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32. Spieltag: Bremen gewinnt Derby-Schlacht

Zwei Rote Karten für Bremen, viele Fouls und ein Kung-Fu-Tritt: Werder Bremen hat mit Glück und Härte eine wahre Derby-Schlacht gegen den HSV mit 1:0 gewonnen. Nürnberg kann im Abstiegskampf wieder Hoffung schöpfen. Bielefeld unterlag klar gegen Bayern und Leverkusen verlor im Kampf um einen Uefa-Cup-Platz wichtige Punkte.

Werder Bremen hält im Kampf um die direkte Champions-League-Qualifikation weiter die besten Karten in der Hand. Die Bremer festigten am Mittwoch durch einen wertvollen 1:0-Sieg im ruppigen Nordderby beim Hamburger SV und nunmehr 60 Punkten den wichtigen zweiten Tabellenplatz vor dem FC Schalke.04 (58), der am Dienstag mit 3:0 beim VfL Bochum gewonnen hatte. Der schon als deutscher Meister feststehende FC Bayern München (70) besiegte Arminia Bielefeld mit 2:0. Im Abstiegs-"Endspiel" schöpfte der 1. FC Nürnberg durch das 2:0 gegen den Mitrivalen MSV Duisburg neue Hoffnung. Hinter dem Tabellen- 15. Bielefeld (32) stehen nun Nürnberg (31), Duisburg (29) und das nach der 0:3-Niederlage in Hannover kaum noch zu rettende "Schlusslicht" FC Hansa Rostock (27) auf den Abstiegsplätzen.

Mit Glück, Cleverness und Härte hat Werder Bremen trotz zweier Platzverweise seinen Sieg beim Hamburger SV herausgespielt. Die Hamburger kassierten dagegen zum ersten Mal seit elf Jahren drei Heimniederlagen in Folge und müssen weiter um die Qualifikation für den Uefa-Cup zittern. Bremen fuhr den Dreier ein, obwohl es das Spiel nach Platzverweisen gegen Kapitän Frank Baumann (Gelb-Rote Karte, 57.) und Jurica Vranjes (Rote Karte, 90.) zu neunt beendete.

Tim Wiese mit Kung-Fu-Tritt gegen Olic

Die Gäste hatten Glück, dass sie nicht bereits ab der 42. Minute in Unterzahl spielen mussten. Torwart Tim Wiese sprang einen Meter vor dem Strafraum Hamburgs Ivica Olic in Kung-Fu-Manier an und traf den Kroaten mit gestrecktem Bein am Hals. Warum Schiedsrichter Lutz Wagner für diese Aktion nur die Gelbe Karte zeigte, verstand kaum jemand. Wiese, der in der Folge mit seinen Paraden zu einem der besten Bremer wurde, hätte normalerweise für diese brutale Aktion die Rote Karte sehen müssen. Wieses Tritt war der negative Höhepunkt einer schon im ersten Durchgang sehr kämpferisch und emotional geführten Partie. Allerdings hatten auch die Hamburger zuvor Glück gehabt, als Schiedsrichter Wagner einen Ellenbogen-Check von Vincent Kompany gegen Diego sogar ungeahndet ließ. Auch da hätte es Rot geben können.

Beiden Teams war die Bedeutung des Nordschlagers für die Teilnahme am internationalen Wettbewerb sowie um die Vorherrschaft im Norden deutlich anzumerken. Zahlreiche Zweikämpfe und viele Fouls bestimmten das Match, in dem die Gastgeber etwa ab der 20. Minute ein spielerisches Übergewicht erlangten.

Hamburg machte mächtig Druck

Nach der Gelb-Roten Karte für Baumann verstärkten die Hamburger weiter den Druck auf das Bremer Tor. Wiese verhinderte allerdings mehrfach einen HSV-Torerfolg. Der Schlussmann parierte glänzend in der 48. Minute gegen Olic, war in der 71. Minute gegen Rafael van der Vaart zur Stelle und klärte in der 88. Minute auch gegen Bastian Reinhardt. Die Hamburger hatten außerdem Pech, als Pablo Sorin (74.) und Thimothee Atouba (77.) das Bremer Tor nur knapp verfehlten. Dann leistete sich Vranjes eine Tätlichkeit. Bei den in der Schlussphase logischerweise nur noch auf Verteidigung bedachten Bremern ragten Rosenberg und Wiese heraus. Beim HSV gefielen Kapitän van der Vaart sowie der unermüdliche Guerrero am besten.

Im richtungsweisenden Kellerduell gegen den Mit-Rivalen Duisburg ging der 1. FC Nürnberg von Beginn an konzentriert zu Werke. Und wurde dafür durch die von Angelos Charisteas (9.) herausgeschossene frühe Führung belohnt. Javier Pinola schaffte mit einem gewaltigen Linksschuss noch vor der Pause das beruhigende 2:0 (32.). Anders als kürzlich gegen Bielefeld ließ sich der FCN dieses Polster diesmal nicht nehmen und hat nun wieder reelle Chancen, den drohenden siebten Abstieg aus der 1. Liga vielleicht doch noch zu vermeiden.

Bielefeld ohne Chance gegen Bayern

Drei Tage nach dem vorzeitigen Gewinn des 21. Meistertitels kamen die Bayern zum achten Heimsieg in Serie gegen die nun wieder akut in Abstiegsgefahr schwebenden Bielefelder. Nach holprigem Beginn und viel Glück bei einem Gäste-Pfostentreffer von Markus Bollmann schloss Franck Ribéry (26.) den direkten Gegenzug mit seinem zehnten Saisontor zur Bayern-Pausenführung ab. Unmittelbar nach Wiederanpfiff war Nationalspieler Lukas Podolski (47.) zur Stelle und führte mit dem 2:0 die Vorentscheidung herbei.

Seine Chancen auf einen Startplatz auf Europas Fußball-Bühne droht Bayer Leverkusen zu verspielen. Gegen Hertha BSC musste sich der Werksclub 1:2 geschlagen geben. Torjäger Marko Pantelic (26.) mit seinem 13. Saisontreffer und Sofian Chahed (68./Foulelfmeter) trafen für die Gäste. Neben den Punkten verlor Bayer auch Nationalspieler Stefan Kießling, der nach einer Tätlichkeit die Rote Karte sah (61.). Lukas Sinkiewicz' Ehrentreffer (89.) kam zu spät.

Wolfsburg marschiert Richtung Uefa-Cup-Platz

Eintracht Frankfurt blieb beim 2:3 gegen den VfL Wolfsburg auch im sechsten Punktspiel nacheinander sieglos. Grafite (4.), Marcel Schäfer (28.) und Edin Dzeko (79.) trafen für die "Wölfe", die weiter auf die UI-Cup-Teilnahme hoffen dürfen. Ioannis Amanatidis (22./Foulelfmeter) und Markus Weissenberger (61.) in seinem 150. Bundesliga-Spiel waren auf Seiten der Hessen erfolgreich.

DPA/SID/tis / DPA

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