HOME

Fifa-Zeremonie: Die Deutschen müssen sich keine Sorgen machen: So läuft die WM-Auslosung

Für Joachim Löw und die deutsche Nationalelf beginnt heute das Projekt Titelverteidigung: Im Kreml-Palast in Moskau werden am Nachmittag die acht Vorrundengruppen der WM ausgelost. Damit erhält das Turnier ein konkretes Gesicht.

Ab 16 Uhr am Freitagnachmittag (im Liveblog bei stern.de) wird bei Joachim Löw und Oliver Bierhoff der Puls ein wenig in die Höhe gehen. Der Bundestrainer und der DFB-Manager werden dann im pompösen Kreml-Palast in Moskau Platz nehmen und die Auslosung der WM-Gruppen verfolgen. Das Turnier erhält ein konkretes Gesicht und die Vorfreude wird nochmal steigen. Der russische Präsident Wladimir Putin will sich die Show ebenfalls nicht entgehen lassen, schließlich soll die Weltmeisterschaft im Sommer 2018 ein Prestige-Erfolg werden - für Russland und für Putin.

Im Vorfeld der Auslosung wird viel über sogenannte "schwere Brocken" spekuliert, auf die die deutsche Elf in der Vorrunde treffen könnte. Dabei zeigt ein Blick in die Vergangenheit: Die Deutschen müssen sich überhaupt keine Sorgen machen - egal, welche "Hammer-Gegner" da kommen. Seit 1954 ist die DFB-Elf nicht mehr in dieser Phase ausgeschieden. Als die Vorrunde 1950 eingeführt wurde, nahmen die Deutschen aus historischen Gründen nicht teil (zudem gab es gar keine Nationalmannschaft). Nur einmal scheiterte die deutsche Elf im ersten Spiel. Das war 1938 im Achtelfinale, mit dem das Turnier begann (Deutschland und Österreich stellten zwangsvereinigt die Elf des Deutschen Reiches). Ansonsten ging es immer mindestens bis ins Viertelfinale, meistens aber wesentlich weiter. Und wenn die Deutschen auf einen schwerer Vorrunden-Gegner trafen, wie auf Portugal vor vier Jahren, dann war bekanntermaßen auch kein Problem. Der spätere Europameister wurde mit 4:0 aus dem Stadion gefegt.

WM 2018 - die Auslosung: Joachim Löw mit ernstem Blick

Gespannter Blick nach vorn: Bei der WM-Auslosung werden die Planungen für Bundestrainer Joachim Löw konkret


WM 2018: Joachim Löw würde gerne in Sotschi quartieren

Dennoch sind für die Löw-Elf sehr unterschiedliche Gruppenkonstellationen möglich. Die schwerste würde laut Fifa-Rangliste Spanien, Senegal und Australien enthalten. Die leichteste wäre eine Gruppe mit Uruguay, Ägypten und Saudi-Arabien. Dennoch sollte die Löw-Mannschaft die Vorrunde nicht auf die leichte Schulter nehmen. Das Schicksal der Titelverteidiger Frankreich, Italien und Spanien ist Warnung genug. Alle drei Teams blamierten sich als Titelverteidiger 2002 bzw. 2010 und 2014 bis auf die Knochen, als sie die Vorrunde nicht überstanden.

Wichtig ist die Auslosung für Löws und Bierhoffs Planung. Sie kennen nicht nur die Gegner, sondern müssen sich um ein WM-Quartier bemühen. In dem riesigen Land ist das von großer Bedeutung, schließlich müssen mögliche Reisewege und -strapazen eingeplant werden.

Löw würde am liebsten in Sotschi Quartier beziehen, wo die deutsche Elf schon während des Confed-Cups residierte und sich sehr wohl fühlte. "Jogi Löw mag das gute Wetter", sagte Teammanager Oliver Bierhoff. Aber für die Logistik ist wahrscheinlich die Base-Camp-Option vor den Toren Moskaus besser, wo Argentinier, Portugiesen und wohl auch Franzosen schon ein Hotel geblockt haben.

Auf der Bühne im Kreml-Palast werden Englands Stürmer-Legende Gary Lineker ("Fußball ist ein einfaches Spiel: 22 Mann jagen 90 Minuten dem Ball nach und am Ende gewinnen immer die Deutschen") und die russische Sportmoderatorin Maria Komandnaya die Zeremonie leiten. Die Ziehung wird wie immer von ehemaligen Fußball-Größen vorgenommen. Allein aus diesem Grund sind solche Auslosungen immer ein großer Spaß für Fußball-Fans: Man kann sich anschauen, wie die Stars von gestern heute aussehen.

Klose trägt den WM-Pokal auf die Bühne

In Moskau werden Diego Maradona (Argentinien), Laurent Blanc (Frankreich), Gordon Banks (England), Cafu (Brasilien), Fabio Cannavaro (Italien), Diego Forlan (Uruguay) und Carles Puyol (Spanien) Schicksal spielen. Der 91 Jahre alte Nikita Simonjan vertritt den Gastgeber Russland. Auch Miroslav Klose ist mit von der Partie, der Rekordnationalspieler trägt als Vertreter des Weltmeisters den WM-Pokal auf die Bühne (Klose und Maradona schwänzten die Generalprobe am Donnerstag).

Die Losfeen werden die 32 Mannschaften auf die acht Gruppen verteilen. Deutschland ist in Lostopf eins gesetzt, als schwerster Gegner drohen Spanien oder England. Im Achtelfinale kann es zu einem Duell - je nach Konstellation – mit Brasilien, Argentinien oder Frankreich kommen. Da hilft es, dass einer der wichtigsten deutschen Spieler, Toni Kroos, Beruhigendes zu sagen hat: "Wenn wir gewinnen wollen, müssen wir uns eh mit allen messen, ob in der Gruppe oder später ist egal", sagte er.

Wissenscommunity