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Deutschland-Splitter: Tölzer gewinnt Bronze im Judo

Bronze für Andreas Tölzer, Gold für den Ruder-Doppelvierer und Kugelstoßer David Storl holt Silber - der Freitag verläuft aus deutscher Sicht erfolgreich.

Exakt eine Woche laufen die Olympischen Sommerspiele in London jetzt. Am Freitag begannen die Leichtathletik-Wettbewerbe - mit einer ersten Medaille für Deutschland. Die Goldmedaille des Tages verdankt das deutsche Team allerdings den Ruderern. Und selbst bei den Schwimmern lief es gut.

Storl verpasst Olympiasieg im Kugelstoßen ganz knapp

Kugelstoßer David Storl hat den sechsten deutschen Olympiasieg in London um drei Zentimeter verpasst. Der Weltmeister aus Chemnitz musste sich am Freitag mit 21,86 Metern nur dem Polen Tomasz Majewski geschlagen geben, der 21,89 Meter weit stieß und wie vor vier Jahren in Peking Gold holte. Dank Storl übertrafen die deutschen Leichtathleten gleich am ersten Wettkampftag dieser Spiele die miserable Bilanz von Peking mit nur einer Bronzemedaille für Speerwerferin Christina Obergföll.

Weitspringer Bayer im Olympia-Finale - Reif raus

Weitsprung-Europameister Sebastian Bayer steht am Samstag bei den Olympischen Spielen in London im Finale. Der Hamburger qualifizierte sich am Freitagabend mit 7,92 Metern für den Kampf um die Medaillen. Dagegen scheiterte Teamkollege Christian Reif aus Ludwigshafen trotz gleicher Weite als 13. der Qualifikation denkbar unglücklich.

Steffen im Olympia-Finale über 50 Meter Freistil

Britta Steffen hat im vierten Anlauf ihr erstes Schwimm-Finale bei den Olympischen Spielen in London erreicht. Die Weltrekordlerin war am Freitag über 50 Meter Freistil in 24,57 Sekunden die Viertschnellste der Halbfinal-Läufe. Zuvor war Steffen über 100 Meter sowie mit beiden Freistilstaffeln gescheitert. Die Doppel-Olympiasiegerin von Peking sicherte damit die achte Finalteilnahme der bislang medaillenlosen deutschen Schwimmer und das erste Endlauf-Ticket für die deutschen Frauen.

Tischtennis-Herren im Viertelfinale

Deutschlands Tischtennis-Herren haben das Viertelfinale beim Olympia-Turnier erreicht. Im Auftaktspiel des Team-Wettbewerbs siegte die Auswahl um Bronzemedaillen-Gewinner Dimitrij Ovtcharov am Freitagabend gegen Schweden mit 3:1. Nächster Gegner ist am Sonntag Österreich.

Steffen Deibler stark über 100 Meter Schmetterling

Steffen Deibler zeigte über 100 Meter Schmetterling beim 17. Olympiasieg von Phelps ein tolles Rennen, lag zur Wende auf Platz zwei und bis kurz vor dem Anschlag auf Medaillenkurs. Nach 51,81 Sekunden fehlten 37 Hundertstelsekunden zur Medaille.

Schwergewichtler Tölzer gewinnt Bronze

Judo-Schwergewichtler Andreas Tölzer hat bei den Olympischen Spielen die Bronzemedaille gewonnen. Der 32-Jährige aus Mönchengladbach besiegte am Freitag den Weißrussen Igar Makaraw im Kampf um Platz drei vorzeitig und holte damit bei seiner dritten Olympia-Teilnahme seine erste Medaille. Zum Abschluss der Judo-Wettkämpfe war es das vierte Edelmetall für die deutschen Kämpfer. Tölzer hatte zuvor im Halbfinale gegen den russischen WM-Dritten und Europameister Alexander Michajlin durch Bestrafung in der Verlängerung verloren.

Lisicki und Kas erreichen Mixed-Halbfinale im Tennis

Sabine Lisicki und Christopher Kas greifen im olympischen Tennis-Turnier nach einer Medaille im Mixed. Das deutsche Duo aus Berlin und Trostberg gewann am Freitag im Viertelfinale nach Match Tie Break 4:6, 7:6 (7:2), 10:7 gegen die italienische Paarung Roberta Vinci und Daniele Bracchiali. Im Halbfinale treffen Lisicki und Kas entweder auf das britische Duo Laura Robson und Andy Murray oder die Australier Samantha Stosur und Lleyton Hewitt.

Gold für den deutschen Doppelvierer

Der Männer-Doppelvierer hat dem Deutschen Ruderverband (DRV) das zweite Olympia-Gold beschert. Im Finale auf dem Dorney Lake von Eton wuchs die Crew um Schlagmann Tim Grohmann (Dresden) über sich hinaus. Selbst der große Favorit aus Kroatien konnte dem hohen Tempo der WM-Zweiten nicht folgen. Auf dem dritten Platz kam Weltmeister Australien ins Ziel. "Als die Kroaten angegriffen haben, sind wir weggezogen. Das war der Knackpunkt", sagte Grohmann.

