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Clinton : Clinton wird in der Wahlnacht nichts sagen - doch bei Twitter hat sie eine Botschaft

Es sah aus, als wäre Hillary Clinton auf dem besten Weg US-Präsidentin zu werden. Dennoch entscheidet Donald Trump am Ende das Rennenfür sich. Clinton schweigt vorerst, veröffentlicht aber ein Statement bei Twitter. Auch Obama meldet sich.

Hillary Clinton

Aus der Traum von der Präsidentschaft: Hillary Clinton hat die Wahl in den USA verloren.

Eine bleierne Stimmung legt sich über den Saal, während sich der riesige Wahl-Bildschirm nach und nach rot färbt. Rot, das ist die Farbe der Republikaner, die Farbe des rechtspopulistischen Rivalen Donald Trump. Dass der 70-Jährige bei der US-Präsidentschaftswahl gegen ihre Kandidatin Hillary Clinton so gut abschneiden würde, das hatten die Demokraten nicht erwartet. Fassungslosigkeit herrscht bei der Clinton-Wahlparty in New York. Auftritt John Podesta: Clintons Wahlkampfmanager verkündet, dass sie mit einer langen Nacht und einer langen Auszählung rechnen. Sie selber werde in der Wahlnacht nichts mehr sagen. "Ruht euch aus, Leute", ruft Podesta. Alle wartenden Anhänger sollten nach Hause gehen. Da wusste er noch nicht, dass Trump sicher gewinnt. Doch es war abzusehen.

Das vorherrschende Gefühl bei den Clinton-Anhängern ist mehr Schock als Wut. "Wir wussten, dass es eng werden würde, aber nicht so eng", sagt die 22-jährige Evynn Stengel. "Ich habe den Eindruck, dass wir in New York in einer Blase leben, Trump zu wählen ist für mich irrwitzig." So weit entfernt sind die Demokraten im liberalen New York von jenem Amerika, das sich bei der Wahl gegen das Establishment in Washington gewandt hat, gegen die Obamas und Clintons.

"Dieses Team hat so viel erreicht, auf das es stolz sein kann"

Clinton selbst schweigt also vorerst, am Telefon gratulierte sie Donald Trump. Auf Twitter reagierte sie öffentlich auf die sich abzeichnende Niederlage: "Dieses Team hat so viel erreicht, auf das es stolz sein kann. Egal was heute passiert, danke für alles."

 Schon früh verschwanden die Mitglieder des Clinton-Wahlkampfteams - um den Fragen der Journalisten auszuweichen. Schweigen auch aus dem Umfeld von Hillary Clinton, die sich mit ihrem Mann Bill in ein Hotel in Manhattan zurückgezogen hat.

Ab 21.00 Uhr Ortszeit wurden die Gesichter bei Clintons Wahlparty immer länger. Die Blicke wanderten zwischen den riesigen Bildschirmen mit den Wahlergebnissen hin und her, dann auf die Smartphones, auf der verzweifelten Suche nach ermutigenden Nachrichten.

"Die Sonne wird morgen wieder aufgehen"

"Das ist unwirklich", sagt die junge Angestellte Margarita, ein Bier vor sich. Sie befürchtet, dass eine neue Zeit in den USA anbricht, nicht nur politisch. Sie fürchtet sich vor jenem Teil Amerikas, das für Trump gestimmt hat: "Unser Leben ist nicht mehr sicher, als lesbische Frau, als schwarze Frau." Sie ringt um Worte, weiß nicht, was sie noch sagen soll.

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Und auch Präsident Obama meldete sich noch während des Kopf-an-Kopf-Rennens zu Wort: "Egal was passiert, die Sonne wird morgen wieder aufgehen." Schon früher habe es harte und umstrittene Wahlkämpfe gegeben, dennoch sei man im Nachhinein immer stärker aus einer Wahl hinausgegangen. Zwar sei Fortschritt dadurch nicht immer garantiert, dennoch liege es in der Macht von jedem Einzelnen, seinen eigenen Weg zu gehen. Man solle sich nicht nur als "Demokraten oder Republikaner sehen, sondern als Amerikaner", so Präsident Obama.

Auf Twitter zeigten sich Clinton-Anhänger am Boden zerstört:


feh/amt mit Agenturen