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Formel 1 Vettel gewinnt den Großen Preis von Italien


Während Sebastian Vettel in einer eigenen Liga scheinbar ungefährdet dem WM-Titel entgegen fährt, lieferten sich seine Rivalen dahinter teilweise packende Duelle. Dabei mischte auch Michael Schumacher wieder gut mit, auch wenn er am Ende mit Rang fünf zufrieden sein musste.

Sebastian Vettel ist auf dem Weg zu seinem zweiten WM-Titel nicht zu stoppen. Der Red Bull-Pilot fuhr beim Großen Preis von Italien in Monza einen überlegenen Sieg heraus und verwies Jenson Button und Fernando Alonso auf die weiteren Plätze. Michael Schumacher zeigte wie schon in Belgien als Fünfter eine starke Leistung und lieferte sich mit Lewis Hamilton tolle Duelle.

Am Ende hatte der Brite als Vierter allerdings die Nase vorn. Schumacher wird dennoch zufrieden sein, denn seine Formkurve zeigt deutlich nach oben. Seine Fahrweise erinnerte fast schon an alte Zeiten. Der Silberpfeil lässt momentan jedoch im Vergleich mit McLaren, Ferrari und Red Bull keine besseren Resultate zu. All das spielte sich jedoch im Schatten des abermals überragenden Sebastian Vettel ab.

Vettel absolut souverän 

Der Titelverteidiger lieferte erneut eine Demonstration seiner Überlegenheit ab. Nur am Start wackelte er kurz, holte sich seinen ersten Platz in Runde fünf mit einem grandiosen Manöver gegen Alonso wieder zurück. Danach fuhr er absolut ungefährdet und jederzeit kontrolliert zum Sieg.

Mit nunmehr 112 Punkten Vorsprung auf den neuen Gesamtzweiten Alonso kann Vettel beim nächsten WM-Lauf in Singapur den Titel perfekt machen. Red-Bull-Teamkollege Mark Webber hat die Hoffnung nach seinem frühen Ausfall in Monza aufgegeben. Er rutschte von Platz zwei auf den vierten WM-Rang zurück (117 Punkte Rückstand). Button ist nun Dritter mit ebenfalls 117 Zählern weniger als Vettel. Lewis Hamilton hat als WM-Fünfter 126 Punkte Rückstand.

Ein spektakulärer Auftakt 

Die Tifosi in Monza wurden mit einer spektakulären Anfangsphase verwöhnt. Für Jubel sorgte zunächst der fantastische Start von Fernando Alonso. Der Ferrari-Pilot schoss von Position vier nach vorne und tauchte vor der ersten Kurve neben Lewis Hamilton und Sebastian Vettel auf. Es wurde gefährlich eng, doch Alonso hatte den größten Speed und setzte sich durch. Vettel reihte sich vor Hamilton dahinter ein. Auf Rang vier folgte Michael Schumacher, der sich von Platz sieben nach vorne gearbeitet hatte.

Das Top-Quartett war kaum durch die erste Schikane durch, da krachte es hinten im Feld gewaltig. Beim Start hatte Vitantonio Liuzzi die Kontrolle über seinen HRT verloren. Er rutschte über die Wiese und rauschte in der Schikane mitten in den Pulk hinein. Vitali Petrov und Nico Rosberg hatten keine Chance und wurden völlig unvermittelt abgeräumt und aus dem Rennen genommen.

Für den Mercedes-Pilot war das besonders ärgerlich, denn er hatte als einziger der Spitzengruppe auf harte Reifen gesetzt und sich eine Menge ausgerechnet. Eine Safety-Car-Phase war die logische Konsequenz des Unfalls. Einige Fahrer wie Kamui Kobayashi oder Rubens Barrichello mussten in die Box, um sich neue Teile zu holen. Drei Runden lang dauerten die Aufräumarbeiten, dann ging es weiter – und wie!

