wird feststehen, ob die Kremlpartei Geeintes Russland Stimmen einbüßen musste angesichts der wachsenden Proteststimmung im flächenmäßig größten Land der Erde. Nach den ersten Ergebnissen in der Nacht deutete sich aber an, dass die Partei von Präsident Wladimir Putin ihre Mehrheit erwartungsgemäß behauptet hat. In einigen Regionen wie in Tscheljabinsk am Ural zeichnete sich ab, dass künftig mehr Parteien in örtlichen Parlamenten sitzen könnten.

Gipfel im Kleinformat: Merkel und EU-Spitzen beraten mit Xi

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die EU-Spitzen wollen heute Nachmittag bei einer Videokonferenz mit Chinas Präsident Xi Jinping einen Plan für einen schnellen Abschluss des geplanten Investitionsabkommens vereinbaren. Ziel ist es, die Verhandlungen bis Ende des Jahres abzuschließen. Aus EU-Sicht muss China dafür allerdings weitere Zugeständnisse bei den Themen Marktzugang und nachhaltige Entwicklung machen. Ursprünglich war geplant gewesen, heute in Leipzig bei einem EU-China-Gipfel eine Einigung zu feiern. Der Termin wurde allerdings bereits im Juni ohne die Nennung eines neuen Datums abgesagt. Begründet wurde die "Verschiebung" offiziell mit der Corona-Pandemie.

WHO meldet neuen Rekord an registrierten Corona-Neuinfektionen

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat erneut einen Rekord an neu gemeldeten Corona-Fällen innerhalb eines Tages registriert. Weltweit wurden 307 930 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Das sind rund 1000 Fälle mehr als beim jüngsten Höchststand vor einer Woche. Spitzenreiter bei den neuen Fällen sind nach absoluten Zahlen Indien, die USA und Brasilien. Auf Platz vier liegt Spanien mit rund 12 000 Neuinfektionen binnen eines Tages.

Das wird heute wichtig:

Lukaschenko reist zu Krisengespräch mit Putin

Der politisch angeschlagene belarussische Präsident Alexander Lukaschenko reist an diesem Montag zu einem Krisengespräch mit seinem russischen Kollegen Wladimir Putin nach Sotschi. Der 66-Jährige verlässt damit erstmals seit der heftig kritisierten Präsidentenwahl vom 9. August das Land. Bei dem Treffen am Schwarzen Meer gehe es um Schlüsselfragen bei der Entwicklung der strategischen Partnerschaft beider Länder, teilte der Kreml mit. Es sei nicht geplant, Dokumente zu unterzeichnen oder eine Pressekonferenz abzuhalten, hieß es.

Urteil im Prozess gegen Rechtsextremisten aus Halle erwartet

Am Amtsgericht Halle wird am Montag (09.00 Uhr) das Urteil für einen 49-jährigen Rechtsextremisten erwartet. Die Staatsanwaltschaft wirft Sven Liebich Volksverhetzung, Verleumdung, Beleidigung, üble Nachrede und Beschimpfung von Religionsgesellschaften, Weltanschauungsvereinigungen und politisch aktiven Menschen vor, darunter Ex-SPD-Chef Martin Schulz. In ihrem Plädoyer hatte die Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe von einem Jahr mit drei Jahren Bewährungszeit sowie 200 Stunden gemeinnütziger Arbeit gefordert. Die Verteidigung forderte einen Freispruch in allen Punkten. Die Nebenklage nannte kein konkretes Strafmaß.

30 Grad und mehr: Spätsommerhitze in Deutschland

Mitte September und Temperaturen wie im Juli oder August: Ein Hochdruckgebiet sorgt in Deutschland für heißes Spätsommer-Wetter. Hoch "Leiki" saugt aus dem Süden sehr warme Luft an, die die Temperaturen am Montag verbreitet auf bis zu 32 Grad klettern lässt, in erster Linie in der Nähe des Rheins. Am Dienstag können der Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes zufolge örtlich sogar 34 Grad erreicht werden. An den Küsten bleibt es kühler. In den Nächten sei vor allem in der Nähe von Gewässern mit Nebel zu rechnen. Die Nachttemperaturen gehen stellenweise auf einstellige Werte zurück.

Britisches Unterhaus debattiert über Binnenmarktgesetz

Im Zuge des Brexit-Streits debattiert das britische Unterhaus am späten Montagnachmittag über das Binnenmarktgesetz. Mit dem geplanten Gesetz will Premierminister Boris Johnson Teile des bereits gültigen Brexit-Abkommens wieder aufbohren. Dabei geht es um Sonderregeln für das britische Nordirland, die eine harte Grenze zum EU-Staat Irland und neue Feindseligkeiten dort verhindern sollen.

Waldbrände in Kalifornien: Trump reist ins Katastrophengebiet

US-Präsident Donald Trump will sich am Montag erstmals persönlich im Bundesstaat Kalifornien über die seit Wochen wütenden Waldbrände informieren. Trump plant, McClellan Park zu besuchen, eine Siedlung nördlich von Sacramento im Zentrum des Bundesstaates. Er will dort am Vormittag (Ortszeit; MESZ später Nachmittag) an einer Besprechung mit Einsatzkräften der Region und des Bundes teilnehmen. In Kalifornien dauert die Waldbrand-Saison noch bis November, doch schon jetzt beschreiben Medien 2020 als das schlimmste der Geschichte, unter anderem mit fünf der zehn größten je erfassten Bränden. Wissenschaftler sind sich einig, dass die weltweite Klimakrise die Wahrscheinlichkeit solcher Feuer erhöht.

Vizemeister Borussia Dortmund im Pokal gefordert

Vizemeister Borussia Dortmund ist am Montagabend (20.45 Uhr/Sky und ARD) im DFB-Pokal gefordert. Der BVB tritt beim Drittligisten MSV Duisburg an. "Ich kann sagen, dass wir den Pokal gewinnen wollen", verkündete Trainer Lucien Favre am Sonntag. Beim Heimspiel des Drittligisten Dynamo Dresden gegen den Zweitliga-Club Hamburger SV (18.30 Uhr/Sky) werden die meisten Zuschauer dieser Pokal-Runde erwartet. Bis Sonntagmittag waren 8500 Karten verkauft. Zeitgleich ist Zweitligist Hannover 96 beim Drittligisten Würzburger Kickers zu Gast. Regionalligist Rot-Weiss Essen empfängt den Bundesliga-Aufsteiger Arminia Bielefeld.

Wir wünschen Ihnen einen schönen Tag,

Ihre stern-Redaktion!

js / tis DPA AFP

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