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Podcast "heute wichtig" Wahl in Brasilien: Es geht um die Zukunft der Demokratie

Brasiliens amtierender Präsident, Jair Bolsonaro, liegt aktuell etwa 17 Prozent hinter seinem Herausforderer, Luiz Inacio "Lula" da Silva
Brasiliens amtierender Präsident, Jair Bolsonaro, liegt aktuell etwa 17 Prozent hinter seinem Herausforderer, Luiz Inacio "Lula" da Silva
© Alexandre Schneider / Getty Images
Am Sonntag sind 156 Millionen Brasilianer:innen aufgerufen, einen neuen Präsidenten zu wählen. In Südamerikas größter Demokratie könnte es zu einem Machtwechsel kommen, denn der amtierende Präsident, Jair Bolsonaro liegt laut Umfragen hinter seinem Herausforderer Luiz Inacio "Lula" da Silva.  

"Mit Bolsonaro tritt der Präsident wieder an, der sich dadurch ausgezeichnet hat in den vergangenen vier Jahren, dass er eigentlich ein Rechtspopulist wie Donald Trump ist und sollte er wiedergewählt werden, dann wird er das als Mandat verstehen, um vieles in dem Land weiterhin zu ändern. Und dann ist die Frage, ob die Gerichte und Presse unabhängig bleiben, ob Bürgerrechte weiterhin beschnitten werden", sagt der Lateinamerika-Korrespondent des stern, Jan Christoph Wiechmann in der 372. Folge des Podcasts “heute wichtig”. 

Bolsonaro spricht schon jetzt von Wahlfälschungen  

Sollte der amtierende Präsident Jair Bolosonaro die Wahl verlieren, so wird er dies auf Wahlfälschungen und Manipulationen zurückführen. Seine Anhänger:innen sprechen schon jetzt davon, dass die Wahlen unsicher seine. Auch schreckt Bolsonaro nicht vor härteren Mitteln zurück, sagt Jan Christoph Wiechmann: "Es ist nicht ausgeschlossen, dass es zu einem Eingriff des Militärs kommt und das letztendlich gefährdet die Demokratie.

"Es gibt auch den Begriff 'Tropen-Trump' für Bolsonaro und der kommt nicht von ungefähr. Es gibt kleine Unterschiede zwischen den beiden, aber es gibt auch mehr Gemeinsamkeiten und natürlich hat Bolsonaro sich Trump ganz genau angeschaut", sagt Jan Christoph Wiechmann im Gespräch mit "heute wichtig"-Host Michel Abdollahi.

Lula wäre ein besserer Partner für Europa  

Herausforderer Luiz Inacio "Lula" da Silva liegt aktuell etwa 17 Prozent vor dem amtierenden Präsidenten. Von ihm erhofft sich der Journalist Jan Christoph Wiechmann mehr Kooperation mit Europa und mehr Initiative in Sachen Klimawandel: "Es ist so dass die Abholzung des Amazonas dramatisch zugenommen hat, das in den ersten acht Monaten dieses Jahres acht Mal die Stadt Rio de Janeiro abgeholzt wurde, das ist eine riesengroße Stadt, man muss sich das mal vorstellen. Das ist die grüne Lunge der Welt, die brauchen wir um den Klimawandel zu beschränken, wie es nur geht. Und man kann davon ausgehen, dass Lola da ein viel besserer Partner sein wird für uns in Deutschland und für die Umweltschützer. Während Bolsonaros Ziel es ist, die Industrialisierung weiter voranzutreiben."

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yks

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