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Interview

15 Millionen Meilen: Meilen-Millionär Fred Finn: "Ich bin 718 Mal mit der Concorde geflogen"

Fred Finn ist 15 Millionen Meilen geflogen. Der Meilen-Millionär steht gleich für mehrere Rekorde im Guinness-Buch. Der stern traf den britischen Gentleman zum Gespräch zum Thema Überschall-Reisen und Billigflieger.

Das Überschallflugzeug Concorde war bei British Airways von 1976 bis 2003 im Einsatz. Fred Finn ist 718 Mal mit diesem Flugzeugtyp geflogen und landete damit im "Guinness-Buch der Rekorde".

Das Überschallflugzeug Concorde war bei British Airways von 1976 bis 2003 im Einsatz. Fred Finn ist 718 Mal mit diesem Flugzeugtyp geflogen und landete damit im "Guinness-Buch der Rekorde".

Seit genau 60 Jahren bewegt sich Fred Finn in Flugzeugen fort, mehr als jeder andere Mensch. Im April 1958 flog er zum ersten Mal über den Atlantik. Das Propellerflugzeug vom Typ Douglas DC-4 benötigte damals 18 Stunden für die Strecke von London nach New York. Dafür waren drei Zwischenlandungen in Prestwik in Schottland, Keflavík auf Island und in Bangor im Bundesstaat Maine erforderlich.

Finn pendelte jahrelang zwischen London und Nordamerika, lebte länger in den USA und bereiste aus beruflichen Gründen 150 Länder. Als Geschäftsmann arbeitete er für sieben verschiedene Firmen. Wir trafen den 77-jährigen Briten zum Interview in einer Flughafen-Bar.

Seit wann sind Sie im Guinness-Buch der Rekorde gelistet?

Seit 1983 habe ich den Titel "world’s most travelled man" erhalten. Das war der erste von drei Rekorden, als ich damals 7 Millionen Meilen und 150 Concorde-Flüge hinter mir hatte. Inzwischen habe ich 15 Millionen Meilen zurückgelegt, das entspricht gut 24 Millionen Flugkilometern.

Das ist weit mehr als ein Berufspilot …

… ja, sehr viel mehr. Kürzlich sprach ich mit einem Eurowings-Piloten, der seit 25 Jahren fliegt und der auf 5 Millionen Meilen kommt. Er sagte mir, wenn er noch 50 Jahre weiterfliege, dann hole er mich ein. Ich aber hab es nie darauf angelegt, Rekorde einzufliegen, es passierte einfach, weil ich beruflich viel unterwegs war.

Sie sind der Passagier, der am häufigsten mit dem Überaschalljet Concorde geflogen ist.

Ich bin 718 Mal mit der Concorde geflogen. Das führte zu meinem zweiten Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde. Ich war beim ersten Passagierflug am 24. Mai 1976 mit an Bord und auch beim letzten im Jahre 2003.

Den ledernen Kofferanhänger trägt Fred Finn stets bei sich: Eine Erinnerung an die Teilnahme des ersten Concorde-Fluges im Jahre 1976.

Den ledernen Kofferanhänger trägt Fred Finn stets bei sich: Eine Erinnerung an die Teilnahme des ersten Concorde-Fluges im Jahre 1976.

Wieso saßen Sie immer auf Platz 9A?

Bei meinem ersten und zweiten Flug mit der Concorde bekam ich eine Bordkarte für den Platz 9A ausgehändigt, warum auch immer. Das war ein Fensterplatz in der letzte Reihe des vorderen Kabinenteils. Bald bemerkte ich, dass der Service immer in Reihe 9 beginnt und ich als erster Drinks und das Essen serviert bekam. Das fand ich nicht schlecht.

Später wurde mir beim Buchen automatisch immer dieser Platz zugewiesen. Wenn ich an Bord kam, steckte bereits eine kleine Flasche Dom Pérignon in der Sitztasche, die auf dem Weg nach New York dreimal ausgetauscht wurde.

War das Fliegen wirklich so komfortabel?

Die Sitze waren recht eng. Der Unterschied zwischen der Boeing 747 und der Concorde ist wie der zwischen einem Rolls Royce und einem Ferrari. Im Ferrari spürt man die Straße, ebenso die Rollbahn in der Concorde. Aber jeder Flug mit ihr war etwas Besonderes.

Im Lauf der Zeit kannten Sie alle Flugbegleiter und Piloten …

… na klar, ich war oft im Cockpit. Einmal kam ich an den Flughafen und die Leute am Check-in sagten mir: "Fred we are full", aber ich könne im Cockpit mitfliegen. Alle Piloten gaben ihr Einverständnis. Für gut drei Stunden saß ich auf dem Jump Seat gleich hinter dem Piloten, sogar mit meinem Glas Rotwein in der Hand. Danach wurde es zu einem Ritual, dass mich der Kapitän beim Betreten des Flugzeuges fragte: "Sitzen Sie bei uns oder hinten?"

Sie haben in der Concorde bestimmt Prominente getroffen?

Natürlich, denn das Schöne war: Es gab nur eine Klasse. An Bord der Concorde waren all gleich. Die Passagiere kannten sich untereinander; das war wie eine kleine Familie. Ich traf häufig Paul McCartney, Bruce Springsteen und Johnny Cash. Mit dem Tennisspieler Jimmy Connors teilte ich mir mal eine Limousine.

