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Absturz in Kolumbien: Finalgegner Medellín schlägt vor: Copa Sudamericana an verunglückten Club vergeben

Der Profi-Fußball trauert um die Spieler des brasilianischen Erstligisten AF Chapecoense. Weltfußballer Lionel Messi kondolierte mit flauem Gefühl: Er saß vor kurzem selbst noch in der Unglücksmaschine. Chapecoenses Finalgegner Atlético Medellín zeigt eine große Geste.

Fans in grün-weiß trauern: Das Team des AF Chapecoense ist bei einem Absturz in Kolumbien ums Leben gekommen

Es sollte der größte Erfolg der Vereinsgeschichte werden. Nach dem Absturz in Kolumbien bleibt den Fans des AF Chapecoense nur die Trauer um ihr Team.

Weltfußballer Lionel Messi ist mit der argentinischen Nationalmannschaft vor knapp drei Wochen mit dem nun in Kolumbien abgestürzten Flugzeug geflogen. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus sicherer Quelle erfuhr, wurde die Maschine für den Hin- und Rückflug zum WM-Qualifikationsspiel gegen Brasilien in Belo Horizonte (0:3) eingesetzt. Nach der Anreise aus Barcelona war Messi bei dem Rückflug mit an Bord. Wenige Tage später spielte Argentinien zu Hause gegen Kolumbien. Der Flieger landete damals mit drei Stunden Verspätung in Buenos Aires, weshalb Nationalcoach Edgardo Bauza ein Training der "Albiceleste" streichen musste.

Möglicherweise mit einem besonders flauen Gefühl im Bauch wird der Topstürmer des FC Barcelona daher sein Mitgefühl für die beim Absturz des Fliegers umgekommenen Profis des brasilianischen Erstligisten AF Chapecoense ausgedrückt haben. Auf Facebook postete er neben einem Logo des Clubs samt schwarzer Schleife seine "tiefste Anteilnahme".


Medellín: Copa an Chapecoense vergeben

Messi ist nicht der einzige Fußballstar, der sein Mitleid ausdrückt. Fußballprofis aus aller Welt haben über die sozialen Medien den Familien und Freunden der verunglückten brasilianischen Kollegen ihr Beileid ausgesprochen. Zu einer großen Geste entschloss sich Atlético Nacional Medellín. Der kolumbianische Club war der Gegner im Hinspiel des Finales der Copa Sudamericana - vergleichbar mit der Europa League. Atlético schlug dem südamerikanischen Fußballverband Conmebol vor, den Titel angesichts der Tragödie an Chapecoense zu vergeben. Die schlimmste Stunde der Vereinsgeschichte und der größte Erfolg wären damit untrennbar miteinander verbunden.


Portugals Superstar Cristiano Ronaldo zeigte sich auf Facebook geschockt von der Tragödie um den brasilianischen Club. "Ich umarme den Club und jeden, der Teil des brasilianischen Fußballs ist", schrieb Ronaldo. Brasiliens Superstar Neymar twitterte: "Gott segne und schütze uns".

Ballack: "Erinnert, was alles passieren kann"

Kaum ein Fußballstar, Verein oder Verband, der sich nicht im Laufe des Tages entsetzt äußerte und unter Hashtags wie #ForçaChape, der üblichen Anfeuerung der Chapecoense-Fans, Solidarität mit dem brasilianischen Club und den Angehörigen der verunglückten Spieler zeigte. So auch die Fußball-Nationalelf und etliche Nationalspieler. "Der #FCBayern gedenkt der Opfer und Angehörigen des Flugzeugabsturzes in Kolumbien. Tiefes Mitgefühl für @ChapecoenseReal. #ForçaChapecoense", twitterte der deutsche Rekordmeister.

"Betet für @ChapecoenseReal und ihre Familien", schrieb der frühere deutsche Nationalspieler Lukas Podolski auf Twitter. Ex-Nationalspieler Lothar Matthäus twitterte: "Schreckliche und tragische Nachrichten" und ergänzte dies mit "#RIP". Michael Ballack äußerte sich nachdenklich: "Erinnert euch daran, dass wir nie sicher sind und alles passieren kann - also sagt euren Lieben, was sie euch bedeuten".


1995 hatte auch der spätere Bundesliga-Profi und deutsche Nationalspieler Paulo Rink bei AF Chapecoense gespielt. "Das ist eine Riesenkatastrophe. Der Verein ist ja jetzt praktisch ausgelöscht, wenn so viele Spieler nicht mehr da sind", sagte er der "Rheinischen Post". Noch 2009 hatte der Provinzclub in der vierten Liga gespielt; das Erreichen des Finales der Copa Sudamericana gegen Atlético Madrid war der bisher größte Erfolg der Vereinsgeschichte.

Treibstoffmangel möglicher Grund für den Absturz

Die genaue Unglücksursache ist nach wie vor unklar. Ein Grund für die Tragödie könnte Treibstoffmangel gewesen sein, sagte der Direktor von Kolumbiens Luftfahrtbehörde, Alfredo Bocanegra. Der brasilianische Staatspräsident Michel Temer ordnete eine dreitägige Staatstrauer an.


dho mit / DPA

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