Tolle Manöver von Schumi und Vettel, Webber raus 

Kurz nach dem Restart kassierte Schumacher in Runde vier Hamilton und verbesserte sich auf Rang drei. Es war der Auftakt zu einem fantastischen Zweikampf, der länger als das halbe Rennen andauern sollte. In Runde fünf kollidierten Mark Webber und Felipe Massa. Der Brasilianer drehte sich und büßte viele Plätze ein, der Red Bull-Pilot ruinierte die Nase seines Boliden, flog zu allem Überfluss ein paar Kurven später ab und musste seinen Wagen endgültig abstellen.

Noch in der gleichen Runde ging Sebastian Vettel in einem starken Manöver außen an Alonso vorbei. Der Spanier drückte ihn bei hoher Geschwindigkeit noch auf die Wiese, doch auch das hielt den Weltmeister nicht auf. Er übernahm die Spitze.

Rennsport vom Feinsten 

Ein wenig hatte sich das Feld nun sortiert, einzig zwischen Lewis Hamilton und Michael Schumacher brannte die Luft. Zunächst attackierte der Rekordweltmeister in Runde sechs noch Alonso, kam am Ferrari aber nicht vorbei. Danach gab es für Schumacher nur noch Druck von hinten durch Hamilton. Alonso nutzte das, um eine Lücke auf die beiden herauszufahren.

Doch Hamilton biss sich am Silberpfeil die Zähne aus. Zahlreiche Angriffe parierte Schumacher bravourös. In der 13. Runde kam der Brite tatsächlich vorbei, doch Schumacher konterte sofort und holte sich Rang drei zurück. Im Schatten dieses Duells schloss Jenson Button zu den Streithähnen auf.

Nach 16 Runden meldete Schumi Reifenprobleme an seine Box und er hatte kaum ausgesprochen, da musste er die nächste Hamilton-Attacke abwehren. Der Brite verlor dabei etwas Speed und wurde prompt von Button kassiert. Wenig später ließ der dann auch Schumacher hinter sich, der sogleich in die Box fuhr, um sich neue Reifen zu holen.

Hamilton vs Schumi Teil II 

Nach der ersten Stopp-Phase führte Vettel vor Alonso und Button. Schumacher folgte auf Rang vier und hatte schon wieder Hamilton im Nacken. Wieder wurde hart gefightet und nach einigen heißen Manövern von Schumacher meldete sich zweimal Mercedes-Teamchef Ross Brawn via Boxenfunk und ermahnte den Rekordweltmeister, keine Strafe zu riskieren.

Ob es daran oder an den nachlassenden Reifen lag, ist nicht übermittelt, auf jeden Fall zog Hamilton in der 28. Runde an Schumacher vorbei. Derweil hatte Jenson Button zum zweitplatzierten Fernando Alonso aufgeschlossen und nach dem zweiten Boxenstopp kam der Brite in Runde 37 sogar am Ferrari vorbei. Michael Schumacher wartete am längsten mit dem zweiten Reifenwechsel, einen Vorteil brachte ihm das nicht mehr ein.

Entspannte Schlussphase 

Die Positionen waren zu diesem Zeitpunkt verteilt. Sebastian Vettel fuhr an der Spitze ein einsames Rennen, dahinter hatte sich Button von Alonso abgesetzt. Und Hamilton hatte nach dem zweiten Stopp endlich Ruhe vor Schumacher, der gut neun Sekunden zurücklag. Nun ging es für die Fahrer nur noch darum, den Wagen heil ins Ziel zu bringen.

Das gelang den Top-5 problemlos, sodass Vettel schließlich seinen achten Saisonsieg feierte. Timo Glock schaffte es im unterlegenen Marussia Virgin in dem spannenden Rennen immerhin bis auf Platz 15, Adrian Sutil war in der elften Runde ausgeschieden. 

Lars Ahrens 

sportal.de sportal

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