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Fußball-Bundesliga: Dortmund führt Schalke vor

Der Sieger im Revier-Derby trägt Schwarz-Gelb: Borussia Dortmund hat ohne Probleme gegen schwache Schalker gewonnen. Im sportlich enttäuschenden Hamburger Derby trennten sich der HSV und FC St. Pauli remis. Eine maue Nullnummer lieferten Leverkusen und Nürnberg.

Borussia Dortmund hat das Revier-Derby gegen Schalke 04 überlegen mit 3:1 gewonnen. Damit bleiben die Königsblauen auch in der vierten Bundesliga Partie als einziger Verein ohne Punkte und Tabellenletzter, während Dortmund auf den dritten Platz kletterte. Im sportlich enttäuschenden Hamburger Derby trennten sich der FC St. Pauli und der Hamburger SV 1:1. Vor der Partie kam es zu kleinen Scharmützeln von HSV-Fans mit der Polizei. Kein Tor fiel im dritten Spiel des Tages zwischen Leverkusen und Nürnberg.

Dortmunds Shootingstar Shinji Kagawa besiegelte mit seinem Doppelpack im einseitigen Revierderby den schlechtesten Saisonstart von Schalke. Dank der zwei Tore des bärenstarken Japaners (20. Minute/58.) und des späten Treffers von Robert Lewandowski (86.) feierte Borussia mit dem 3:1 den ersten Sieg beim Erzrivalen seit fünf Jahren.

Erschreckend schwache Schalker


Beim erschreckend schwachen Schalker Millionen-Ensemble, für das nur Klaas-Jan Huntelaar (89.) traf, verschärfte sich mit der fünften Pflichtspiel-Pleite in Serie und dem Sturz ans Tabellenende die Krise weiter. "Baumeister" Felix Magath gerät nach seinem Total-Umbruch immer stärker unter Rechtfertigungsdruck. Zudem muss der Trainer am Mittwoch in Freiburg Abwehrspieler Nicolas Plestan ersetzen, der nach wiederholtem Foulspiel Gelb-Rot sah (61.).

Gestärkt von drei Pflichtspielsiegen hintereinander führten die Dortmunder vor 60.069 Zuschauern die verunsicherten Gastgeber phasenweise vor und verbesserten sich mit dem hochverdienten Erfolg auf Tabellenplatz drei. Zunächst hatten die Schalker noch Glück, als Sven Bender bei seinem zurecht nicht anerkannten Treffer hauchdünn im Abseits stand (10.) und kurz darauf Neven Subotic per Kopf nur die Latte traf (12.).

Nur Neuer erreicht Bundesliga-Niveau


Dann rettete Nationalkeeper Manuel Neuer sein Team mit zwei Paraden gegen Kagawa (15./16.), ehe schließlich auch er beim dritten Versuch des überragenden Japaners machtlos war - 0:1. Pech, dass der Ball von Innenverteidiger Benedikt Höwedes noch entscheidend abgefälscht wurde. Kurz vor der Pause landete eine Flanke von Kevin Großkreutz an der Latte, den Nachschuss von Subotic parierte Neuer glänzend.

Nach dem Seitenwechsel kamen die Hausherren zwar ein wenig besser ins Spiel, doch die Dortmunder diktierten weiter das Geschehen. In der 58. Minute erzielten die Gäste das längst verdiente zweite Tor, als Kagawa eine perfekte Flanke des eingewechselten Jakub Blaszczykowski nur noch über die Linie drücken musste. Nach Plestans zweiter Gelber Karte war die Partie praktisch entschieden. Nuri Sahin hätte für die Borussia noch erhöhen, traf aber nur die Latte (65.). Lewandowski machte per Kopf mit seinem ersten Bundesliga-Tor für die Dortmunder das Schalker Debakel perfekt.

Entsetzen auf den Schalker Rängen


Danach hatte es endgültig auch den Schalker Fans die Sprache verschlagen, stumm und entsetzt verharrten sie auf den Rängen. Zum ersten Mal seit langem war das Revierderby nicht ausverkauft. Aus Protest gegen die durch den Topzuschlag verteuerten Karten hatten rund 1600 BVB-Anhänger ihre Tickets zurückgegeben. Die kleine BVB-Schar im Stadion feierte ironisch "Felix Magath".

Beim Hamburger Derby war die Stimmung auf den Rängen riesig, das Niveau auf dem Rasen bescheiden: Das 1:1 im Hamburger Stadt-Derby zwischen dem FC St. Pauli und dem HSV bot viel Kampf - und noch mehr Krampf. Nur die 24.360 Fans im ausverkauften Millerntor-Stadion zeigten in dem niveauarmen Spiel internationalen Standard. Nach Feiern war den Fan-Lagern am Ende dennoch nicht zumute. "Das war kein gutes Fußballspiel", kommentierte denn auch St. Paulis Trainer Holger Stanislawski. "1:1 ist ein bisschen langweilig." Sein Team war durch Fabian Boll (76.) in Führung gegangen, der eingewechselte Mladen Petric sorgte in der 88. Minute per Sonntagsschuss für den Ausgleich.

HSV enttäuscht im Hamburger Derby


Im 15. aufgeheizten Stadtderby enttäuschte der HSV bei seiner acht Kilometer langen Dienstreise zum Nachbarn auf der ganzen Linie. "Das war Ringelpiez mit Anfassen in den ersten 75 Minuten. Das war Harmonie von allen Seiten. Es hätte nur noch gefehlt, dass wir mit rosa Röcken aufgelaufen wären", schimpfte HSV-Keeper Frank Rost nach seinem 400. Bundesliga-Einsatz. Dem Schlussmann war der Friedenskurs beider Vereine, der zur Deeskalation zwischen den verfeindeten Fan- Lagern beitragen sollte, zu viel: "Insgesamt war das kein schönes Derby."

Der HSV hat sich mit dem zweiten Remis nach zwei Siegen in der Bundesliga-Spitzengruppe behauptet. Auch St. Pauli konnte Boden gutmachen und steht auf dem zehnten Rang.

Mehr als tausend Sicherheitskräfte im Einsatz


Weit mehr als tausend Sicherheitskräfte waren rund um die Reeperbahn im Einsatz, im Stadion herrschte Alkoholverbot. Nur 2100 HSV-Fans bekamen Karten. Gut 300 HSV-Fans wollten den Stadioneingang stürmen. Dabei wurden drei Angreifer verletzt. Die Polizei musste zudem Wasserwerfer gegen randalierende HSV-Fans einsetzen, die Flaschen warfen und Böller zündeten.

Im dritten Spiel des Tages trennten sich Leverkusen und Nürnberg in einer schwachen Partei torlos. Zudem musste Nationalspieler Stefan Kießling vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw nach nur rund zehn Minuten mit Verdacht auf eine Sprunggelenksverletzung vom Platz. Sturmpartner Patrick Helmes wurde nach gut einer Stunde angeschlagen ausgewechselt.

Leverkusen verliert Kießling und Helmes


Vor allem in der ersten Halbzeit sahen die Zuschauer in der BayArena eine äußerst zerfahrenes Spiel. Nürnberg stand hinten gut gestaffelt und ließ kaum Chancen zu. Leverkusen schaffte es erneut nicht, an das starke 4:0 am Donnerstag in der Europa League gegen Rosenborg Trondheim anzuknüpfen. Gerade im Spiel nach vorn mangelte es der Elf von Trainer Jupp Heynckes an Kreativität. Die Gastgeber zeigten ohne Michael Ballack kaum gelungenen Ballstafetten, die sie in der vergangenen Spielzeit ausgezeichnet hatten.

DPA/tis / DPA

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