Anders als vor einem Jahr, als ein rudertechnischer Fehler kurz vor dem Ziel den sicher geglaubten Sieg gekostet hatte, bewahrte die Mannschaft aus dem Doppelvierer diesmal die Nerven. Vom ersten Ruderschlag an übernahm sie die Regie und ließ selbst dem hochgehandelten Weltcupsieger aus Kroatien nicht den Hauch einer Chance. Am Ende betrug der Vorsprung auf den Favoriten eine Bootslänge.

Siebenkämpferin Schwarzkopf startet mit Bestzeit

Einen Start nach Maß hat Lili Schwarzkopf (LG Rhein-Wied) in den olympischen Siebenkampf in London erwischt. Vor 82.000 Zuschauern lief sie am Freitag im Olympiastadion die 100 Meter Hürden mit 13,26 Sekunden in einer persönlichen Bestzeit und kam damit auf Platz acht in der Gesamtwertung. Die Weltmeisterschafts-Dritte Jennifer Oeser musste sich mit 13,42 Sekunden beim Auftakt der Leichtathletik-Wettkämpfe und Rang 13 begnügen. Die Neubrandenburgerin Julia Mächtig erreichte in schwachen 14,54 Sekunden nur den 37. und vorletzten Platz.

Schütze Daniel Brodmeier erreicht Finale im Gewehr liegend

Gewehrschütze Daniel Brodmeier hat mit dem Erreichen des Finals eine faustdicke Überraschung bei seinen ersten Olympischen Spielen geschafft. Der 24-Jährige aus Niederlauterbach behielt am Freitag im Stechen der insgesamt neun Starter die Nerven und zog als Bester ins Finale der besten Acht mit dem Sportgewehr liegend ein. "Das ist ein echter Triumph für uns", sagte Weltmeisterin Barbara Engleder, die Augenzeugin war.

Britta Steffen im Halbfinale über 50 Meter Freistil

Britta Steffen ist problemlos ins Halbfinale über 50 Meter Freistil geschwommen. Die Olympiasiegerin von Peking schlug im Vorlauf nach 24,70 Sekunden an und wurde damit Gesamt-Vierte. "Ich war zufrieden damit und kann sagen, dass ich das Beste gegeben habe, so wie in jedem Rennen", sagte Steffen. Die 28-Jährige tritt noch am Mittag als Schlussschwimmerin der deutschen Lagenstaffel über 4 x 100 Meter an. Das Halbfinale über 50 Meter Freistil findet am Abend statt.

Auftaktsieg für Judoka Tölzer

Judo-Medaillenanwärter Andreas Tölzer ist erfolgreich in seinen Wettkampf bei den Spielen in London gestartet. Der Schwergewichtler aus Mönchengladbach bezwang in seinem Auftaktkampf vorzeitig den Georgier Adam Okruaschwili und schaffte den Sprung in die nächste Runde. Der WM-Zweite von 2010 und 2011 gilt bei seinen dritten Spielen als heißer Anwärter auf Edelmetall.

Deutsch-Deutsches Duell im Sand

Die Beach-Volleyballerinnen Sara Goller und Laura Ludwig haben das deutsch-deutsche Duell gegen Ilka Semmler/Katrin Holtwick gewonnen und stehen im olympischen Viertelfinale. Im ersten Achtelfinale des Tages in London siegte das Duo aus Hamburg am Freitag 2:0 (21:16, 21:15) gegen die Frauen aus Berlin. In der nächsten Runde treffen Goller/Ludwig am Sonntag auf den Sieger der Partie Juliana Silva/Larissa Franca (Brasilien) gegen Madelein Meppelink/Sophie van Gestel (Niederlande). Holtwick/Semmler beenden Olympia auf Rang neun.

Eklat um Ruderin

Die Ruderin Nadja Drygalla hat am Donnerstag das Olympische Dorf in London verlassen. Dies teilte der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) in der Nacht zum Freitag mit. Die Gründe für die Abreise der Ruderin Nadja Drygalla aus dem olympischen Dorf sind weiter unklar. Chef de Mission Michael Vesper hielt sich am Freitag auf einer Pressekonferenz in London bedeckt. Er hat nach eigenen Angaben nach Bekanntwerden von Berichten am Donnerstagabend das Gespräch mit der 23-Jährigen gesucht, um das Thema zu klären. "Sie hat die Dinge aus ihrer Sicht geschildert. Ich habe ihr das Problem dargebracht", sagte er.

Dem Radiosender NDR 1 Radio MV zufolge soll Drygalla mit einem Mann liiert sein, der im vergangenen Jahr in Rostock als Direktkandidat der rechtsextremen NPD zur Landtagswahl angetreten war. Er schreibe regelmäßig für ein NPD-nahes Internetportal und sei führendes Mitglied der regionalen Kameradschaft "Nationale Sozialisten Rostock".

Der Präsident des Deutschen Ruder-Verbandes (DRV), Siegfried Kaidel, sagte am Freitag: "Sie hat mehrfach beteuert, mit der rechten Szene nichts zu tun zu haben." Drygalla hat sich selbst öffentlich bislang nicht zu den Hintergründen ihrer Abreise geäußert. Sie war in London im Deutschland-Achter gestartet und mit dem Boot im Hoffnungslauf ausgeschieden.

feh/swd/DPA / DPA

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