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Champions-League-Übertragung: Das ist der schillernde Milliardär, der hinter dem Sport-Sender DAZN steckt

Leonard Blavatnik, Milliardär und früherer Oligarch, steckt hinter dem Sportsender DAZN, der ab dieser Saison die Champions League in deutsche Wohnzimmer bringt. Seine Kritiker werfen ihm undurchsichtige Verbindungen zu Putin vor.

Leonard Blavatnik pflegt ausgezeichnete Beziehungen nach Russland

Leonard Blavatnik pflegt ausgezeichnete Beziehungen nach Russland

Getty Images

Die Fußball-Fans müssen mal wieder mit einer Veränderung klar kommen. Ab dieser Saison überträgt der junge Streamingdienst DAZN die meisten Champions-League-Spiele. Der Bezahlsender Sky übernimmt jeweils zwei Partien mit deutscher Beteiligung pro Spieltag (Zusammenfassung der anderen Spiele gibt es aber wie gewohnt im Anschluss zu sehen). Das ZDF ist gar nicht mehr dabei. Wer also nicht für die Übertragung der Königsklasse zahlen will, muss komplett verzichten. Oder weiter in seine Stammkneipe gehen. In den Sky-Sportbars werden auch die DAZN-Spiele aufgrund einer Kooperation der beiden Sender gezeigt. Den neuen Anbieter haben die Fans einem US-Milliardär zu verdanken, der einst aus der Sowjetunion in die USA auswanderte und früher mal als Oligarch galt.

Leonard Blavatnik ist der finanzstarke Besitzer von DAZN. Mit seiner geballten Milliarden-Dollar-Power drängt DAZN seit zwei Jahren in den Sport-TV-Markt. Nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Hinter DAZN steht die Perform-Group, die wiederum zu Blavatniks Beteiligungsgesellschaft Access Industries gehört. Die Investitionen des Internet-Senders DAZN sind gigantisch. In Japan kaufte der Dienst für zwei Milliarden Euro das exklusive Rechte-Paket der J-League. Es folgten der deutsche Markt mit teuren Rechten und jüngst ein Coup in Italien: Die Perform-Tochter stieg in den für sie neuen Markt mit dem Erwerb von 114 Exklusiv-Übertragungen der Serie A ein - mit Superstar Cristiano Ronaldo als Zugpferd. DAZN überträgt American Football, NBA-Basketball  und viele andere Sportarten. Demnächst will DAZN in den USA in die Übertragung von Boxkämpfen einsteigen. Das Netflix des Sports quasi.

Mit 21 Jahren wandert Blavatnik in die USA aus

Leonard Blavatnik macht dabei nicht den Eindruck, schon am Ende der Expansion zu stehen. Den 61-Jährigen kann man durchaus als schillernde Figur bezeichnen. Der Mann, der einen US-amerikanischen und einen britischen Pass besitzt, soll 18 Milliarden Euro schwer sein. Er kam im ukrainischen Odessa zur Welt, wuchs in Moskau auf und wanderte mit der Familie in die USA aus, nachdem die Sowjetunion Menschen jüdischen Glaubens die Ausreise gestattet hatte. Er machte drei Uni-Abschlüsse (u. a. an der Havard Business School). Im Alter von 29 Jahren gründete er Access Industries, eine Beteiligungsgesellschaft. Sie hält laut "Süddeutscher Zeitung" Anteile an so unterschiedlichen Unternehmen wie dem Musiklabel Warner Music, an Spotify, Deezer, Rocket Internet, an Chemie-, Immobilien und Immobilienfirmen und an der Perform Group (goal.com., spox.com, sportal.de, Opta Sports, DAZN).

Den Grundstein seines Erfolges soll Blavatnik in den ersten Jahren nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion mit "Oligarchen-Methoden" gelegt haben, wie die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf den Buchautor Mark Hollingsworth schreibt. Unter anderem erwarb er zusammen mit den Partnern Viktor Wekselberg und Michail Friedman einen der staatseigenen Ölkonzerne Russlands (TNK-BP) für einen sehr günstigen Preis, wie es heißt.

Blavatnik soll über gute Beziehungen zu Putin verfügen

Darin liegt auch die Skepsis gegenüber Blavatnik begründet, denn sowohl Wekselberg als auch Fridman unterhalten laut US-Regierung enge Beziehungen zu Putin. Jahre später verkaufte Blavatnik seine Anteile für kolportierte sechs Milliarden Euro. Blavatnik, der in London und New York lebt, ist schon seit langem um ein positives Images bemüht. Er ist ein Kunst-Mäzen und spendet Millionen in kulturelle und soziale Einrichtungen. Seine Villa in London soll derart prachtvoll sein, dass die nahe gelegene russische Botschaft wie eine billige Datscha wirke. 

Für DAZN bedeutet der finanzstarke Hintergrund, dass der Streamingdienst nicht so schnell von der Bildfläche verschwinden wird. Vielleicht ist der Streasmingdienst sogar die Zukunft des Sportfernsehens. Wie hoch die Zahl der Abonnenten ist, verschweigen sie zwar in der Deutschland-Zentrale in Berlin-Kreuzberg, aber die nächsten zehn Jahre sind angeblich finanziell gesichert sein, betonte ein Sprecher gegenüber der "Süddeutschen Zeitung". Wann der Streamingdienst Profit abwirft, bleibt abzuwarten. Bei einem Monatsabo für 9,99 Euro braucht es hohe Abonnenten-Zahlen. Deshalb wird DAZN bei der nächsten Ausschreibung für die Bundesliga mitbieten.  "Wir sind bereit für die großen Rechte", sagte Deutschland-Chef Thomas de Buhr jüngst. Auch der Erwerb der Übertragungsrechte für die EM oder die WM seinen denkbar.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.