An welchen Flug erinnern Sie sich besonders?
Einmal war ich Weihnachten unterwegs, allerdings mit Air France von Paris aus, denn die Concorde von British Airways flog am 24. Dezember nicht. Wir waren nur drei Passagiere an Bord. Einer von ihnen: John Denver. Er packte über dem Atlantik bei Mach2 seine Gitarre aus und er spielte für mich "Take Me Home, Country Road", mein Lieblingslied.

Der Rumpfdurchmesser einer Concorde war nur knapp bemessen: Fred Finn an Bord des Überschalljets mit 2-2er-Bestuhlung.

Der Rumpfdurchmesser einer Concorde war nur knapp bemessen: Fred Finn an Bord des Überschalljets mit 2-2er-Bestuhlung.

Einmal sind Sie an einem Tag dreimal mit der Concorde geflogen.

Ja, das klappt nur mit Beginn in der Ost-West-Richtung. Es ging um Vertragsverhandlungen und die Unterschriften. Morgens flog ich von London nach New York, landete dort durch die Zeitverschiebung eine Stunde vor meiner Londoner Abflugzeit. Dann hatte ich zwei Stunden Zeit bis zu meinem Rückflug nach London und konnte abends wieder mit der Spätmaschine nach New York fliegen.

Wie hat sich im Laufe der Jahrzehnte das Fliegen gewandelt?

Erst in letzter Zeit gab es Veränderungen, nicht gerade zum Guten: Die Sitze werden immer kleiner und der Sitzabstand immer enger, die Flughäfen sind überfüllt. Auch gibt es keine persönliche Ansprache mehr…

… sogar in der First Class?

Ja, leider. Ich war einst ein großer Fan von British Airways und Pan American, aber letztere gibt es nicht mehr. Die hatten in der Boeing 747 im Oberdeck ein Restaurant mit Zweier- und Vierer-Tischen. Hatten wir die Reiseflughöhe erreicht, hieß es: "Mr. Finn, Ihr Tisch ist eingedeckt."

Was sind heute ihre Lieblings-Airlines?

Das hängt ganz von der Strecke ab. Nach Asien fliege ich mit den arabischen Fluggesellschaften oder mit Lufthansa, die bleibt in Europa die beste Full-Service-Airline. Früher bin ich auch gerne mit KLM geflogen.

Mit dem Titel "world’s most travelled man" steht er unter anderem im "Guinness-Buch der Rekorde" und auf dem Cover der "Executive Travel": Der Bite Fred Finn mit seiner Concorde-Anstecknadel am Revers.

Mit dem Titel "world’s most travelled man" steht er unter anderem im "Guinness-Buch der Rekorde" und auf dem Cover der "Executive Travel": Der Bite Fred Finn mit seiner Concorde-Anstecknadel am Revers.

Hat sich auch was zum Guten verändert?

Die Flugzeuge sind heute viel sicherer geworden. Ich liebe den "Dreamliner", die Boeing 787. Der Jet ist nicht zu groß und hat bessere Luft: Im Gegensatz zu allen anderen Flugzeugen wird die Kabinenluft nicht über die Triebwerke angesaugt.

Gehen Sie auch an Bord von Billigfliegern?

Ja, erst vor drei Tagen kam ich aus Toulouse. Eine unglaubliche Erfahrung, was ich dort mit Easyjet erlebte. Es goss in Strömen. Wir mussten am Gate viele Stufen runtergehen und 30 Meter durch den Regen zum Flugzeug laufen. Dann saß ich in der ersten Reihe, und durch die geöffnete Tür regnete es voll rein. Die Stewardess reichte mir einen Müllbeutel, mit dem ich meine Hose bedeckten sollte. (Er zieht sein Handy aus der Tasche und zeigt mir Fotos.) Die anderen Passagiere standen noch im Regen auf der Treppe. Außerdem hatten wir reichlich Verspätung. Die Koffer lagen lange auf den Gepäckwagen. Später waren Papiere und Kleidung durchnässt. Das war einfach unerhört.

Haben Sie nicht protestiert?

Esayjet hat mir gerade eine E-Mail geschrieben und gefragt, wie ich den Flug fand. Noch habe ich nicht geantwortet.

Was geben Sie Flugreisenden für Tipps, wie gehen Sie zum Beispiel mit Jetlag um?

Jetlag? (Macht eine Pause.) Das hatte ich nie im Leben und werde ich auch niemals bekommen. Egal, ob ich mit den Propellerflugzeugen oder mit der Concorde durch mehrere Zeitzonen fliege. Selbst als ich vier Jahre lang jeden Freitag von New York über Nacht nach London geflogen bin und montags wieder zurück. Wenn die Flugzeugtüren vor dem Abflug schließen, stelle ich meine Uhr auf die Zeit des Reiseziels um und passe mich dementsprechend an. Ich glaube, Jetlag ist eine Erfindung der Stewardessen, damit sie Ruhetage in Hotels einlegen können.

Und welches ist Ihr dritter Rekord im Guinness-Buch?

Ich war auf der am häufigsten verbreiteten Titelseite eines Magazins - als Foto auf einer Reisezeitschrift.

Wie kam es dazu?

Als ich meinen 600. Flug mit der Concorde absolviert hatte, landete ich auf dem Cover des "Executive Travel". Mehr als 100 Millionen Exemplare wurden damals weltweit vervielfältigt. Das Foto hatte den Titel "britischer Botschafter": Ich stehe vor einem Rolls Royce und der Concorde.

Interview: Till Bartels

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(