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Fußball-Bundesliga: Bayern souverän - Wölfe in der Krise - HSV top

Drei Spitzenspiele, drei packende Partien: Am fünften Spieltag der Bundesliga zeigte der FC Bayern alte Stärke und schoss Borussia Dortmund mit 5:1 aus dem eigenen Stadion. Meister Wolfsburg ist nach dem 2:3 gegen Leverkusen in der Krise. Der HSV verteidigte mit einem 3:1 gegen Stuttgart seinen Platz an der Tabellenspitze.

Meister VfL Wolfsburg steckt weiter im sportlichen Tief, Rekordchampion Bayern München hat dagegen die Talsohle hinter sich gelassen. Mit dem triumphalen 5:1-Sieg bei Borussia Dortmund setzte das Team von Louis van Gaal am 5. Spieltag der Fußball-Bundesliga seine Aufholjagd fort. Dagegen kommen die "Wölfe" in dieser Saison nicht in Fahrt. Beim 2:3 gegen Bayer Leverkusen kassierten die Niedersachsen am Samstag die dritte Niederlage in Serie und rutschten in der Tabelle weiter ab. Leverkusen setzte sich dank des besten Saisonstarts seiner Bundesliga-Geschichte in der Spitze fest. Ganz oben aber steht der Hamburger SV, der sich in einem umkämpften Spiel mit 3:1 gegen den VfB Stuttgart durchsetzte.

Auch ohne seinen erfolgreichsten Torjäger Paolo Guerrero setzten die Hamburger ihren Höhenflug fort. Für das 3:1 (1:0) über den VfB sorgten am Samstagabend vor 57.000 Zuschauern Mladen Petric (30.), Eljero Elia (58.) und Zé Roberto (90.+1) - allesamt mit sehenswerten Distanzschüssen. Pawel Pogrebnjak schaffte für Stuttgart, das stark begonnen hatte, den Anschluss (62.). Nebenbei sorgten die Norddeutschen für den besten Saisonstart seit 29 Jahren (vier Siege, ein Remis) und stimmten sich mit dem Erfolg auf den Europa-League-Einsatz am nächsten Donnerstag bei Rapid Wien ein. "Spitzenreiter, Spitzernreiter! Hey, hey!", feierten die Fans ihre Mannschaft.

Erste BVB-Heimniederlage nach 19 Spielen

Mit dem eingewechselten Franck Ribéry machten die Münchner Bayern vor mehr als 80.000 Zuschauern in Dortmund aus einem Rückstand noch einen Sieg. Obwohl Mats Hummels die Westfalen bereits in der 10. Minute in Führung brachte, riss die Heimserie des BVB nach 19 Spielen ohne Niederlage im Signal Iduna-Park. Der in der Pause ausgewechselte Nationalstürmer Mario Gomez (36.), Bastian Schweinsteiger (50.) sowie die "Joker" Ribéry (65.) und Thomas Müller (78./88.) erzielten die Treffer für das Münchner Starensemble, das rechtzeitig vor dem Start in der europäischen Königsklasse die altbekannte "Mir san mir"-Mentalität demonstriete.

"Wenn wir immer so spielen wie heute in der zweiten Halbzeit können wir in dieser Saison alle Ziele erreichen", befand dann auch Nationalspieler Bastian Schweinsteiger, der in der Nationalelf zuletzt wenig überzeugt hatte. Vor allem der ausgelassene Jubel von Ribéry, der nach seinem sehenswerten Freistoßtreffer zum 3:1 schnurstracks in die Arme seines Trainers Louis van Gaal sprintete, sorgte für reichlich Gesprächsstoff. "Franck Ribéry hat gezeigt, dass er den Trainer liebt", kommentierte van Gaal, dem ein schwieriges Verhältnis zu seinem Star nachgesagt worden war. Weniger Grund zur Freude hatte BVB-Coach Jürgen Klopp, dessen Team nach gutem Start samit 1:0-Führung eine indiskutable zweite Halbzeit bot. "Wir haben im Laufe des Spiels die Überzeugung verloren, dass wir es schaffen können", sagte Klopp.

Platzverweis für Benaglio entscheidend

Eine umstrittene Rote Karte für Torhüter Diego Benaglio verdarb dem VfL Wolfsburg den erhofften Sieg bei der Champions League-Generalprobe. Nachdem der Schweizer Keeper wegen einer Attacke gegen seinen Landsmann Eren Derdiyok außerhalb des Strafraums den Platz verlassen musste (32.), übernahm Leverkusen in der Volkswagen-Arena das Kommando. "Das war der Knackpunkt", sagte auch Leverkusens Trainer Jupp Heynckes, während sein VfL-Kollege Armin Veh schimpfte: "Die Rote Karte darf er nie und nimmer geben. Der hat dem Schiedsrichter sogar gesagt, dass er ihn nicht berührt hat", berichtete Veh vom Dialog zwischen Derdiyok und dem Referee. Doch Schiedsrichter Brych kannte kein Pardon. Derdiyok musste wenig später sogar selber vom Feld

Simon Rolfes (38./50. per Foulelfmeter) und Stefan Kießling (58.) mit seinem fünften Saisontor überwanden danach Ersatztorwart André Lenz und machten den vierten Saisonsieg für die Werkself perfekt, der nach der Gelb-Roten Karte gegen Derdiyok (53.) in der Schlussphase noch einmal in Gefahr geriet. Doch die Gegentreffer durch Zvjezdan Misimovic (76.) und Grafite (80./Foulelfmeter) fielen zu spät. "Ich bin froh, dass wir noch gewonnen haben", kommentierte Bayer-Trainer Heynckes die Aufholjagd der Wölfe.

Hoffenheim überzeugt erstmals

In der Hinrunde der Vorsaison erzielte der Angriff von 1899 Hoffenheim Tore wie am Fließband - in dieser Spielzeit kommen die Badener erst allmählich in Fahrt. Mit dem 3:0 gegen den VfL Bochum feierte das Team von Ralf Rangnick den ersten Heimerfolg der Saison. Demba Ba (16.), Chinedu Obasi (58.) und Marvin Compper (79.) erzielten die Treffer gegen die Westdeutschen, der im Vorjahr noch mit 3:0 im Kraichgau triumphiert hatten, diesmal aber keine Torgefahr ausstrahlten. Damit kletterte Vorjahres-Herbstmeister Hoffenheim in die obere Tabellenhälfte.

Aufsteiger 1. FC Nürnberg entfernte sich mit dem ersten Dreier der Spielzeit vom Tabellenende. Durch ein Tor des Ex-Gladbachers Peer Kluge (6.) besiegte der "Club" Borussia Mönchengladbach glücklich mit 1:0. Dagegen muss der andere Neuling SC Freiburg weiter auf seinen ersten Bundesliga-Erfolg vor heimischem Publikum seit Januar 2005 warten. Gegen Eintracht Frankfurt verloren die Badener mit 0:2. Der frühere Karlsruher Maik Franz (68.) und Alexander Meier (90.+3) trafen für die Hessen, die auch das fünfte Saisonspiel ungeschlagen überstanden.

Hertha BSC kassierte mit dem 1:2 beim FSV Mainz 05 die vierte Niederlage in Serie und muss sich auf einen längeren Aufenthalt am Tabellenende einstellen. Durch einen Treffer von Maximilian Nicu (50.) gingen die Berliner beim Aufsteiger zwar in Führung, doch dann schlugen die Rheinhessen durch Andreas Ivanschitz (80./Foulelfmeter) und Aristide Bancé (85.) in der Schlussphase zurück.

DPA / DPA

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