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Donald Trump wird Präsident So reagieren Amerikas Feinde

Wladimir Putin gratulierte als einer der ersten Donald Trump zu seinem Sieg
Wladimir Putin gratulierte als einer der ersten Donald Trump zu seinem Sieg
© Picture Alliance/DPA
Ob Nordkorea oder Russland - Donald Trump war der Wunschkandidat vieler Feinde der USA. Ihre Hoffnungen haben sich erfüllt. Aber was versprechen sich Kim Jong Un und Co. vom Republikaner? Annäherung oder Eskalation?

Donald Trump wird der nächste US-Präsident. Während die westliche Welt nur langsam aus der Schockstarre erwacht, die diese Nachricht ausgelöst hat, war es Wladimir Putin, der als einer der ersten Staatschefs dieser Welt das Wort ergriff. Per Telegramm gratulierte er seinem zukünftigen Amtskollegen. Putin hoffe "gemeinsam an einem Ausweg für die russisch-amerikanischen Beziehungen aus dem Krisen-Zustand sowie an Lösungen zu aktuellen Fragen der internationalen Tagesordnung zu arbeiten", ließ der Pressedienst des Kremls die Weltöffentlichkeit wissen. Es sei im Interesse beider Länder und der ganzen Welt, einen "konstruktiven Dialog aufzubauen".

Schon während des Wahlkampfs machte Moskau kein Geheimnis daraus, wen man am liebsten im Weißen Haus sehen würde. Auch wenn Putin mit Hillary Clinton fast genauso gut leben könnte, so knüpfte man an Trump doch gewisse Hoffnungen. Am Mittwoch kommentiert die russische Zeitung "Iswestija", die als regierungstreu verschrien ist: "Für die Demokraten ist ein Präsident Trump die schlechteste Variante. Denn er fürchtet sich nicht, gegen das etablierte System anzugehen, und er sagt, was er denkt, und nicht das, was konform ist." 

Russische Wirtschaft zeigt sich optimistisch

In Moskau herrscht Optimismus. Im Gegensatz zum weltweiten Trend haben die Aktienkurse in Russland deutlich zugelegtt. Der russische Rubel stabilisierte sich gegenüber dem Dollar. Die Präsidentschaft von Donald Trump biete "viele Möglichkeiten für weltweites Wachstum und weniger geopolitische Konfrontation", sagte der Chef des russischen Staatsfonds RDIF, Kirill Dmitriew, gegenüber der russischen Nachrichtenagentur Ria Nowosti.

Im Gegensatz zu Russland besteht in Nordkorea offenbar keine große Hoffnung auf einen Dialog. Bevor das Wahlergebnis feststand, drohte das Regime mit einem erneuten Raketentest - als Warnung an den zukünftigen US-Präsidenten, und zwar unabhängig davon, wer es werden würde. Im Vorfeld hatte sich Nordkorea jedoch eindeutig auf die Seite von Trump gestellt. Auf einer Propoaganda-Seite pries Pjöngjang den Republikaner als denjenigen Kandidaten an, der die Amerikaner, die in einer ständigen Angst vor einem nuklearen Angriff durch Nordkorea leben müssten, befreien würde. 

In Südkorea ist man überzeugt, dass sich an der US-Politik gegenüber dem Erzfeind nichts ändern wird. "Trump hat erkannt, dass die größte Problem in der Welt die nukleare Bedrohung durch Nordkorea ist", sagte der südkoreanische Außenminister Yun Byung-se der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch.

Iran ist mit dem Sieg Trumps zufrieden

Der Iran reagierte auf den Sieg Trumps zurückhaltend, aber zufrieden. Ein enger Berater von Präsident Hassan Ruhani, Hamid Abutalebi, erklärte via Twitter, Trump habe in seiner Siegesrede "ein anderes Bild" von sich selbst gezeichnet als im Wahlkampf. Das sei "bemerkenswert". Die Iraner hoffen vor allem, dass der zukünftige US-Präsident am internationalen Atom-Abkommen festhalten wird.  Das Wichtigste sei, dass Trump die von seinem Land eingegangen bilateralen und internationalen Abkommen und Vereinbarungen "respektiert", sagte der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif am Mittwoch bei einem Besuch in der rumänischen Hauptstadt Bukarest.

Die iranischen Hardliner zeigten sich hingegen während des Wahlkampfs weniger an Abkommen mit den USA interessiert. Sie favorisierten Trump, haben aber dennoch immer deutlich gemacht, dass beiden Kandidaten Irans Feinde bleiben. Erst kürzlich erklärte der Revolutionsführer Ali Khamenei, dass eine Zusammenarbeit mit den USA auf keinen Fall die Probleme Irans lösen könnte. Stattdessen zeigten sich die Hardliner viel mehr an einer Eskalation interessiert und hoffen offenbar, Trump könnte für diese sorgen. 


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